Aus der Gemeinde

Steuereinbrüche bereiten Sorgen in Haag

Der neue Haager Schlosshof – im abendlichen Licht angestrahlt: 925000 Euro kostete die Restaurierung.
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Der neue Haager Schlosshof – im abendlichen Licht angestrahlt: 925000 Euro kostete die Restaurierung.
  • vonLudwig Meindl
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Finanziell hat sich Haag gut entwickelt, findet Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD). Doch sie rechnet wegen Corona mit Einbrüche bei den Steuereinnahmen. Das hat Folgen: Vermutlich müssen Bauprojekte geschoben werden.

Haag – Zum Jahresende wendet sich Bürgermeisterin Sissi Schätz mit einem öffentlichen Überblick an die Haager Bürger. Auf der Homepage der Gemeindeseite finden Interessierte viele Zahlen und Fakten zum Zwecke der Information über die Gemeindepolitik, die im Gegensatz zu den Vorjahren heuer zur Bürgerversammlung nicht live vermittelt werden konnten.

Haag als viertgrößte Gemeinde des Landkreises habe sich mit einem aktuellen Haushaltsvolumen von 23,4 Millionen Euro die letzten Jahre sehr positiv entwickelt. Die Schulden seien wiederum zurückgegangen und lägen bei 4,18 Millionen. Der Anteil des Schulverbands beträgt 2,12 Millionen. Die Pro-Kopf-Verschuldung fiel im Vergleich zum Vorjahr von 673 auf 643 Euro. Der Landesdurchschnitt beläuft sich auf 651.

„Erhebliche Einnnahmeausfälle“ erwartet

Für nächstes Jahr rechnet die Bürgermeisterin mit „erheblichen Einnahmeausfällen bei der Gewerbe- und Einkommenssteuer“. Bereits dieses Jahr seien die Steuer-einnahmen gesunken. Davon könnten Haager Bauprojekte betroffen sein: „Sollten sich die Einnahmeausfälle verschärfen, muss der Gemeinderat über Verschiebungen entscheiden.“

Gebühren verbucht die Gemeinde durch Wasserversorgung, Abwasser, Kindergärten, Freibad und Bestattung. Der Wasserpreis wurde von 1,72 Euro pro Kubikmeter vorher auf 1,29 reduziert, das Abwasser von 1,40 auf 0,70.

Kostendeckungsgrad von 75 Prozent

Der Kostendeckungsgrad der öffentlichen Einrichtungen liegt bei 75 Prozent. „Das bedeutet ein leichtes Minus“, so Sissi Schätz.

Eine lange Liste fügt sie zu Investitionen und Vorhaben an, darunter die abgeschlossene Schlosshofrestaurierung zu 925 000 Euro: „Vom Frühjahr bis in den Späth-erbst ist der Schlosshof nun täglich während des Tages geöffnet.“

Seit 2018 befindet sich der Kindergarten „Arche Noah“ für 3,4 Millionen in Renovierung und Erweiterung um zwei Krippengruppen. Haag bietet künftig insgesamt 48 Krippenplätze und 190 Kindergartenplätze, dazu zehn im Familienzentrum.

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Die Sanierung von Turnhalle und Hallenbad zu 7,8 Millionen Euro komme gut voran, es handle sich „unumgängliche Maßnahmen“, bei denen die Gemeinde auch auf Energieeffizienz achte. Neu hinzu komme eine Dampfsauna.

Beim Langzeitprojekt Zehentstadel sei die Gemeinde zumindest bis zum Vorentwurf gekommen. Die Neugestaltung der Ortsmitte werde eine Aufgabe der nächsten Jahre.

Überquerungsbedarf auf Hauptstraße

Die Untersuchungen der Verkehrsplaner liefen, „exemplarisch zum Überquerungsbedarf auf der Hauptstraße“. Dazu ergänzte Bürgermeisterin Sissi Schätz: „Auf Wunsch der Gewerbetreibenden in der Hauptstraße wird die Maßnahme verschoben, da die Geschäfte wegen der Corona-Pandemie ohnehin in einer schwierigen Lage sind, die durch eine Großbaustel-le nicht noch verschärft werden soll.“

Kultur auf dem Herbstfest mit200 000 Euro gefördert

An öffentlichen Veranstaltungen hätten heuer die meisten abgesagt werden müssen, so auch das Straßenfest und der Christkindlmarkt. Da bleibt nach Bürgermeisterin Schätz nur die Aussicht auf Besseres: „Alle Aktiven hoffen auf neue Möglichkeiten im Jahr 2021. Auch das Herbstfest soll wieder stattfinden. Der Gemeinderat beschloss, die kulturellen Veranstaltungen auf dem Herbstfest mit 200 000 Euro, verteilt auf die nächsten drei Jahre, zu fördern.“

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