Vhs Haag ist noch im Corona-Krisenmodus

Vhs-Leiterin Inge Keller (links) und ihre neue Mitarbeiterin Karin Heinzmann-Boher hoffen auf bessere Zeiten für die Volkshochschule.
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Vhs-Leiterin Inge Keller (links) und ihre neue Mitarbeiterin Karin Heinzmann-Boher hoffen auf bessere Zeiten für die Volkshochschule.

Auch die Volkshochschule (Vhs) im Haager Land hat momentan schwierige Zeiten zu meistern. Die während des Lockdowns ausgefallenen Kurse laufen nur mühsam wieder an. Die Konditionen für den Herbst sind jedoch nach wie vor ungewiss. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Von Ludwig Meindl

Haag – Mit Karin Heinzmann-Boher kam endlich eine dritte Mitarbeiterin zur Unterstützung ins Team. „Die Zusammenarbeit ist gut“, so die neue Mitarbeiterin im dreiköpfigen Leitungsteam der Haager Vhs. Sie wünscht sich, „dass wir aus dem stürmischen Fahrwasser von Corona in ruhigere Gewässer kommen“. Ziel sei es, wieder ein breites Angebot zu präsentieren, damit sich viele angenommen fühlen würden.

Mitarbeiterinnen nach wie vor in Kurzarbeit

Der Lockdown im März hatte die Vhs Haag ebenfalls stark getroffen. Die Kurse wurden gestrichen. Das schlug nach Angaben von Leiterin Inge Keller finanzielle Lücken ins Budget: „Von den Sommerkursen ist überhaupt kein Profit geblieben.“ Die Volkshochschule brauche Unterstützung, ergänzt Heinzmann-Boher. Vielen sei nicht bewusst, dass sie sich selber tragen müsse.

Schon vor Corona hatte die Volkshochschule Defizite verzeichnet, die Nutzergemeinden Haag, Gars, Isen, Kirchdorf, Maitenbeth, Rechtmehring, Reichertsheim und St. Wolfgang hatten die finanziellen Lücken gemeinsam ausgeglichen. Denn die Vhs Haager Land gilt aufgrund ihrer breit gefächerten Bildungsarbeit als unverzichtbar.

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Die Mitarbeiterinnen selbst sind derzeit nach wie vor im Krisenmodus auf Kurzarbeit. Sie versuchen sie, Ausgefallenes nachzuholen oder Ersatz zu bieten. Die Leitung beabsichtigt, trotz der Corona-Regeln ein interessantes Sommerangebot zusammenzustellen.

Die Kursteilnehmer selber machen es ihnen dabei nach eigenen Angaben nicht leicht. Viele hegen immer noch Bedenken und trauen sich nicht in Räumlichkeiten. „Viele machen nur mit, wenn die Kurse draußen stattfinden“, so Keller.

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Glücklicherweise verfüge die Haager Vhs über mehrere Alternativstandorte und könne das Gelände um das Vereinshaus, um das Bürgerheim St. Kunigund, um den „Hofgarten“, den Hartplatz der Grund- und Mittelschule und die Flächen beim TSV Haag nutzen. Den Verantwortlichen, die dies möglich machen würden, gelte der „ganz herzliche Dank“ der Vhs-Leitung.

Der Blick in die Zukunft ist sorgenvoll. Keiner weiß derzeit, nach welchen Richtlinien das Herbstprogramm ablaufen kann, ob die Abstandsregeln noch gelten, die Kurszahl und die Teilnehmerzahl begrenzt bleiben, ob die Volkshochschule die öffentlichen Turnhallen nutzen darf.

Einbußen bereiten weiter Sorgen

Leiterin Keller, Kassiererin Eva Hörfurter und Mitarbeiterin Heinzmann-Boher befürchten, dass Einbußen durch räumliche Beschränkungen bleiben könnten.

Momentan ist die Teilnehmerzahl in Räumen je nach deren Größe gedeckelt. Die Kursdauer bleibt auf 60 Minuten beschränkt.

Mangelnde Unterstützung käme „von oben“, von der Dachorganisation des Bayerischen Volkshochschulverbandes, kritisiert die Vhs Haag. Trotzdem seien die Verantwortlichen derzeit „mit Feuereifer“ dabei, ein Herbst- und Winterprogramm auf die Füße zu stellen. Einen Dank spricht die Vhs-Leitung den Kursleitern und Teilnehmern für ihre Flexibilität aus.

Keinen Gedanken verschwendet die Volkshochschule Haager Land zur Zeit daran, dass der 1972 gegründeten Einrichtung der Erwachsenenbildung bald ein Jubiläum ins Haus steht.

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