Haag „leiht“ sich Jugendpfleger beim Jugendamt Mühldorf aus

Sie ist als „Kommunale Jugendpflegerin“ für den Landkreis Mühldorf zuständig: Caroline Puffer vom Landratsamt. Im Gemeinderat Haag stellte sie das Konzept „Jugendpfleger vor Ort“ vor.
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Sie ist als „Kommunale Jugendpflegerin“ für den Landkreis Mühldorf zuständig: Caroline Puffer vom Landratsamt. Im Gemeinderat Haag stellte sie das Konzept „Jugendpfleger vor Ort“ vor.

Haag bekommt wieder einen Jugendpfleger. Er soll 20 Stunden die Woche präsent sein, beschloss der Gemeinderat. Die Regelung gilt für zwei Jahre. Ausgeschrieben und besetzt wird die Stelle über das Jugendamt Mühldorf. Der Markt Haag „leiht“ sich dort im Rahmen einer Zweckvereinbarung den Jugendpfleger aus.

Von Ludwig Meindl

Haag – In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellten Matthias Ettinger, stellvertretender Leiter des Jugendamtes in Mühldorf, und seine Kollegin Carolin Puffer, die als kommunale Jugendpflegerin für den gesamten Landkreis zuständig, das Konzept vor.

Vorteile eines Jugendpflegers vor Ort

Die Gemeinde hatte in der Vergangenheit schon Jugendpfleger in Teilzeit angestellt, berichtete Bürgermeisterin Sissi Schätz vorweg. Das Projekt habe sich nicht bewährt und nicht „die gewünschten Effekte erzielt“. Pädagoge Matthias Ettinger unterstrich die Vorteile eines Jugendpflegers vor Ort. „In den Gemeinden gibt es inzwischen ein neues Verständnis für die Jugendarbeit“, sagte er zum Gremium.

Bindeglied zwischen Teenie, Schule und Gemeinde

Danach diene der Jugendpfleger als wichtiges Bindeglied zwischen Jugendlichen, Kommune und Schule. Haag verfüge zwar über ein stattliches Angebot, das Vereine für junge Leute bieten. Damit würden aber nicht alle erreicht.

Derzeit überprüfe er, so Ettinger, die Bedarfssituation im Kontakt mit den Bürgermeistern im Landkreis Mühldorf . Meist brauche es jemanden, der „aktiv auf die Jugendlichen zugeht“.

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Dafür eigne sich eine Fachkraft, da sie mit einem überregionalen Konzept im Rücken Perspektiven bieten könne. Das Landratsamt startet mit dem Konzept, das in anderen Landkreisen bereits erfolgreich läuft. Das können sich Gemeinden leisten, weil man auch wenige Stunden buchen kann.

Es geht nicht nur ums JUZ

Caroline Puffer kündigte an, der künftige Jugendpfleger werde das Gespräch mit der Jugend in Haag zu suchen. Dabei sollen generell die Interessen und Bedürfnisse der Zehn- bis 18-Jährigen abgeklopft. Und es geht nicht nur ums JUZ.

Zum Angebot des Jugendpflegers vor Ort gehöre die offene Beratung und die Vernetzung mit den Behörden. Gespräche und Jahresberichte für das Rathaus seien selbstverständlich.

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„Keine leichte Aufgabe“, stellte Hans Urban (CSU) fest. Matthias Ettinger riet, die Jugend zu beteiligen, um sie an den Ort zu binden, dass sie sich identifizieren und später bleiben wollen und auch Verantwortung übernehmen.

Eva Rehbein (SPD) räumte ein, dass es im Jugendzentrum (JUZ) immer wieder Flauten gegeben habe. Für Haag rentiere sich nur eine Stelle mit 30 Stunden: „Sonst hat das keinen Sinn.“ Zur Diskussion stellte Siegfried Maier (SPD) den positiven Effekt und gab einen Impuls für die Diskussion. Er schlug überspitzt vor, das Geld für die Haager Vereine auszugeben: „Die leisten Wertvolles.“

Frage des Geldes?

Die Bestellung eines Jugendpflegers dürfe nicht zur Frage des Geldes werden, warnte Dritter Bürgermeister Dr. Florian Haas (PWG): „Das können wir uns leisten.“ Dem gegenüber solle allerdings mit der Arbeit des Jugendpflegers keine Parallelgesellschaft zu den Vereinen entstehen. Diese gelten in Haag als „Kitt der Gesellschaft“.

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Die Präsenz eines festen Ansprechpartners für die Teenager hielten Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) und Zweiter Bürgermeister Stefan Högenauer vor allem für die Abendstunden und das Wochenende wichtig. Die Tätigkeit des Jugendpflegers fokussiert sich auf Werktage und dann natürlich die Nachmittage, sagte Matthias Ettinger. In Ausnahmefällen auch am Wochenende, wie zum Beispiel zu Volksfestzeiten, falls da Bedarf da wäre.

Christa Moser (Grüne) fand, „die Mädchen sind die Verlierer“. Sie kämen in der Gesellschaft ohnehin zu kurz und seien in Vereinen nicht so häufig dabei. Halblaut protestierte im Hintergrund dagegen Kommandant Thomas Göschl mit dem Hinweis auf die aktiven Mädchen bei der Haager Feuerwehr.

20 Stunden

Einig war man sich im Gremium, dass es einen Jugendpfleger braucht. Abgestimmt wurde über die Stundenkontingente. Eine Mehrheit gab es nicht bei 30 oder 25 Stunden. Für 20 Stunden entschieden sich 12:8 Räte.

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