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Jonglage mit brennenden Keulen und andere Tricks

Er spielt mit dem Feuer: Haager Künstler Markus Königseder über seine Berufung

Markus Königseder mit seinen Kindern Magdalena und Marino bei einem Auftritt in Prien 2019.
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Markus Königseder mit seinen Kindern Magdalena und Marino bei einem Auftritt in Prien 2019.
  • VonAnja Leitner
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Jonglieren, über Glasscherben laufen und sich aufs Nagelbrett legen: Markus Königseder aus Haag hat vielfältige Talente. Trotzdem will sich der zweifache Familienvater nicht in eine Schublade stecken lassen.

Haag – Wie bezeichnet man jemanden, der Zirkuskünste ausübt? Clown? Zauberer? Feuerschlucker? Akrobat? Markus Königseder aus Haag ist ein bisschen was von allem. Er lässt sich aber ungern in „eine Schublade packen“, wie er erzählt. „Ich bezeichne mich selbst als aktiver Künstler“, sagt er.

Seit über 20 Jahren macht der 37-jährige Familienvater schon Kunststücke. Angefangen hat damals alles in der Schule. Dort gab es als Wahlfach „Zirkuskünste“. „Das hat mich sehr interessiert und so fing alles an“, resümiert er.

Seine ersten Auftritte waren bei Freunden und Bekannten – und es wurden immer mehr. Die erste große Vorstellung weiß Königseder auch noch gut: „Ich war unglaublich aufgeregt, da ging mir die Pumpe.“ Lampenfieber habe er auch heute noch, „aber das gehört einfach dazu“, meint der 37-Jährige.

Auftritte nur ein Teil seiner Arbeit

Jonglieren, über Glasscherben laufen, sich aufs Nagelbrett legen: All das hat er sich „mehr oder weniger“ selbst beigebracht. Bis heute ist seine größte Leidenschaft aber das Feuerschlucken. „Das Spiel mit dem Feuer macht mir am meisten Spaß“, sagt er. An seinen ersten Versuch erinnert er sich gut. „Man fängt mit einem Streichholz an zu üben. Es geht eigentlich darum, die Flammen im Mund zu ersticken. Die Technik macht’s – und es hat geklappt“, sagt er lachend.

Feuershows und Auftritte sind aber nur ein Teil von Königseders Programm. Oft ist er für den Kreisjugendring Mühldorf unterwegs, in Kindergärten und Tageseinrichtungen. Dort übt der Heilerziehungspfleger die Kunststücke mit Kindern ein. „Ich mache mit ihnen einen Spaziergang durch den Zirkus – und den kann man anfassen“, erklärt der Familienvater, „Die Kids sind begeistert.“

Die jungen Teilnehmer dürfen jonglieren, Teller ausbalancieren, menschliche Pyramiden bauen – und auch über Glas laufen, sich aufs Nagelbrett legen und Feuer speien. Doch was sagen die Eltern dazu? „Bisher haben mir immer alle vollstes Vertrauen entgegengebracht und es gab auch noch nie Verletzte“, so Königseder. „Wie gesagt, die Technik macht‘s. Und die Kinder haben so viel Spaß dabei. Für mich ist es am schönsten, wenn sie sich trauen – besonders die, die anfangs gar nicht wollten“, freut er sich.

Für die Teilnehmer benutzt Königseder zum Feuerspeien ein spezielles Pulver auf Pflanzenbasis. Die Kinder pusten durch eine präparierte Zigarrenbox und das Feuer kommt auf der anderen Seite raus, erklärt Königseder. „Es geht aber dabei eigentlich nicht um die Flammen, sondern um das ‚Sich trauen‘ – eine großartige Erfahrung für die Kinder“, weiß der Heilerziehungspfleger.

Der erste Auftritt mit 15 Jahren: Markus Königseder jongliert mit Feuerkeulen.

Er selbst verwendet auf der Bühne ein spezielles „Artistenöl“, das nicht ungefährlich sei. „Wenn sich der Künstler verschluckt, kann es schon passieren, dass er zusammenklappt, denn das Öl greift die Lunge an – und sie kollabiert.“ Glücklicherweise sei ihm noch nie „etwas Größeres“ passiert.

Sein Programm ist für Fünf- bis 12-Jährige gedacht. Für die Größeren entwickelt Königseder momentan andere sportliche Aktivitäten im Stuntbereich. „Wir machen Schwertkampf und üben das Hinfallen “, berichtet er. „Das sind aber die ersten Versuche. Ich muss schauen, wie es bei den Jugendlichen ankommt“, so der Heilerziehungspfleger.

Körperliche Fitness ist ein weiterer wichtiger Part des Künstlers, wie auch auf dem oberen Bild zu sehen ist. Ins Fitnessstudio geht der 37-Jährige dafür aber nicht. „Ich habe zwei Kinder“, sagt er lachend, „die halten mich fit. Und ich fahre viel mit dem Rad.“

Was denken denn seine eigenen Kinder über sein Künstlerdasein? „Früher war es noch interessanter“, meint er schmunzelnd, „da war alles neu und aufregend. Jetzt finden sie es schon fast ein bisserl langweilig.“

Ganz privat: Der 37-Jährige Heilerziehungspfleger bei sich zuhause in Haag.

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