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Zu Ehren des berühmten bayerischen Komikers

Ausstellung und Festival: Haag ist eng verbunden mit Karl Valentin

Der Haager Künstler Peter Syr hat für Zittau eine Karl-Valentin-Ausstellung erstellt.
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Der Haager Künstler Peter Syr hat für Zittau eine Karl-Valentin-Ausstellung erstellt.
  • VonLudwig Meindl
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Die Marktgemeinde Haag hat eine enge Beziehung zum berühmten bayerischen Komiker Karl Valentin. Das liegt nicht nur am Theaterfestival, das hier ab dem 20. August im Schlosshof stattfindet, sondern auch an zwei Haager Bürgern mit Valentin-Leidenschaft.

Haag – Der Haager Künstler Peter Syr gilt als Karl-Valentin-Experte. Syr hatte sich bereits in den 70er Jahren mit Karl Valentin befasst und als Assistent im Münchener Filmmuseum eine Filmesammlung zu dessen Werken zusammengestellt: „Wir fanden sogar im Filmarchiv der Sowjetunion Filme“, erinnert er sich. In Einzelbildern fing er die Entwicklung des komischen Elements des Ausnahmekünstlers ein, der heute noch begeistern kann. Dann verfasste er mit Michael Schulte das Buch „Karl Valentins Filme“, das zwar heute vergriffen ist, aber nach wie vor als Standardwerk gilt.

Ehrung für den Erfinder des komischen Films

Syr fand bei seinen Recherchen heraus: „Karl Valentin ist ja nicht nur ein großartiger, gescheiter Komiker und Philosoph, er ist auch ein großer Filmpionier und der Erfinder des komischen Films überhaupt.“ Bereits 1911 habe er mit „Karl Valentis Hochzeit“ – zwei Jahre vor Charly Chaplin, der ihn übrigens bewundert habe – den „Spaß und das Schräge“ in den Film gebracht. „Mysterien eines Frisiersalons“ habe er mit Bert Brecht geschrieben und gedreht. Der erschütternd-komische Film „Die Erbschaft“ wurde von den Nationalsozialisten wegen „Elendstendenzen“ verboten.

Wunsch von Syr: Aussstellung auch in Haag zeigen

Die Stadt Zittau hat beim Haager Syr um die von ihm entwickelte Ausstellung nachgefragt. Sie ist noch bis September in der sächsischen Kreisstadt zu sehen. Der Oberbürgermeister bereitete bei der Eröffnung „unserem großen bayerischen Künstler Karl Valentin einen großen Bahnhof“. Gäste seien bis aus Tschechien und Berlin angereist, berichtet Ausstellungsmacher Syr.

Die Verbindung Karl Valentins mit Zittau erklärt er damit, dass Valentins Mutter, eine gebürtige Johanna Schatte, aus dieser Stadt stammte: „Karl Valentin wurde zwar in München geboren, er hatte aber immer eine Bindung zu der Heimat seiner Mutter und deren Verwandtschaft. Er trat nicht nur dort auf. Von 1906 bis 1907 lebte er in Zittau und baute dort sein Orchestrion, einen Musikapparat mit 27 Instrumenten, tourte damit, leider erfolglos, durch Mitteldeutschland.“

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Zittau habe nun Karl Valentin für sich entdeckt und einen Valentin-Pfad eingerichtet. Man werde ein kleines Museum in einem Waggon der dortigen Schmalspurbahn aufbauen. „Valentin schrieb sogar ein Lied über diese Bahn“, so Syr.

Für die Zukunft deutet der Ausstellungsprofi an: „Sollte sich ein Finanzier finden, würde ich die Valentin-Ausstellung gern auch in Haag zeigen, denn der Valentin hätte an Haag und seinen Menschen seine Freude gehabt und viel Motive gefunden – unter uns gesagt.“

Haager Schauspieler verkörpert sein großes Vorbild

Ab dem 20. August ist er übrigens zu Gast in Haag, der Karl Valentin alias Schauspieler Johann Anzenberger. Der Haager Schauspieler verkörpert den Komiker, eine Rolle im Valentin-Karlstadt-Theater München, das im Haager Schlosshof gastiert. Aufführungstermine zur „Orchesterprobe“ sind am Freitag, 20. August, Samstag, 21. August, und zu „Der Theaterbesuch und weitere Katastrophen“ am Samstag, 28., und Sonntag, 29. August. Zu den „Katastrophen“ zählen „Der verhexte Scheinwerfer“, der „Firmling“ und ein Ehestreit.

Johann Anzenberger spielt Karl Valentin.

Sogar die Enkelin des Stars war begeistert

Der Schauspieler und Valentin-Kenner Johann Anzenberger sieht Karl Valentin als großes Vorbild: „Alles was Heinz Erhardt, Loriot, Otto oder modernere Kabarettisten gemacht haben, hat er vorher schon gemacht. Es ist wirklich faszinierend, wie er mit Sprache spielen konnte, auch seinen Körper einsetzte und improvisierte und mit wenigen Mitteln alles erschaffen konnte.“

Es sei für ihn eine große Ehre gewesen, so Hansi Anzenberger, als ihn Bele Turba vom „Valentin-Karlstadt-Theater“ aus München gefragt habe, ob er die Rolle des Karl Valentin übernehmen wolle, da der vorherige Schauspieler nach 25 Jahren aufhören wollte.

Zum Auftritt in seiner Heimatgemeinde Haag betont er noch: „Wir bringen die Stücke übrigens sehr originalgetreu auf die Bühne, sogar Valentins Enkelin war begeistert.“

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