ERINNERUNG AN WOHLTÄTIGE GRÄFIN

Haag hat jetzt einen Kunigundenweg: Andenken an Stifterin des „Bürgerheims“

Den Namen „Kunigundenweg“ bekam die Verbindung vom alten Seniorenheim an der Wasserburger Straße zum heutigen Haus an der Weinsteigerstraße.
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Den Namen „Kunigundenweg“ bekam die Verbindung vom alten Seniorenheim an der Wasserburger Straße zum heutigen Haus an der Weinsteigerstraße.
  • vonLudwig Meindl
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Haag hat einen neuen Weg. Die Verbindung vom alten Seniorenheim an der Wasserburger Straße zum heutigen Haus an der Weinsteigerstraße bekam einen Namen. Er erinnert an die Haager Gräfin Kunigunde, die Stifterin des „Bürgerheims“.

Haag – Die kleine Verbindungsstraße mit Gehweg und Handlauf ist derzeit als Feuerwehrzufahrt eingetragen und dient im Brand- sowie Katastrophenfall als zweiter Rettungsweg für die Evakuierung der Bewohner des Altersheim St. Kunigund. Mobile Senioren des Hauses nutzen den Weg als schnellere Verbindung zum Haager Zentrum über die Wasserburger Straße. Seniorensprecherin Anneliese Kumpf hatte vergangenes Jahr eine Ampelanlage zur leichteren Überquerung der Wasserburger Straße beantragt und erreicht.

Die Bemühungen der Gräfin Kunigunde für Haag ruft die Benennung des Weges ins Bewusstsein.

Der Weg war bisher namenlos, hatte keine Flurnummer und befand sich nicht im örtlichen Straßenbestandsverzeichnis. „Damit hat er nicht die Eigenschaft als öffentlicher Weg“, erklärte Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) bei der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses im Bürgersaal. Aus diesem Grund habe der Weg auch keinen Namen gebraucht.

Einstimmiger Beschluss für Benennung der Gasse

Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) hatte beantragt, die „Gasse vom Vereinsheim, dem alten St. Kunigund, zum Alten- und Pflegeheim St. Kunigund“ zu benennen. Sein Vorschlag lautete „Kunigundensteig“. Die Bezeichnung beinhaltet die Hügelsituation und den Namen der Stifterin. Laut Grabmeyer könne Haag damit der Wohltäterin und Gräfin eine Ehre erweisen.

Gegen die Idee gab es keinen Einwand – der Beschluss fiel einstimmig. Für die Heimleiterin Manuela Hausner berichtete Bürgermeisterin Schätz, dass man sich mit der Bezeichnung „Steig“ weniger anfreunden könne und lieber die Bezeichnung „Weg“ habe.

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Siegfried Maier (SPD) schlug vor, in die Benennung den anschließenden Parkplatz einzubeziehen und Platz sowie Weg als Kunigundenplatz zu benennen. „Wenn ich im Lotto gewinne, spendiere ich eine Statue von Gräfin Kunigund dafür“, stellte Maier in Aussicht. Mit fünf gegen vier Stimmen lehnte der Rat den „Steig“ ab. Die Bezeichnung „Weg“ befürwortete das Gremium mit acht gegen eine Stimme. Für „Platz“ sprach sich keiner aus.

Großmütige Gräfin Kunigude

Gräfin Kunigund war eine Haager Wohltäterin. Ihre Stiftung kommt mit dem Stiftungswald zwischen Haag und Rosenberg sowie dem Seniorenheim den Bürgern zugute. Sie ordnete 1538 an, „ … dass zum Hag im Markt ein Spital, darin zwölf Personen, die solchen Almosens bedürftig und aus der Grafschaft geboren, an die noch ungebaute Kirche aufgemauert werde“.

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