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„Südlich der Lerchenberger Straße II“

„Ein Schritt in die richtige Richtung“: Haag diskutiert über umstrittenes Baugebiet

Das Baugebiet „Südlich der Lerchenbergerstraße II“ in Haag (hier vorne im Bild) ist vorerst zum Erliegen gekommen.
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Seit über zwei Jahren beschäftigen sich die unterschiedlichen Gremien der Haager Marktgemeinde mit dem Bauvorhaben „Südlich der Lerchenberger Straße II (hier vorne im Bild).
  • Anja Leitner
    VonAnja Leitner
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Seit über zwei Jahren wird in Haag wegen des Baugebiets „Südlich der Lerchenberger Straße II“ diskutiert. Jetzt ist der neue Entwurf da. So hat das Gremium darüber entschieden.

Haag - Das lang umstrittene Baugebiet „Südlich der Lerchenberger Straße II“ in Haag nimmt Fahrt auf. Seit über zwei Jahren beschäftigen sich die unterschiedlichen Gremien der Marktgemeinde mit dem Vorhaben (wir berichteten). Immer wieder kam es dabei zu Streitigkeiten, unter anderem über die Erschließung, die Breite der geplanten Straßen, den Lärmschutz und die Entwässerung.

Robert Behringer, vom Ingenieurbüro Behringer, legte in der jüngsten Sitzung des Haager Bau- und Umweltausschusses den überarbeiteten städtebaulichen Entwurf vor. Geplant sind: 30 Wohneinheiten in Einfamilien- und Doppelhäusern sowie ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohnungen und zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils acht Apartments. Insgesamt entstehen also 60 Wohneinheiten.

Weiter stellte der Ingenieur dem Gremium zwei Auswahlmöglichkeiten vor: In der Variante 2 ist ein Dreispänner eingeplant, in der Variante 1 ein zusätzliches Mehrfamilienhaus, anstatt einem Dreispänner. Auch die angedachte Tagespflege für seniorengerechtes Wohnen sei im Entwurf nicht mehr vorhanden, da der Investor keinen Betreiber gefunden habe, erklärte Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) in der Sitzung. Die Erschließung der Häuser erfolgt durch eine L-förmige Trasse mit Wohnwegen, anstatt durch eine Ringstraße. So enthalte der Entwurf „viel mehr Grün und eine lockere Bebauung“, so Schätz.

In der Mitte des Baugebiets ist neben einem Spielplatz eine Retentionsfläche eingeplant, ein tiefer liegendes Areal, das als Überflutungsebene genutzt wird. „Das Oberflächenwasser wird bei Starkregen in der Retentionsfläche zurückgehalten, wie in einer Wanne und versickert dort“, erläuterte Behringer. Auch ein fünf Meter breiter Streifen auf der östlichen Seite des Baugebiets sei bei der Planung für die Entwässerung eingeplant worden. Dieser Bereich dürfe nicht bebaut werden, so der Ingenieur.

Die Grafik zeigt den städtebaulichen Entwurf für das Baugebiet „Südlich der Lerchenberger Straße II“ in Haag. In der Mitte ist ein Spielplatz und eine Retensionsfläche angedacht.

Bernhard Grabmeyer (FWG) fragte nach, ob die Überflutungsebene auch als weitere Spielfläche zur Verfügung stehe, was Behringer verneinte. Da die Fläche hier abgesenkt sei, sei es nicht angedacht, dass Kinder hier spielen würden. Möglicherweise müsste das Areal auch umzäunt werden, meinte der Ingenieur.

Grundsätzlich fand der Entwurf Anklang beim Gremium. Klaus Breitreiner meinte, dass er „damit leben“ könne. Dem stimmte auch Stefan Högenauer (CSU) zu. Er begrüßte es, dass das Ingenieurbüro die Anregungen des Gremiums in der Planung „weitestgehend ausgeführt“ habe und auch Maßnahmen für die Entwässerung von Oberflächenwasser und Starkregenereignisse mit einbezogen habe.

„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte er. Er verdeutlichte aber, dass er eine Versickerung des Wassers vor Ort favorisiere, anstatt das Wasser in Richtung Altdorf abzuleiten. Sein Antrag wurde in dem Beschluss aufgenommen. Schätz entgegnete, dass das Ingenieurbüro weitere Varianten vorlegen werde, wie die Entwässerung aussehen könne.

Herbert Zeilinger (WFH) sprach sich ebenfalls für den neuen Entwurf und „die lockere Bebauung“ aus. Er fragte nach, ob es Sinn machen würde, bei jeder Parzelle eine Zisterne mit einzuplanen. „Ich kann mir vorstellen, dass das Wasser damit - zusammen mit der Retentionsfläche - kein Problem mehr darstellt“, so Zeilinger. Behringer meinte, dass Zisternen hierzu nichts beitragen würden, denn „wenn sie voll sind, sind sie voll“. Doch zusätzliche private Rückhaltungen für Oberflächenwasser seien in vielen Bebauungsplänen vorgesehen, so der Ingenieur.

Christine Sax (Grüne) fände es „sehr schade“, dass die beiden vorgestellten Varianten sich nur durch ein Mehrfamilienhaus, beziehungsweise einem Dreispänner unterscheiden würden. Sie hätte sich deutlich unterschiedliche Planungen gewünscht, um darüber zu beraten. Andreas Sax (CSU) wies darauf hin, dass bei der Zufahrt zum neuen Baugebiet eine acht Meter breite Straße erwünscht sei, woraufhin Schätz meinte, dass dies bislang „nur der städtebauliche Entwurf“ sei, der keine konkreten Straßenplanungen beinhalte.

Der Bau- und Umweltausschuss stimmte mehrheitlich mit 6:4 Stimmen gegen die Variante 1. Das Gremium favorisierte grundsätzlich eine Versickerung im Baugebiet. Der Ausschuss nahm zur Kenntnis, dass eine Versickerung vor Ort möglich ist. Die endgültige Entscheidung wird im Laufe der Planung getroffen. Der Ausschuss nahm den städtebaulichen Entschluss zur Kenntnis und billigte die Variante 2 (Dreispänner) mit 8:2 Stimmen.

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