Haag bekommt eine neue Wärmeversorgung

Auch das Haager Rathaus soll an die zentrale Wärmeversorgung angeschlossen werden. Der Bedarf liegt jährlich bei rund 142000 Kilowattstunden.
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Auch das Haager Rathaus soll an die zentrale Wärmeversorgung angeschlossen werden. Der Bedarf liegt jährlich bei rund 142000 Kilowattstunden.

Der Haager Marktgemeinderat setzt auf eine neue zentrale, regenerative Wärmeversorgung der öffentlichen Gebäude. Davon können auch die Bürger profitieren.

Von Ludwig Meindl

Haag – Ein Nahwärmenetz sei für Bürgersaal, Bauhof, Feuerwehr, Grund- und Mittelschule, Realschule, Zehentstadel und Rathaus möglich, erklärte Tizian Freytag vom Ingenieurbüro GP Joule in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die anzuschließenden Gebäude liegen laut seiner Analyse in einem Umfang von 800 Metern Luftlinie und würden ihre Wärmeversorgung derzeit meist aus älteren Gasheizungen beziehen, die zur Erneuerung anstünden.

3790 Megawattstunden für fünf Gebäude

Der Bedarf gliedere sich folgendermaßen auf: für Bürgersaal, Feuerwehr und Bauhof 357 300 Kilowattstunden, für die Grundschule 1350 000, die Realschule 1 566 600 für den Zehentstadel 375 000 und für das Rathaus 142 000 Kilowattstunden. Die jährliche Abnahme der fünf Gebäude summiere sich auf 3790 Megawattstunden.

Als wirtschaftlich errechnete das Büro die Trassierung „in Stadtteilen und Straßen“. Die Wärmedichte für Haag beträgt demnach 20 Megawatt pro Gebäude im Jahr. Sinnvoll sei der Anschluss von Haupt- und Wasserburger Straße, da sie zur Renovierung anstünden „und in einem Zug die Rohrleitungen verlegt werden können“. Für die CO2-neutrale Versorgung biete sich eine Hackschnitzelanlage an. Die Heizzentrale sei auf dem Parkplatz der Realschule vorstellbar.

Betreibergesellschaft wird gegründet

Zur Umsetzung wird die Gründung einer Betreibergesellschaft empfohlen, hinter der die Gemeinde als mehrheitlicher Anteilseigner stehe. Das Ingenieurbüro beteilige sich mit einem Minderheitsanteil und biete alle notwendigen Leistungen. Die Trassenlänge für die öffentlichen Gebäude ohne Privatanschlüsse betrage 1780 Meter. Bei einem angenommenen Netzverlust von 15 Watt pro Meter ergäben sich jährlich Wärmeverluste von 233 Megawattstunden, so die Ersteller der Untersuchung. Die benötigte Erzeugungsmenge belaufet sich demnach auf 4024 Megawattstunden. Mit Privatanschlüssen erhöht sich die Trassenlänge auf knappe vier Kilometer. Dafür errechne sich eine Rohrleitungslänge von fast sechs Kilometer ohne die Hausanschlüsse.

Hackschnitzelanlage ist geplant

Weitere Zahlen der Studie bezogen sich auf den Wärmebedarf und die Anschlussquote der Bürgerhäuser. Weiter heißt es: „Die Grundlast soll regenerativ gedeckt werden. Dafür dienen zwei Hackschnitzelanlagen mit jeweils 500 kW Nennleistung. Die Spitzenlast wird durch den Gasbrennwertkessel in der Grund- und Mittelschule gedeckt mit einer Nenn-Wärmeleistung von 1000 kW. Mit dieser Auslegung erzeugen die beiden Hackschnitzelanlagen eine Energiemenge von 3854 MWh und der Gasbrennwertkessel 123 MWh. Der regenerative Deckungsanteil beträgt also 96,9 Prozent und der fossile 3,1 Prozent. Damit ist eine vorwiegend erneuerbare Versorgung gewährleistet.“

In der Diskussion regten die Gemeinderatsmitglieder an, Krankenhaus, Seniorenheim St. Kunigund, Moy-Gelände, Lerchenberg und Molkerei anzubinden. Dritter Bürgermeister Dr. Florian Haas (PWG) erkundigte sich nach der Laufleistung und eventuellen Abnehmerpreisen, die noch nicht errechnet werden konnten.

Den Bürgern müsse klargemacht werden, dass sie sich an ein günstiges Konzept anschließen könnten, da viele alte Heizungen hätten, so Herbert Zeilinger (WfH). Die Gemeinde solle darauf achten, dass die Straßen nur einmal aufgerissen werden müssten.

Zweiter Bürgermeister Stefan Högenauer schlug konkretes Vorgehen mit Zielangabe vor.

Der Landkreis soll sich beteiligen

Energiereferent Hans Urban (CSU) appellierte an die Räte, nicht lange zu überlegen und zuzustimmen. „Allgemeines Interesse besteht“, stellte Klaus Breitreiner (CSU) fest.

Preisvergleiche wollte Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler). Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) berichtete von bevorstehenden Gesprächen mit dem Landkreis, da die Realschule ein wichtiger Partner für das neue Wärmekonzept sei.

Das Gremium entschied sich einstimmig für die vorgestellte Wärmeversorgung unter der Voraussetzung, dass sich der Landkreis beteiligt.

Ein Zeitplan wird angestrebt und die Studie veröffentlicht.

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