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Folgen des Ukraine-Kriegs beschäftigen Genossenschaft

Gute Erlöse bei den Wasserburger Viehzüchtern – warum sie trotzdem in großer Sorge sind

Familie Kainz aus Albaching mit einem verkauften Jungrind, das im August 2021 für 9000 Euro seinen Besitzer wechselte.
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Familie Kainz aus Albaching mit einem verkauften Jungrind, das im August 2021 für 9000 Euro seinen Besitzer wechselte.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Die Vermarktung läuft gut, die Züchter profitieren von steigenden Preisen. Doch das Kraftfutter wird knapp – eine Folge des Ukraine-Kriegs. Das sind nicht die einzigen Herausforderungen, die die Viehzuchtgenossenschaft Wasserburg zu stemmen hat.

Wasserburg – Die Viehzuchtgenossenschaft Wasserburg freut sich über gute Erlöse. Beim Züchterabend in Kerschdorf (Eiselfing) unter Leitung des Vorsitzenden Gerhard Feckl zog Geschäftsführer Christian Presslaber zu zwei Geschäftsjahren eine positive Bilanz. Dennoch bereiten die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs Sorgen. Beispielsweise werde das Kraftfutter knapp, so Presslaber.

Vermarktungszahlen gehen erheblich nach oben

„Die Viehzuchtgenossenschaft Wasserburg kann auf ein sehr erfolgreiches Vermarktungsjahr zurückschauen“, bestätigt er auch im Gespräch mit unserer Zeitung. Dazu nennt er Zahlen mit Aussagekraft: „Mit 2469 vermarkteten Kälbern zur Weiternutzung konnten 126 Tiere mehr vermarktet werden als im Vorjahr, mit 337 verkauften Tieren im Segment Großvieh 52 mehr als im Vergleichszeitraum. Der Zuchtverband für oberbayerisches Alpenfleckvieh in Miesbach konnte mit 32134 Kälber (plus 1780 Stück) ein erhebliches Wachstum erzielen. Beim Großvieh wurden mit 2938 Tieren acht weniger vermarktet.“

Christian Presslaber

Trotz dieser Zuwächse gebe es aber auch im Verband Grund zur Besorgnis: „Kraftfutter und Düngemittel werden aus der Ukraine importiert. Durch den Krieg kommt es zu massiven Preissteigerungen in dieser Sparte“, stellt Presslaber fest.

Auf Import angewiesen

„Wir erleben seit längeren einen enormen Anstieg der Schlachtrinderpreise in ganz Deutschland. Mit knapp 92 Prozent Eigenversorgung bei Rindfleisch in Deutschland ist man auf den Import angewiesen“, ergänzt er. Aber auch das knappe Rindfleischangebot aus Südamerika und Australien beeinflusse im Moment die Preise, so der Geschäftsführer weiter. „Diese steigen laufend an und wirken sich zeitlich verschoben mittlerweile sehr positiv auf unsere Kälbermärkte aus“, betont er.

Seine Prognose: „Ich gehe beim Rindfleisch von länger anhaltenden deutlich höheren Preisen als im vergangenen Jahr aus. Viele Betriebe haben sich auf die Milchviehhaltung spezialisiert und ziehen nur noch das Jungvieh auf, welches sie für diesen Betriebszweig benötigen. Darüber hinaus sind Tiere auf Grund der schon seit Längerem politisch geforderten Extensivierung in allen Kategorien knapp geworden. Insgesamt führen diese Entwicklungen zu einem sehr hohen Preisniveau bei Zucht- und Schlachtvieh.“

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Das sei auch notwendig, denn es gebe viele neue Herausforderungen aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Zuchtleiter Dr. Rudolf Maierhofer stellte beim Züchterabend in Kerschdorf hierzu das Projekt „Gesundheit und Robustheit“ vor. Jeder Betrieb will gesunde Tiere im Stall, hieß es. Zur Verbesserung der Genetik in diesem Bereich sei die Lieferung von Gesundheitsdaten und deren Auswertung im Rahmen der Zuchtwertschätzung wichtig. Presslaber betonte außerdem im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen: „Zudem spielt die Zucht auf genetische Hornlosigkeit immer mehr eine Rolle. Dadurch wird zum einen dem Tierwohlgedanken, zum anderen aber auch der zunehmenden Arbeitsbelastung der Mitarbeiter auf unseren Mitgliedsbetrieben Rechnung getragen.“

Tierwohllabel muss auch wirtschaftlich darstellbar sein

Des Weiteren treibe die Mitgliedsbetriebe die pauschale Forderung nach einem Verbot der Anbindehaltung um. Hinzu komme die vom Lebensmitteleinzelhandel stark propagierten Tierwohllabel „Grundsätzlich hat natürlich das Wohlbefinden der Tiere für unsere Landwirte oberste Priorität. Jedoch muss die Umsetzung der Normen auch wirtschaftlich darstellbar sein“, macht Presslaber deutlich.

Dies sei nur in Verbindung mit langfristig gesicherten Mehrerlösen möglich. „Ställe werden im Regelfall nach etwa 25 Jahren abgeschrieben, sodass über diesen langen Zeithorizont ein Ausgleich der Investitionskosten nötig ist. Man darf sich hier von den aktuell sehr hohen Erzeugerpreisen nicht täuschen lassen: Diese sind dringend notwendig, um variable Kosten wie die steigenden Futter-, Dünger-, Öl- und Kraftstoffpreise zu kompensieren.“

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