Gute Disziplin beim Abstand halten: Deshalb gibt es weitere Lockerungen im Haager Freibad

Erläutern die neuen Lockerungen im Haager Freibad: Bürgermeisterin Sissi Schätz (rechts) und Pächterin Carmen Drasdo bei den Absperrungen im Kioskbereich.
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Erläutern die neuen Lockerungen im Haager Freibad: Bürgermeisterin Sissi Schätz (rechts) und Pächterin Carmen Drasdo bei den Absperrungen im Kioskbereich.

Die gute Nachricht zuerst: Die Gäste im Haager Freibad halten sich diszipliniert an die Corona-Regeln. Deshalb dürfen jetzt sogar 150 gleichzeitig rein. Doch es gibt auch eine schlechte Nachricht.

Von Ludwig Meindll

Haag – „Da sich die Badegäste so diszipliniert an die Hygiene- und Abstandsregeln halten, können nun 150 Besucher unser schönes Naturfreibad nutzen. Seitens des Schwimmmeisters und des Aufsichtspersonals sind keinerlei Probleme zu vermelden“, teilte Bürgermeisterin Sissi Schätz bei einer aktuellen Besprechung vor Ort mit. Daher traue sich die Gemeinde Haag eine Öffnung für noch mehr Besucher zu. Bisher durften nur 100 gleichzeitig rein, jetzt folgt also die Aufstockung um weitere 50 Besucher.

Zwölfjährige dürfen wieder allein zum Baden

Auch für Kinder gibt es positive Neuigkeiten: Nach den neuen Handlungsempfehlungen der Bayerischen Staatsregierung dürfen nunmehr Mädchen und Buben ab zwölf Jahren alleine ins Freibad, nicht wie bisher nur über 14-Jährige. „Das ist doch das Schöne am Sommer: Als Kind mit den Freunden ins Freibad gehen, ohne dass immer die Eltern dabei sind“, so die Bürgermeisterin. Unter Zwölfjährige benötigen eine Begleitung.

Nur wieder Eintritt zu zahlen

Da der Aufwand an Hygiene- und Schutzmaßnahmen für den Markt Haag „enorm“ sei, werde nach der Anlaufphase der ersten drei Wochen mit freiem Eintritt nun wieder Eintritt fällig, so Schätz weiter. Die Saisonkarten entfallen dieses Jahr aufgrund der eingeschränkten Besucherzahl. „Wir bitten unsere treuen Stammgäste um Verständnis hierfür“, so die Bürgermeisterin.

„Die Nerven liegen blank“, klagt Carmen Drasdo, Pächterin . Die Maskenpflicht sei von allen Krisenreglements die schlimmste. Nicht alle verstünden, wann und wo die Maske zu tragen seien. „Die Achtjährigen kapieren das nicht, das ist zum Verrücktwerden.“ So dürfen die Gäste den Badebereich nur mit Schutzmasken betreten. Über diese Maßnahme habe sie schon endlose Debatten mit verständnislosen Besuchern geführt.

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Keine Probleme werfen die Absperrungen auf. „Die Kinder halten sich alle an die ausgewiesenen Wege“, so Freibadstubenchefin Drasdo. Das Anstellen vor dem Kiosk funktioniere reibungslos mit wenigen Ausnahmen von Gäste, die glauben würden, das Recht zu haben, sich vorzudrängeln. Generell blickt die Pächterin mit Mut in die Zukunft: „Jetzt hoffen wir wieder auf die Stammtischler und Kartenspieler.“ Häufige Nachfrage stellten die Haager nach den beliebten Grillabenden, die nach wie vor ausgesetzt bleiben.

Nur wenige Nörgler und „Gscheithaferl“

Schwimmmeister Jörg Berchtenbreiter meldet „wie alle Jahre zuvor ausgezeichnete Binnenwasserqualität“. Probleme könne die Einlassbegrenzung aufwerfen. Deshalb empfiehlt er vor dem Besuch einen Anruf unter 08072/8242. Das Kinderplanschbecken, die Innenduschen und Sammelumkleiden bleiben nach seinen Angaben nach wie vor geschlossen. Die ungewohnte Situation werde „mit Ausnahme weniger Nörgler und Gscheithaferl“ akzeptiert.

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Den Abstandsregeln kommt nach Erfahrungen von Bürgermeisterin Schätz die Form des Naturfreibads entgegen. Schwieriger falle die Einhaltung bei rechteckigen Formen mit Schwimmbahnen.

Die Gäste in Haag sollen sich wohlfühlen, um nach den Einschränkungen durch die Pandemie etwas Erholung zu finden, hofft Schätz. Die Idylle des Haager Naturfreibads, an der sich abends mit den Biergartengästen auch einige Enten erfreuen, hat die Krisenphase jedenfalls nicht beeinträchtigt, stellt sie fest.

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