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KSK und AKUV zeichnen Ehrenmitglieder aus

Vereine feiern großes Jubiläum: So lief der Festakt in Haag

Ehrung der Mitglieder des AKUV (v.l.): Die Ehrung mit dem Löwen Konrad Mayr, Fini Bernhard, Tina Schmid, Josef Hederer und Ludwig Meindl.
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Ehrung der Mitglieder des AKUV (v.l.): Die Ehrung mit dem Löwen Konrad Mayr, Fini Bernhard, Tina Schmid, Josef Hederer und Ludwig Meindl.
  • VonLudwig Meindl
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Die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) feiert mit 150 und der Arbeiter-Kranken-Unterstützungs-Verein (AKUV) mit 125 Jahren ihr Bestehen. So war der Festakt zum großen Jubiläum.

Haag in Oberbayern – Zwei stolze Jubiläen begingen die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) mit 150 und der Arbeiter-Kranken-Unterstützungs-Verein (AKUV) mit 125 Jahren im Rahmen des Haager Herbstfestes. Beide sind nach Landrat Max Heimerl aktueller denn je.

Mit 17 Fahnenabordnungen marschierten die Festgäste vom Marktplatz auf die Wiesn, wo sich unter den Klängen der bayerischen Blaskapelle„Blechschaden“ das Zelt schnell füllte. Siegfried Bichlmaier von der KSK übernahm für beide Vereine die Begrüßung. Er erinnerte daran, dass 1990 der Verein fast aufgelöst worden wäre, aber durch den Einsatz von Bürgermeister Hermann Dumbs und Ludwig Meindl gerettet werden konnte. Schon vorher habe die KSK eine starke Verbundenheit mit dem AKUV gepflogen.

Vereinsauflösung stand 1990 bevor

Landrat Max Heimerl gratulierte zu beiden Geburtstagen auf einer „wunderschönen Wiesn“: „Diese gelebte bayerische Tradition müssen wir aufrecht erhalten.“ Beide Vereine hätten schwierige Zeiten überstanden. Heute sei wieder ungewiss, „was uns die Zeit bringt“. Die Schwierigkeiten könnten aber gemeistert werden, wenn die Bürger Solidarität pflegten. Beide Vereine, KSK wie AKUV, würden künftig dringend gebraucht: „Sie sind aktueller denn je.“

Bürgermeisterin Sissi Schätz lobte: „Es ist schön, wenn man sich gegenseitig unterstützt.“

Etwas für andere zu tun, sei heute nicht mehr selbstverständlich. Sie wünsche beiden Vereinen für die kommenden Jahre alles Gute, dass sie weitermachten und die Fahne hoch hielten. Der Kreisvorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaften Franz Meier würdigte die 150 Jahre, die der Haager Verein „auf dem Rücken hat“. Heute sei es nicht einfach, eine KSK zu führen und am Leben zu erhalten. Zur Erinnerung überreichte er einen Zinnteller an Vorsitzenden Siegfried Bichlmaier.

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Einen Blick in die Vereinsgeschichte warf Schriftführer Ludwig Meindl beim Vorstellen der Chronik, die mit großem Engagement der Vorstandschaft unter Josef Hederer und mit fachlichem Geschick im Design von Elizabeth Hederer gestaltet worden sei. Zwei Schwerpunkte zogen sich wie ein roter Faden durch die gesamte AKUV-Historie: Einander helfen und miteinander feiern. So wurde der Arbeiter-Kranken-Unterstützungs-Verein (AKUV) in einem Lobeswort „eine Perle der karitativen und sozialen Vereine“ genannt.

Auch Parallelen deckte der Chronist auf, so die Inflation und das bescheidenere Leben früher. 1919 sei das Vereinsvermögen auf die gewaltige Summe von 100 Milliarden geklettert, was dem Wert von zehn Pfennigen entsprochen habe: „Dafür hat man beim Bäcker keine Semmel mehr gekriegt.“ Weiter nannte Meindl die Mitgliederbewegung von 39 zu Beginn, 1723 im Jahr 1984 und 1200 zum 100-Jährigen: „Der Verein erfreute sich seit Anfang an großer Beliebtheit.“

Stärkung des Gemeinschaftssinns

Vorsitzender Josef Hederer sprach mit Blick in die Zukunft von dem großen Auftrag des AKUV, das fortzuführen, was sich 125 Jahre bewährt habe, vor allem die Hilfseinrichtungen des Sterbe- und Krankengeldes.

Ehurng der Mitglieder der KSK (v.l.): Fähnrich Georg Fellner, Ehrenmitglied Ludwig Meindl und Vorsitzender Siegfried Bichlmaier mit dem Erinnerungsteller.

Die Mitglieder sollten zur Motivation beitragen und mit Optimismus diese Idee weiterführen. Einen Akzent gelte es auch auf ein weiteres Satzungsziel zu legen, die Stärkung des Gemeinschaftsinns. Da der Arbeiter-Kranken-Unterstützungs-Verein (AKUV) nur im begrenzten Umland Mitglieder aufnehme, dürfe er als „vornehmer Club“ gelten, bei dem dabei zu sein, ein Privileg sei.

Erstmals in der Geschichte wurden die neu angeschafften AKUV-Löwen an verdiente Mitglieder überreicht, die nach Josef Hederer „die letzten Jahre stark angeschoben haben“: Fini Bernhard, Tina Schmid, Konrad Mayr und Ludwig Meindl. Die ersten Chroniken erhielten Landrat Max Heimerl, Bürgermeisterin Sissi Schätz, Bürgermeister Sebatian Linner und Bürgermeister Christoph Greißl.

Gottesdienst am Marktplatz

Abordnungen von 25 Vereinen aus Haag und der Umgebung, dazu Bürgermeisterin Sissi Schätz, der Mühldorfer Landrat Max Heimerl, sowie Gemeinderäte und Bürger mit den Blaskapellen aus Kirchdorf und Isen vom Festplatz über die Hauptstraße zum Marktplatz. Mit dabei war die prächtige Erntekrone und ein Motivwagen mit der katholischen Kirche. Besonders erwähnt wurden die beiden Jubiläumsvereine. Der Arbeiter-Kranken-Unterstützungs-Verein (AKUV) begeht sein 125-jähriges Bestehen und die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) ihr 150-Jähriges.

Die beiden Pfarrer Ruth Nun und Pawel Idkowiak bei der Predigt am Marktplatz.

Die beiden Pfarrer Ruth Nun und Pawel Idkowiak hoben den Dank beim Begriff des Erntedanks hervor. Idkowiak sah in seiner Predigt nicht Reichtum an sich als schlecht an, vielmehr was Menschen daraus machen, etwa „schlemmen, faulenzen“, oder „auf Kosten anderer ohne Rücksicht leben“. Jeder würde aber nicht nur an den Taten gemessen, sondern auch an dem, „was er nicht tut“, bekräftigte der Pfarrer. Das verdeutlichte er mit der Gleichniserzählung des Armen Lazarus, in der es um die jeweiligen Blickwinkel des Reichen und des Armen geht. Demnach, so der Pfarrer, solle man auch darauf achten, was man tun könnte, das sei oft einfacher als gedacht. Etwa „Zeit und Aufmerksamkeit schenken, Menschen helfen“ und „versuchen, für andere da zu sein“.

Die prächtige Erntekrone und der Motivwagen mit der katholischen Kirche.

Angesichts der prächtigen Erntekrone auf einem Wagen mit Feldfrüchten widmeten sich die Fürbitten ärmeren Menschen, „damit sie genug zu essen haben“. Und mit Blick auf den Krieg in der Ukraine auf „Weisheit und Kompromissbereitschaft“ bei den verantwortlichen Politikern, um den Konflikt beizulegen.

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