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Nachruf

Große Trauergemeinde nimmt Abschied von Ernst Steinweber (82) aus Maitenbeth

Ernst Steinweber.
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Ernst Steinweber.
  • VonLorenz Richterstetter
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Familie, Kommunalpolitik und die Feuerwehr waren sein Leben: Im Alter von 82 Jahren verstarb Ernst Steinweber aus Maitenbeth.

Maitenbeth – Der Seelengottesdienst fand im engsten Familienkreis statt, bei der anschließenden, bewegenden und emotionalen Beerdigung am Maitenbether Kirchenfriedhof aber nahm eine große Trauergemeinde Abschied von Ernst Steinweber, der im Alter von 82 Jahren verstorben war. Pfarrer Marek Kalinka zelebrierte die Trauerfeier, die Blaskapelle Ramsau begleitete sie musikalisch. Am Grab bedankte sich Bürgermeister Thomas Stark bei dem Verstorbenen für seine langjährige Tätigkeit als Gemeinderat und legte als Anerkennung einen Kranz nieder.

Christoph Deuflhart sprach seinen Dank für die vielen Jahre aus, in denen der Verstorbene als erster Vorsitzender die Geschicke der Feuerwehr gelenkt hatte. Ernst Joseph Steinweber wurde am 30. Juli 1939 in München als ältestes Kind von Josef und Justine Steinweber geboren. Mit noch vier Geschwistern wuchs er auf dem Noimerhof in Essbaum auf. Dieser war in jener Zeit nicht nur Bauernhof, sondern auch Gemeindekanzlei, da sein Vater erster Bürgermeister war.

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Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er den Beruf des Landwirts. Er besuchte die Berufs- und Winterschule in Wasserburg und übernahm 1968 den elterlichen Hof. Zwei Jahre später verstarb sein Vater, im Jahre 1992 seine Mutter.

Beim Tanzen lernte er seine Frau Walli kennen und im Juni 1969 wurden sie vom eigenen Vater zu Hause im Hausgang getraut. Die kirchliche Trauung fand bei strömendem Regen einen Tag später in Maitenbeth statt. Drei Kinder kamen zur Welt: Christine, Ernst Markus und Gerhard.

Acht Enkel folgten, denen Ernst Steinweber ein liebevoller Großvater war. Er genoss die Zeit, die er mit ihnen verbringen durfte. Ernst Steinweber war nicht nur Landwirt mit Herz und Seele, sondern auch ehrenamtlich stets engagiert. Von 1978 bis 1996 war er unter den Bürgermeistern Ober und Stoiber als Gemeinderat tätig, 29 Jahre lang übte er das Amt des ersten Vorsitzenden der Feuerwehr aus und organisierte auch deren großes Gründungsfest im Jahr 1992. Als die heranwachsenden Kinder landwirtschaftliche Arbeiten übernehmen konnten, genoss er es, mit seiner Frau Ausflüge und Reisen zu unternehmen.

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So besuchte er 1991 seinen Großonkel Toni und seine Großtante Lisi in Milwaukee/USA , besichtigte Chicago und die Niagarafälle. Besonders am Herzen lag ihm auch die gemeinsame, jährliche Fahrt nach Südtirol/Trafoi, wo mit der dortigen Feuerwehr ein Gipfelkreuz aufgestellt wurde. 2014 erfüllte er sich einen Lebenstraum und unternahm mit den Hurtigrouten eine Kreuzfahrt nach Norwegen. Seinem Hof stellte er über viele Jahre der Landjugend für deren traditionelle Maiandacht mit anschließender Grillfeier und Discopartys zur Verfügung.

2002 baute er zusammen mit seinem Sohn Ernst ein neues Wohnhaus und zog mit seiner Frau vom Altbau dorthin um. 2004 übergab er das Anwesen an seinen Sohn Ernst, arbeitete aber weiterhin mit aller Kraft auf dem Hof mit. Auch beim Bau des im Jahre 2013 neu erstellten Milchviehstalls unterstützte er.

Schwerer Schicksalsschlag

Der schwärzeste Tag, der sein ganzes Leben völlig verändern sollte, war der 5. März 2016, als sein Sohn Ernst in seinem Beisein bei Baumfällarbeiten tödlich verunglückte. Trotz aller Bemühungen musste daraufhin ein Jahr später die Milchviehhaltung aufgegeben werden. Im Sommer 2020 errichtete Ernst Steinweber an der Unglücksstelle zum Gedenken ein kleines Marterl. 2019 konnte er mit allen Verwandten und Patenkindern seinen 80. Geburtstag und mit seiner Frau Walli die Goldene Hochzeit feiern.

Eines seiner Markenzeichen, auf das er immer wieder angesprochen wurde, waren seine übergroßen, von der vielen Arbeit geprägten Hände. Am 17. November war er heuer mit seiner Frau noch unterwegs bei einem Tagesausflug, zwei Tage später spürte er Lähmungserscheinungen im Arm. Der herbeigerufene Notarzt diagnostizierte einen Schlaganfall. Nach der Einlieferung in die Neurologie des Inn-Salzach-Klinikums Wasserburg verschlechterte sich sein Zustand zusehends. Er schlief am 22. November friedlich ein.

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