Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Nachruf

Große Anteilnahme in Kirchdorf und Reichertsheim: Hans Brandmeier (68) verstorben

Hans Brandmeier
+
Hans Brandmeier
  • VonAnna Wimmer
    schließen

Eine überaus große Trauergemeinde begleitete Johann Brandmeier aus Rainbach auf seinem letzten Erdenweg. Diakon Andreas Klein gestaltete die Trauerfeier im Friedhof, würdigte in der Ansprache den Verstorbenen und sein Leben und nahm Bezug auf die Spuren, die jeder Mensch in sich trägt und die Spuren, die der Verstorbene hinterlassen hat.

Kirchdorf/Reichertsheim – Als zweites von vier Kindern wurde Hans Brandmeier in Hütter in der Gemeinde Reichertsheim geboren und wuchs auf dem Hof seiner Eltern Walburga und Jakob Brandmeier unbeschwert auf. In Ramsau ging er acht Jahre in die Volksschule, damals normalerweise zu Fuß. Schule war nicht so sein Ding, eher die Streiche. Er behauptete immer, er habe die dritte Klasse zweimal gemacht, einmal Vormittag und einmal Nachmittag beim Nachsitzen. Basteln, Tüfteln, Reparieren waren schon zur Schulzeit seine liebste Beschäftigung.

Beim Zenz in Lengmoos lernte er Landmaschinenmechaniker und das Schmiedehandwerk, im zweiten Lehrjahr war er bestbezahlte Lehrling der Innung wegen seinem fachlichen Geschick.

Die Gesellenprüfung hat er als Innungs- und Kammersieger abgeschlossen. Als drittbester in Deutschland durfte er an einer dreiwöchigen Studienreise nach Frankreich in die Bretagne teilnehmen inklusive Gourmetessen mit hochrangigen Politikern und Handwerksoberen. Dies war zur damaligen Zeit für einen jungen Burschen etwas ganz besonders.

Die Meisterschule absolvierte er in Augsburg ebenfalls mit sehr guter Abschluss. Im Internat dieser Schule hat sich mit allen Kollegen eine sehr gute Freundschaft gebildet, die bis heute gepflegt wird, wobei alle zwei Jahre ein Meisterschülertreffen mit Frauen stattfindet.

Vier Meisterbriefe

1985 heiratete er Marianne und baute mit ihr ein neues Haus in Rainbach. Tochter Sabine und Sohn Robert kamen zur Welt. Als kurz nach der Hochzeit der damalige Chef Josef Zenz senior Brandmeier anbot, die Sparte Melken und Kühlen zu übernehmen, entschieden sich Hans und Marianne einen eigenen Betrieb aufzubauen, der mittlerweile 15 Mitarbeiter zählt. Als Familienbetrieb war ihm ein gutes Betriebsklima immer sehr wichtig. Vier Meisterbriefe schaffte er, nämlich Schmiede-, Landmaschinenmechaniker-Kältetechniker- und Installationsmeister. 1995 wurde der neue Laden mit Büro, Werkstätten und Lager gebaut, 2012 die neue Schlosserei mit Nebengebäude.

Sein Sohn Robert und Schwiegersohn Robert führen die Betriebszweige Metallbauhandwerk und Kältetechnik fort, den Betrieb übergab Brandmeier 2017 an Sohn Robert.

Hans Brandmeier war auch sportlich sehr aktiv mit Fußball, Schwimmen, Motocross und Bergwandern. So war er auch dabei drei Fußballplätze in Ramsau zu bauen. Als Gründungsmitglied der DJK SG Ramsau hat er sich im Laufe der Jahre bei anstehenden Baumaßnahmen miteingebracht.

Er und seine Emeln-Freunde haben früh eine Hütte geschaffen – fast wie ihr eigenes Wohnzimmer –, für ihre Treffen auch mit den Frauen über mehrere Jahrzehnte bis heute.

Jüngster Feuerwehrkommandant

1975 wurde er mit 21 Jahren der jüngste Feuerwehrkommandant. Mit Leib und Seele bekleidete er dieses Amt 33 Jahre. Nun war er Ehrenkommandant, wie Feuerwehrvorstand Georg Haslberger in seinem Nachruf betonte. Denn durch sein Zukunftsdenken und seine Einstellung, dass alles verbessert und weiterentwickelt werden muss, hat Brandmeier auch bei vielen Kameraden von Beginn an offene Türen aufgestoßen und die Bereitschaft sich für die Feuerwehr und damit für die Allgemeinheit einzusetzen entfacht. Von dieser positiven Energie darf die Feuerwehr heute noch profitieren. 1979 wurde auf sein Bestreben hin die Jugendfeuerwehr gegründet. 1982 wurde das 110-jährige Gründungfest groß gefeiert, 1997 das 125-jährige Bestehen.

Unter seiner Vorstandschaft wurden Atemschutzgeräte, ein Löschgruppenfahrzeug mit technischem Hilfeleistungssatz, ein Mehrzweckfahrzeug in Eigenleistung angeschafft, 1991 ein neues großes Feuerwehrhaus gebaut, wobei er sich handwerklich und technisch einbrachte. Unter seiner Federführung wurden in Ramsau gemeinsam mit den anderen Ortsvereinen einige Maibäume aufgestellt.

Nach seiner Amtsübergabe 2009 stand Brandmeier der neuen Vorstandschaft immer auf Anfrage mit Rat und Tat zur Seite, ohne sich aufzudrängen. Er konnte nach so vielen Jahren in der Verantwortung gut loslassen. Auch als Unruheständler, er hatte immer neue Ideen, war er bei der Feuerwehr immer ein gern gesehener Gast.

Anteilnahme auch vom Bürgermeister

Er hatte sehr viel Freude an der guten und immer größer werdenden Mannschaft, vor allem der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft von jedem waren ihm sehr wichtig. Klar und deutlich vertrat er seine Meinung, er hatte das Herz auf der Zunge. Sein trockener und witziger Humor war überall geschätzt. Daneben zeigte Hans eine große Verantwortung seinen Kameraden gegenüber, vor allem wenn es um das Verarbeiten von schweren und tödlichen Unfällen ging und engagierte kurzum Diakon Andreas Klein für die Feuerwehr als Seelsorger. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Reichertsheim und Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Franz Stein schloss sich in seiner Rede den ehrenden Nachrufen an und bezeichnete ihn als verantwortungsbewussten, aktiven, hilfsbereiten und immer menschlichen Bürger.

Hobbyfotograf beim Haager Fotoclub

Viel Freude hatte Hans Brandmeier auch als Hobbyfotograph, und als langjähriges Mitglied des Haager Fotoclubs. Es waren auch hier nicht nur die Vorträge, Ausflüge, Ausstellungen, sondern vor allem auch der Frohsinn und die Freundschaft mit den anderen Fotofreunden. Franz Böck ehrte Hans in seinem Nachruf als unersetzlichen Freund und Mitglied im Fotoclub, der an allen Aktionen maßgeblich beteiligt war.

Seine Enkelin Julia machte ihm große Freude, da sie seit kurzer Zeit sehr großes Interesse am Fotografieren hatte und mit ihm noch oft dazu unterwegs war. Enkelin Johanna half ihm immer mit viel Freude beim Restaurieren seines Oldtimerbulldogs und machte mit ihm darauf gerne Ausflüge.

Brandmeiers handwerkliches Geschick, seine Meinung, Rat und vor allem sein Frohsinn, seine Witze und Humor bleiben unvergessen. Auch Zuversicht, Geduld und Dankbarkeit strahlte er aus. Im Alter von 68 Jahren schloss sich nach kurzer, schwerer Krankheit sein Lebensbuch.

Die Fahnenabordnungen der Feuerwehr, des Krieger- und Soldatenvereins Kirchdorf und der Sportgemeinschaft Ramsau senkten sich am Grab zum letzten Gruß.

Der Ramsauer Rhythmuschor umrahmte die Trauerfeier musikalisch.

Kommentare