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Umstrittene Baumfällung erneut Thema

Griesstätter Bürgermeister und SV-Vorsitzender überzeugt: „Es war Gefahr in Verzug“

Nur noch ein Baumstumpf ist übrig: Doch die Birken an der Stockschützenbahn mussten, davon sind die Verantwortlichen überzeugt, weg.
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Nur noch ein Baumstumpf ist übrig: Doch die Birken an der Stockschützenbahn mussten, davon sind die Verantwortlichen überzeugt, weg.

Dieses Kapitel ist jetzt abgeschlossen: Ein letztes Mal haben die Entscheidungsträger für die umstrittene Baumfällaktion am Griesstätter Sportplatz ihren Entschluss erklärt. Warum es dafür diesmal sogar Applaus gab.

Griesstätt – Ohne Diskussion und Nachfragen haben die anwesenden Griesstätter Gemeinderäte bei der jüngsten Sitzung in der Schulturnhalle die Stellungnahmen von Bürgermeister Robert Aßmus (parteilos) und dem Sportvereinsvorsitzenden und dritten Bürgermeister Jürgen Gartner (GfuG) zur Baumfällaktion am Sportplatz zur Kenntnis genommen.

Aus Verantwortung gehandelt

Beide Redner betonten, aus Verantwortung im Rahmen ihrer Ämter die Beseitigung der drei Birken veranlasst zu haben. Für sie sei eindeutig wegen Gefahr im Verzug ein sofortiges Handeln nötig gewesen. Da der Umweltreferent Martin Hofmeister (Grüne), der sich bei dieser Entscheidungsfindung übergangen gefühlt hatte, bei der Sitzung nicht anwesend war und niemand weiter nachfragte, kann die Angelegenheit wohl damit offiziell als erledigt betrachtet werden.

Dass es eine einmalige Stellungnahme werden würde, stellte Bürgermeister Aßmus gleich beim Aufruf des Tagesordnungspunktes fest. Er stehe zu seiner Entscheidung, die Bäume fällen zu lassen. Man hätte das vielleicht schon vor zehn Jahren machen sollen, dann hätte man sich den Ärger sparen können. Allerdings habe der Schatten der Birken in den vergangenen Jahren auch seine angenehmen Seiten für die Stockschützen bei heißem Sommerwetter gehabt. Deshalb sei er früher auch immer gegen eine Beseitigung gewesen. Als Bürgermeister wollte er aber, ebenso wie der Sportvereinsvorsitzende Jürgen Gartner, nach vorliegender Dokumentation der Baumschäden die Verantwortung für eine mögliche Gefährdung der Bürger durch Ast- oder Stammbruch nicht übernehmen.

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Dass er in seiner ersten Stellungnahme auf Anfrage der Wasserburger Zeitung gesagt haben solle, er würde beim nächsten Mal anders handeln, bestritt Aßmus (Anmerkung der Redaktion: Der Bürgermeister hat im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung lediglich eingeräumt, er habe angesichts der Gefahr im Verzug nicht an die Absprache mit dem Umweltreferenten gedacht, das sei ein Fehler gewesen, beim nächsten Mal würde er diesbezüglich anders handeln).

Nach besten Wissen und Gewissen

Lieber werde er geschimpft, dass er etwas mache, als dafür, dass er nicht handele, so Aßmus im Gemeinderat weiter. Er wolle grundsätzlich nicht, dass – vor allem bei Gefahr im Verzug – durch Nachlässigkeit seinerseits irgendwer zu Schaden komme. Auf Empfehlung der unteren Naturschutzbehörde werde man allerdings in Zukunft von dieser Seite her jemanden zurate ziehen, ergänzte er.

Vom sonst beauftragten Baumpfleger sei bezüglich der aktuellen Fällung jedenfalls nie ein Gutachten dazu abgegeben worden.

Jürgen Gartner (GfuG) verlas seine Stellungnahme im Anschluss. Die gemachten Feststellungen zu Verantwortlichkeiten, Haftung und Handlungsverpflichtungen bei Gefahr im Verzug deckten sich dabei weitgehend mit den Aussagen des Bürgermeisters. Gartner bat den Gemeinderat um Verständnis für seine Entscheidung, die er auch bezüglich der bestehenden Verkehrssicherungspflicht im Rahmen des Pachtvertrages nach bestem Wissen und Gewissen getroffen habe.

Mit Zurückschneiden nicht mehr getan

Detailliert zählte er in seinem Vortrag den Ablauf der Abwägungen und Prüfungen bezüglich der Gefährdung durch die große Birke auf, die im Rahmen der Gehölzpflegemaßnahmen im Bereich des Sportplatzes am 31. März in der Folge noch genauer angeschaut worden war. Zwar habe die Fachfirma keine Empfehlung zur Fällung abgegeben, es habe sich in der Nachbetrachtung aber herausgestellt, dass es mit Zurückschneiden auch beim schief gewachsenen Nachbarbaum nicht mehr getan gewesen sei. Deshalb sei letztlich die Fällung veranlasst worden. Die von ihm im Detail festgestellten und dokumentierten Schäden hätten keine andere Entscheidung zugelassen.

Für seine Ausführungen zollten ihm mehrere Anwesende, auch aus Reihen der zahlreichen Zuhörer, Beifall.

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