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Griesstätt: Gedenken an Hans Fellermeier – engagierter Baumeister seiner Wahlheimat

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Er engagierte sich als Gemeinderatsmitglied und stellvertretender Bürgermeister für Griesstätt, hatte verschiedene Ehrenämter inne. Bis heute tragen viele Einrichtungen in Griesstätt seine Handschrift. Nun ist Hans Fellermeier nach langer Krankheit im Kreise seiner Familie verstorben.

Griesstätt – Aufgrund der geltenden Corona-Regelungen konnten nur die nahen Verwandten und Angehörigen Hans Fellermeier auf seinem letzten Erdenweg begleiten und am Seelengottesdienst für den beliebten Gemeindebürger teilnehmen. Dankbar schaute Dekan Klaus Vogl beim Gottesdienst auf das Leben des im 84. Lebensjahr Verstorbenen zurück.

Als das Jüngste von drei Kindern eines Schuhmachermeister-Ehepaars wurde der Verstorbene in Reichertsheim geboren. In seinem Geburtsort besuchte er die Volksschule und erlernte dort auch bei der Baufirma Vaas das Maurerhandwerk. Die Lehre schloss er als Innungsbester ab. In München besuchte er dann nach einigen Gesellenjahren die Meisterschule für das Bauhandwerk und Bautechnik. Nach erfolgreichem Abschluss im Juli 1965 wechselte er als Maurermeister und Bautechniker zum Baugeschäft Alois Kaiser nach Griesstätt.

1968 heiratete er seine große Liebe

Nicht nur seine berufliche Tätigkeit hielt ihn in Griesstätt, sondern auch seine große Liebe, Brunhilde, mit der er im November 1968 den Ehebund schloss. Gemeinsam mit den beiden Kindern wurde das von ihm geplante Wohnhaus in Griesstätt ein Jahr später bezogen.

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Nicht nur beim eigenen Haus, sondern auch bei zahlreichen anderen Wohnhäusern, landwirtschaftlichen Gebäuden, Geschäfts- und Gewerbebauten, bei Schulhäusern und Sporthallen hatte er während seiner Tätigkeit bei der Firma Kaiser bis zum Ruhestand die Bauleitung. Sein Rat wurde von vielen Bauherren auch bei der Planung von Bauwerken gerne angenommen und sehr geschätzt. In den vielen Ehrenämtern, die der Hans – wie er von vielen genannt wurde – bekleidete, brachte er sein fachliches Wissen ein.

1972 wurde er erstmals in den Gemeinderat gewählt

Seine Beliebtheit in Griesstätt zeigte sich bereits 1972, als er erstmals in den Gemeinderat gewählt wurde und darin als Referent für Wasser und Abwasser bestellt wurde. In seiner ersten Amtszeit befasste sich das Gremium bereits mit Themen wie Kindergartenbau, Friedhofserweiterung, Sportheimbau und Sportanlagenplanung, mit dem Bau eines Rathauses und der Gemeindegebietsreform. Wichtige Entscheidungen wurden auch in seiner zweiten Legislaturperiode mit der Ausweisung von Baugebieten, dem Neubau des Feuerwehrhauses, zur Gemeindegebietsreform mit Einreichung eines Normenkontrollantrages und verschiedenen Straßenbaumaßnahmen getroffen.

In den neuen Gemeinderat des Jahres 1984 wurde der Verstorbene als stellvertretender Bürgermeister gewählt, sowie als Mitglied verschiedener Ausschüsse, als Vertreter der Gemeinde in der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft und als Referent für Schule, Kindergarten und Jugend.

Er setzte sich für die Griessättter Selbstständigkeit ein

Eine Herzensangelegenheit war für ihn die Wiedererlangung der Selbstständigkeit der Gemeinde Griesstätt nach der kommunalen Gebietsreform, wofür er sich sehr engagierte. Als zweiter Bürgermeister und Mitglied in verschiedenen Ausschüssen brachte er seine Erfahrung auch im Gemeinderat von 1990 bis 1996 ein. Auch gehörte der Verstorbene dem Gemeinderat in den Jahren von 1996 bis 2002 an.

Noch heute wichtige Entscheidungen wie zur Abwasserbeseitigung, zum Ausbau von Straßen, zur Dorferneuerung und zum Kläranlagen-Neubau wurden damals getroffen. Bei der damaligen Wassergenossenschaft Griesstätt, jetzt Wasserbeschaffungsverein, war er viele Jahre stellvertretender Vorsitzender.

Noch heute tragen viele Einrichtungen Fellermeiers Handschrift

Während seiner Amtszeit wurde auch der Wasserbehälter an der Wasserreserve in Griesstätt errichtet. Weiter gehörte er der Vorstandschaft der Dorferneuerung Griesstätt an, wobei er sich für verschiedene Maßnahmen zur Ortsverschönerung einsetzte.

Seinen Rat und Erfahrungen brachte er auch als Mitglied bei verschiedenen Ortsvereinen ein, sowie auch einige Jahre im Pfarrgemeinderat, wo er sich um die Erwachsenenbildung kümmerte. Selbst in den letzten Jahren zeichnete er noch in seinem Büro die Pläne für die Eigenheime zahlreicher jungen Familien. Sein Büro war auch sein Zufluchtsort, um nicht an seine schwere Erkrankung denken zu müssen.

Der Garten als große Leidenschaft

Eine weitere Leidenschaft galt seinem Garten mit vielen Rosen, Palmen, Kakteen und Gemüse, den er selbst geplant und mit seiner Ehefrau angelegt und gepflegt hat.

Trotz der vielen Arbeit und den Ehrenämtern nahm er sich einmal im Jahr Zeit für einen gemeinsamen Urlaub mit seiner Frau in Südtirol, da er die dortige Landschaft und Gastfreundschaft liebte. Wegen seiner schweren Erkrankung und dem Beginn der Corona-Pandemie war ihm ein letzter Südtirol-Urlaub verwehrt.

In der Hoffnung, auch weiterhin für seine Familie da sein zu können, nahm er die langen und zahlreichen Fahrten zur Strahlungstherapie nach Agatharied und Rosenheim im letzten Jahr ohne zu klagen in Kauf. Bis zuletzt interessierte er sich für den Sport und verfolgte die Biathlon- und Skisprung-Wettbewerbe.

Auch war er ein großer Fan von 1860 München. Von deren Sieg am vorletzten Samstag hat er nichts mehr erfahren, da er um die Mittagszeit im Kreise seiner Familie für immer die Augen schloss. Tröstende Worte für die Angehörigen fand Dekan Vogl beim Gottesdienst und auch bei der anschließenden Beisetzung auf dem Friedhof neben der Pfarrkirche.

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