Griesstätt erhöht die Kindergartengebühren: So viel wird künftig fällig

Ein Paradies mit großem Garten: Der Kindergarten Griesstätt hat nach Meinung des Gemeinderates eine hohe pädagogische Qualität.
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Ein Paradies mit großem Garten: Der Kindergarten Griesstätt hat nach Meinung des Gemeinderates eine hohe pädagogische Qualität.

Intensiv hat der Gemeinderat Griesstätt die die anstehende Erhöhung der Kindergartengebühren diskutiert. Dabei blieb einzig unumstritten, dass der derzeitige Grundbeitrag, auf die gebotenen hohen Leistungen und den Aufwand bezogen, zu gering sei.

Von Karlheinz Rieger

Griesstätt – Uneins waren sich die Mitglieder bezüglich der Höhe der Anhebung und betreffs einer möglichen Verschiebung der Entscheidung. Vorberatungen im Finanz- und Kindergartenausschuss hatten keine einigende Wirkung ausgelöst. Bei der abschließenden Abstimmung votierten letztlich die Gemeinderäte mit sieben zu fünf Stimmen nur knapp für eine Erhöhung des Grundbeitrages von 108 auf 133 Euro pro Monat.

Bereits die ersten beiden Wortmeldungen zeigten die unterschiedlichen Sichtweisen der Gemeinderäte auf. So erschien Katharina von Sommoggy (Bündnis 90/Die Grünen) die vom Finanzausschuss ins Spiel gebrachte Erhöhung von 20 bis 25 Euro im regionalen Vergleich als „zu brutal“ – vor allem auch angesichts der derzeitigen dem Corona-Virus geschuldeten schwierigen Rahmenbedingungen für viele Familien. Zudem fehlten ihr Vergleichszahlen zur Kostendeckung, weshalb sie eher für eine Staffelung oder die Verschiebung einer Erhöhung plädierte.

Helmut Schuster (BfG) sprach sich dagegen klar für eine sofortige Erhöhung von 25 Euro aus. Seine Begründung: Angesichts der Zahl der Mitarbeiter im Kindergarten und des hohen Aufwands sei es nötig, die Qualität zu halten. Das habe aber seinen Preis. Eine hervorragende Leistung solle den Eltern auch etwas wert sein.

Jakob Ametsbichler (GfuG) erinnerte an die Mehrbuchungen, bei denen es ohnehin für die Familien teurer werde und fand auch wegen Corona eine moderatere Anhebung passender. Humaner wollte es auch Stefan Pauker (BfG) angehen. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf das Engagement des Fördervereins.

Familien durch Corona stark belastet

Dass ein überdurchschnittlicher Kindergarten auch mehr kosten dürfe, stellte Anton Strahlhuber (GfuG) fest. Er verwies darauf, dass dessen Betrieb ohnehin nie kostendeckend sein könne. Die Erhöhung vermindere das Defizit nur unbedeutend. Strahlhuber erinnerte auch an die derzeitigen hohen Standards im Kindergarten und an die Notgruppe. Sie habe es zum Beispiel möglich gemacht, dass alle Kinder in der eigenen Gemeinde untergebracht werden konnten – immer mit dem Willen verbunden, sie im gewohnten Umfeld zu belassen. Dieser Service würde wohl erst bei seinem Fehlen bewusst, wenn Kosten eingespart würden.

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Jakob Ametsbichler (GfuG) mahnte, die finanziell schwächer gestellten Familien nicht zu benachteiligen. Und Christian Graf (GfuG), der zwar feststellte, dass, „was nix kost‘ auch nix wert sei“, wollte nicht den Eindruck erweckt sehen, dass das vom Staat gewährte ‚Zuckerl‘ von 100 Euro pro Monat einfach so abgegriffen werde.

Eine Zurückstellung der Entscheidung, von Martin Hofmeister (Bündnis90/Die Grünen) ins Spiel gebracht, fand keine Mehrheit. Ebenso stießen der Kompromissvorschlag von Helmut Schuster (BfG), den Grundbeitrag 2020 und 2021 um jeweils 15 Euro zu erhöhen, wie der Vorschlag des Bürgermeisters, es mit 20 Euro gut sein zulassen, auf keine Gegenliebe.

Eltern zahlen 25 Euro mehr als jetzt

Letztlich kristallisierte sich heraus, dass eigentlich niemand im Gemeinderat Griesstött eine zumindest moderate Erhöhung ablehnt. Eine knappe Mehrheit sprach sich für die Erhöhung des Grundbeitrages um 25 Euro zum neuen Kindergartenjahr aus.

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