Gottesdienste in Corona-Zeiten: Bitte nur mit Voranmeldung, heißt es im Pfarrverband Obing

Pfarrer David Mehlich – hier in der Pfarrkirche in Kienberg - bei einem seiner täglichen Gottesdienste vor leeren Kirchenbänken. Er freut sich, dass er endlich – wenn auch nur mit Voranmeldung – wieder gemeinsam mit der Kirchengemeinde Gottesdienste feiern kann.

Nach fast sieben Wochen finden ab Samstag wieder Gottesdienste statt. Allerdings in beschränktem Umfang, mit dem Wegfall einiger Rituale und unter Einhaltung strenger Hygiene-Auflagen. Für die Kirchen ist das eine große Herausforderung, doch die Vorfreude ist groß, wie im Pfarrverband Obing deutlich wird.

Von Christa Auer

Obing/Pittenhart/Kienberg – „Es geht endlich wieder los“, freut sich Obings Pfarrer David Mehlich. Nach wochenlanger Zwangspause habe er nun wieder die Möglichkeit, Gottesdienste mit seiner Gemeinde zu feiern. „Und gleichzeitig schmerzt es mich, dass wegen der wenigen Plätze nicht alle kommen können,“ fügt der Seelsorger nachdenklich hinzu. Aber es sei wichtig, langsam und vorsichtig zu starten, um die Gläubigen nicht unnötig in Gefahr zu bringen, betont Mehlich.

+++

Lesen Sie auch: Der Corona-Ticker – Aktuelle Entwicklungen zu Covid-19 in der Region, Bayern und der Welt

+++

In den vergangenen Tagen wurde deshalb im Pfarrverband ausgiebig beraten und ausgemessen, um das strenge Konzept für die Durchführung öffentlicher Gottesdienste in Obing, Pittenhart und Kienberg umzusetzen. Gemäß den Vorgaben muss in Kirchenräumen zwischen den Gläubigen ein Mindestabstand von zwei Metern sein, Gottesdienstbesucher müssen während der ganzen Messe eine Mund-Nasen-Maske tragen und der Gottesdienst darf nicht länger als 60 Minuten dauern.

„Wir wollen niemanden an der Kirchentür wegschicken“

Diese Präventionsrichtlinien sind aus Sicht des Pfarrverbands relativ gut umzusetzen. So wurden Desinfektionsmittel am Eingang angebracht und die Zahl der erlaubten Gottesdienstbesucher berechnet. Für Obing wären das beispielsweise 36, in Pittenhart 46 und in Kienberg 22.

„Wir wollen niemanden an der Kirchentüre wieder wegschicken“, erklärt der Geistliche. Um Enttäuschungen vorzubeugen, gebe es deshalb ein telefonisches Anmeldesystem. „Dabei wollen wir auch gleich versuchen – soweit vorhanden – Plätze in anderen Gottesdiensten zu vermitteln“, sagt Mehlich. So hoffe man, in den Wortgottesfeiern und Heiligen Messen in einer Woche insgesamt mindestens 306 Plätze anbieten zu können.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Das Anmeldesystem startet am Mittwoch, 13. Mai. Um schon am Wochenende starten zu können, werden das Pastoral-Team und die Pfarrgemeinderäte für die Gottesdienste am 9. und 10. Mai Teilnehmer direkt ansprechen und einladen. Nach den Gottesdiensten am ersten Wochenende sollen die Besucher dann direkt befragt werden, wie sie den Gottesdienst erlebt haben. „Ich bin gespannt, wie die Atmosphäre sein wird. Vermutlich werden wir auch einiges lernen müssen oder später noch verändern“, vermutet Mehlich. Hier hofft er auf das Verständnis seiner Gemeinden.

Das müssen Gläubige beachten

Ab dem 13. Mai kann sich dann jeder immer mittwochs per Telefon für die Gottesdienste der darauffolgenden sieben Tage anmelden. Grundsätzlich gilt: Die Teilnahme an einem Gottesdienst ist nur mit Anmeldung und eigenem Nase-Mund-Schutz möglich.

Ohne entsprechende Maske ist die Teilnahme am Gottesdienst nicht möglich. Besucher müssen sich beim Empfangsdienst am jeweiligen Hauptportal der Kirche anmelden, der dann den jeweiligen Sitzplatz zugeteilt. Eine freie Platzwahl ist wegen der Abstandsregeln und Laufwege nicht möglich.

Die Kirchenmusiker planen die musikalische Gestaltung mit „reduziertem Gemeindegesang“. Grundsätzlich können nur selbst mitgebrachte, eigene Gotteslobbücher verwendet werden. In einer Eucharistiefeier wird die Kommunion in die Hand gereicht, wie steht noch nicht endgültig fest.

„Als Kommunionspender werde ich vermutlich zwei, drei verschiedene Varianten ausprobieren und immer direkt vor der Kommunion einen Hinweis geben, wie die Kommunion gereicht wird“, erklärt Pfarrer Mehlich. Mundkommunion ist momentan nicht möglich. Die Wortgottesfeiern finden ohne Kommunionspendung statt.

Das Anmeldetelefon ist besetzt immer am

Mittwoch von 9 bis 11 Uhr, 14 Uhr bis 16 Uhr, 18 bis 20 Uhr. Telefonnummer: 0160-96494644.

Kommentare