Goldhochzeit in Maithenbeth: Im Brautauto zur Kirche – so wie 1970

Glücklich, zufrieden und bei bester Gesundheit: Josefa „Finni“ und Josef „Sepp“ Reithmeier erleben einen zweiten Hochzeitstag.
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Glücklich, zufrieden und bei bester Gesundheit: Josefa „Finni“ und Josef „Sepp“ Reithmeier erleben einen zweiten Hochzeitstag.

„Wir wohnen zwar in der Gemeinde Maitenbeth, aber daheim waren wir schon immer in der Gemeinde Albaching“, erzählen Josef (85) und Josefa Reithmeier (72) aus Tegernbach anlässlich ihrer goldenen Hochzeit, die beide jetzt glücklich, zufrieden und bei bester Gesundheit gefeiert haben.

Von Lorenz Richterstetter

Maitenbeth — Im Brautauto wurden Josef und Josefa Reithmeier von Leonhard Kriechbaumer abgeholt und zur Albachinger Kirche gefahren. Dort überraschte sie der Kirchenchor mit dem Marienlied „Blick vom Himmelsthron dem reinen“, dem Lieblingslied von Finni, wie Josefa Reithmeier auch von Freunden genannt wird. „Dabei sind mir fast die Tränen gekommen, so gerührt war ich.“ Anschließend ging es ins Wirtshaus Kalteneck, wo das Jubiläum ausgiebig gefeiert wurde.

In Albaching zur Schule

Josefa Reithmeier ist 72 Jahre alt, eine geborene Braun, in Söchtenau geboren und dort zusammen mit einer Schwester und zwei Brüdern auch aufgewachsen. Sie hat nach der Schule eine Hauswirtschaftslehre gemacht und bis zu ihrer Heirat auf dem elterlichen Bauernhof mitgearbeitet.

Josef Reithmeier ist 85 Jahre altund in Tegernbach als einziges Kind auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Hoarer-Anwesen geboren, weshalb er auch Hoarer-Sepp genannt wird. Er ging in Albaching zu Schule und hat danach sowohl zu Hause, als auch bei benachbarten Bauern in der Landwirtschaft mitgeholfen. Oft war er auch mit dem Dreschwagen unterwegs und hat dabei auch als Getreideträger gearbeitet, wie er der Wasserburger Zeitung erzählt. „Für mehr als zu einem Bauernknecht hat es bei mir aber nicht gereicht“, schmunzelt er trotzdem sichtlich zufrieden.

Beim Tanzen kennengelernt

Kennengelernt hat sich das Paar 1968 bei einem Erntetanz in Vogtareuth, wo beide vorher noch nie gewesen waren. „Da saßen zwei Schwestern an einem Tisch und ich habe mit beiden getanzt“, erinnert sich Sepp Reithmeier gerne an diese Zeit zurück. „Beide waren wunderbare Tänzerinnen, aber ich habe mich dann für die Finni entschieden – und es bis heute nicht bereut.“

1970 wurde beim Käser geheiratet. Das Paar zog ins Hoarer-Anwesen, das Sepp Reithmeier 1965 übernommen hatte. Ab diesem Zeitpunkt haben sie ihre Landwirtschaft gemeinsam ständig ausgebaut und vergrößert.

Kinder und Enkelkinder

Finni Reithmeier brachte ein Mädchen und vier Buben zu Welt, heute sind sie stolze Großeltern von vier Enkelinnen und zwei Enkeln. „Ich konnte mich lange Zeit nicht daran gewöhnen, dass ich nun Reithmeier hieß und nicht mehr Braun“, erzählt die Jubilarin Finni sichtlich amüsiert.

1966 übergab das Ehepaar den Hof an seinen Sohn Michael, es hilft aber heute noch mit viel Freude bei der Arbeit mit.

Im Kirchenchor aktiv

Josefa und Josef Reithmeier sind immer gerne gereist. Insbesondere mit dem Pfarrverband Pfaffing-Albaching waren sie viel unterwegs. Beide singen im Albachinger Kirchenchor, sie seit jetzt 30 Jahren, er seit 67 Jahren. „Früher war ich dort mal der Jüngste, jetzt bin ich der Älteste im Chor, aber es macht immer noch viel Spaß“, meint Sepp Reithmeier etwas nachdenklich.

Finni Reitmeier ist Pfarrgemeinderatsvorsitzende und übt in der Pfarrgemeinde noch mehrere, andere ehrenamtliche Tätigkeiten aus.

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