Schottenkaro, Ilex und Tannengrün

Giulia Freifrau von Crailsheim gewährt Blick ins weihnachtlich geschmückte Schloss Amerang

Giulia von Crailsheim Larisch lebt auf Schloss Amerang. An Weihnachten schmückt sie das Haus gerne festlich.
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Giulia von Crailsheim Larisch lebt auf Schloss Amerang. An Weihnachten schmückt sie das Haus gerne festlich.
  • vonChrista Auer
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Wer früher schmückt ist länger glücklich- dieses Motto gilt auch für Giulia von Crailsheim Larisch. Schon eine Woche vor dem ersten Advent hat sie das Schloss Amerang, das bereits in der 23. Generation im Familienbesitz derer von Crailsheim ist, weihnachtlich geschmückt.

Amerang – Dabei darf es gerne auch ein bisschen mehr sein, lacht die Schlossherrin. „Üppig, gerne auch mal witzig aber keinesfalls kitschig“. Deshalb setzt die 41-Jährige schwerpunktmäßig auf Tannengrün, Ilex und rote Schleifen. Gerne auch im Schottenkaro, denn die Baronin hat über ihre Patentochter einen recht persönlichen Bezug zu den Briten.

Deko aus Naturmaterialien – und mit Kreativität

Ergänzt werden die größeren Dekorationsarrangements häufig auch mit alten Spielsachen. So gesellen sich im Wohnzimmer dann ein Schaukelpferd, kleine Tannenbäume und unzählige Kerzen zu Krippe und Adventskranz. Auf Fensterbankerl oder Kaminsims finden sich Girlanden mit Zweigen, Moos und Zapfen. Ilex sorgen auch hier für den farblichen Akzent.

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Für eine effektvolle Weihnachtsdeko müsse also nicht unbedingt viel Geld ausgegeben werden, betont die Baronin. Häufig reichten Naturmaterialien und die eigene Kreativität. Klar, dass  die weihnachtliche Stimmung auch vor den exquisiten Pferdestallungen des zugehörigen Gestüts Pura Raza Espanola nicht Halt macht. Hier zieren Kiefernkränze mit großer roter Schleife die Boxen der Edelblüter. Die Pferdenärrin mit eigenem Gestüt ist eben ein bekennender Weihnachtsfan und das spiegelt sich in ihrem gesamten Umfeld wider.

Ein Fest des Friedens und der Freude

„Weihnachten ist für mich das wichtigste Fest im Jahr, betont die gebürtige Frankfurterin, die seit ihrer Heirat mit Ortholf Freiherr von Crailsheim vor nunmehr 17 Jahren Schlossherrin in Amerang ist. An Weihnachten komme die Familie zusammen und verbringe viel Zeit miteinander. Die Hektik des Alltags würde ausgeblendet.

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Die Geburt Christi sei für sie, als religiösen Menschen, ein ganz besonderes Fest. Es sei ein Fest des Friedens und der Freude. Das müsse entsprechend gefeiert werden. Für sie gehöre da ein schön geschmücktes Haus, gutes Essen, festliche Kleidung und klassische Musik einfach dazu. „Carol of the bells“ sei ihr Lieblingsweihnachtslied. „Auch wenn wir heuer nur zu dritt feiern, trägt mein Mann an Heiligabend Smoking, die Damen tragen Abendkleid“, erzählt Giulia von Crailsheim. Und auch Weimaraner-Hündin Emmi und die beiden Weimaraner-Mixe Polly und Barneby tragen Schleife unterm Weihnachtsbaum.

Liebe zum Weihnachtsfest und schlesische Wurzeln

Zum weihnachtlichen Ritual gehört für die Familie neben einem Spaziergang auch der Besuch der Schlosskapelle. Früher habe es am Weihnachtsabend traditionell schlesischen Karpfen gegeben, erzählt Giulia von Crailsheim. Mittlerweile gebe es Gänsebraten und einen „traumhaften“ Mohnkuchen oder die selbst gebackenen Plätzchen nach Großmutters Rezept.

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Wahrscheinlich liege ihre Liebe zum Christfest an ihren schlesischen Wurzeln, vermutet die 41-Jährige, die Weihnachten immer noch mit vielen schönen Kindheitserinnerungen verbindet: Spaziergänge durch verschneite Wälder, die duftende Küche der Großmutter, herrliche Mohnklöße und ein wohliges Gefühl der  Geborgenheit. In Schlesien habe Weihnachten einen ganz besonderen Stellenwert und das hätten ihr die Großeltern und auch die Eltern vorgelebt.

Dramatische Anekdote sorgt immer wieder für Gelächter

Nach der Vertreibung aus der oberschlesischen Heimat hätten ihre Großeltern erst in Selb und später in Frankfurt ein neues Leben aufgebaut. Trotz der Not der Nachkriegszeit habe Oma Larisch Geld für den Baumschmuck zusammengespart und das Weihnachtsfest zeit ihres Lebens regelrecht zelebriert. Die Freude  am ersten Baumschmuck nach dem Krieg sei allerdings nur kurz gewesen, weil sich der Onkel beim Besuch versehentlich auf die Schachtel gesetzt habe.

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Anfangs sei das eine Katastrophe gewesen, später habe die Geschichte regelmäßig für viel Gelächter gesorgt, erinnert sich die Freifrau schmunzelnd. Glücklicherweise sei die Familie vor einem ähnlichen Malheur in späteren Jahren verschont geblieben und so finden sich unter dem Christbaumschmuck auch noch viele Erbstücke. Geschmückt also wird traditionell mit bunten Kugeln, kleinen Kristallfiguren und elektrischer Beleuchtung, verrät Giulia von Crailsheim.

Viele Kerzen im Raum sorgten für den warmen Kerzenschein. Auf große Geschenke werde verzichtet. Gerade in so schwierigen Zeiten, wie sie die Menschen derzeit weltweit erlebten, werde deutlich, was wirklich zähle. Und da stünde die Familie im Mittelpunkt.

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