Geschichtsverein „Reichsgrafschaft Haag“ ärgert sich über bürokratische Hürdenläufe beim Schlossturmmuseum

Für 40-jährige Vereinstreue: Zweiter Vorsitzender Hubert Sailer (links) ehrt seinen Vorstandskollegen Gerhard Kramer. Bauer

Der Geschichtsverein „Reichsgrafschaft Haag“ setzt sich in Haag für die Kultur ein. In der Marktgemeinde werde über Kultur groß geredet, sagte der stellvertretende Vorsitzende Hubert Sailer bei der Generalversammlung. Er monierte, dass die Kultur aber im Grunde behindert werde.

Haag – Die Ausgrabungen im Hof des Haager Schlosses standen im Mittelpunkt der Generalversammlung des Geschichtsvereins „Reichsgrafschaft Haag“ im Gasthaus in Hacklthal.

Der Geschichtsverein hatte die einzelnen Arbeitsschritte der Archäologen dokumentiert, aber auch die Entsorgung des „Schlosshofschutts“ an Straßenränder im Umland von Haag. „50 Tonnen historische Bausubstanz wurden weggebracht“, bilanzierte Vorsitzender Gerhard Kramer in der Versammlung.

Im Schlossbereich habe die Marktgemeinde „ein Granitmonster wachsen lassen“. Nun gehe die Gestaltung des Schlosshofs mit den „falsch herumgebauten Amphitheaterstufen“ ihrem Ende entgegen. Nichts Neues ließ Kramer zum Status des einstigen Museums, das sich im Schlossturm befunden hatte, verlauten. Zu den Verhandlungen einer Neueinrichtung, „die noch laufen“, zitierte Krammer den Vorwurf an die Adresse des Geschichtsvereins, dass er die Gemeinde mit dem Museum im Turm erpressen wolle. Weiter habe man öffentlich vorgeschlagen, das Museum im Zehentstadel einzurichten. Einen einzigen konkreten Schritt nannte er mit dem Belegen eines neuen Depots für die Ausstellungsgegenstände.

Im Rückblick erinnerte der Vorsitzende an die Vorträge, so zu Kaiser Maximilian. Mit dem Aufruf an die Bevölkerung, alte Bilder beizusteuern, wolle der Geschichtsverein wertvolle historische Aufnahmen in einem digitalen Archiv aufbewahren. Stilvoll bei Kerzenlicht habe man das Straßenfest gestaltet und dabei Hauberlinge zum Wein serviert. Ein Dank dafür gelte Renate Wortmann. Höhepunkte bildeten ferner die Vereinsausflüge nach Laufen und Tittmoning und die 30. Stiftsmesse in Kirchdorf mit Aufwartung in der Grafengruft.

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Für nächstes Jahr kündigte Gerhard Kramer mit Vorstellen des Jahresprogramms als Schwerpunkt eine Ausstellung zu „40 Jahre Museum des Haager Landes“ an. Damals habe der Verein begonnen, „den verdreckten Turm“ auszuräumen.

Der nächste Vortrag werde am 10. Februar in Hacklthal angeboten. Als Themen nannte Krammer unter anderem die „Sage vom Raubritter von Königswart“, die „De Haga, Gurren und Fraunberger“ und ein weiterer Teil zur deutschen Geschichte. Wieder auflegen will der Geschichtsverein den „Grafschaftskurier“.

Mit Ehrennadel und Urkunde wurden Josef Wimmer, Renate Heinze, Kurt Heinze und Christian Raßmann für 25 Jahre Treue zum Verein geehrt, Hans Heilmaier und Hans Holzner für 40 Jahre.

Ebenfalls für 40 Jahre Mitgliedschaft überreichte stellvertretender Vorsitzender Hubert Sailer die Auszeichnung an seinen Vorstandskollegen Kramer. Er würdigte dessen Leistung vor allem „in den letzten schwierigen Jahren“. Kramer habe den Verein auf Kurs gehalten „trotz Bürokratie hoch drei“. In Haag werde über Kultur groß geredet, so Hubert Sailer, im Grunde werde sie aber behindert, so im Falle des Schlossturmmuseums. xy

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