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25. Band der historischen Buchreihe „Hagaensis“

Was geschah mit der ersten Kirche in Haag?

Die rekonstruierte Burgkapelle im Schlosshof.
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Die rekonstruierte Burgkapelle im Schlosshof.
  • VonLudwig Meindl
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Geschichtsforscher Münch beschreibt in der Buchreihe „Hagaensis“ die einstige Burgkapelle am Schlossturm - ihre Kunstwerke und ihre Zerstörung.

Haag -Den 25. Band der historischen Buchreihe „Hagaensis“ brachte der Geschichtsforscher Rudolf Münch heraus. Es soll der letzte sein. Er hat die heute nicht mehr sichtbare Burgkapelle am Schlossturm zum Thema und ist ab sofort im Buchladen „Libretto“ in Haag zu beziehen.

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Die Burgkapelle setzt nun den Abschluss auf eine Reihe von Ausführungen, unter anderem zu Münzen des Haager Landes, der Steinzeit und den Römern in Haag, Bier im Haager Land, Königswart, Grenzsteine, die Freyung und das Zollamt. Neugierig macht nun schon der Untertitel: „Alles über die erste Kirche in Haag, über ihre Geschichte und Zerstörung, über ihre Kunstwerke und Ausstattung, Vorschläge für den Wiederaufbau.“

Erstmals gewinnen damit die Haager einen Einblick in ihre erste Kirche, die 1315 im Bistum Freising als „Capella in Castro Hag“ Erwähnung findet. Sie musste 1804 im Zuge der Säkularisation auf Befehl Montgelas‘ abgerissen werden, was nach Münch bis mindestens 1824 dauerte. Das erste Gotteshaus der Haager Grafen und Bürger schmiegte sich an die Burgmauer gleich rechts vom Aufgang über die Freitreppe neben dem kleinen Schlossturm.

Die Grundrisse hatte bereits „Schlossbaumeister“ Anton Egger 1801 genauestens aufgezeichnet. Die Skizzen zeigen die Kapelle mit Seitenaltären, Sakristei und Übergang zum angrenzenden Palas mit Rittersaal. Die drei Gemälde des Hauptaltares sind erhalten und abgebildet. Sie zeigen einmal im Barockrahmen Gottvater mit der Taube als Symbol des Heiligen Geistes, dann die Aussendung der Apostel mit Wanderstab und Maria Magdalena. Sie soll auch auf dem dritten Gemälde in grünem Kleid bei der Abendmahlsszene neben Christus sitzend zu sehen sein. Aufgelistet sind die Bauernhöfe, die mit ihren Abgaben zum Erhalt des Gotteshauses beigetragen haben, drunter der Bonweger, Drax Müllner, der Dichteldorner, Hinterberger und Ochsenfurter.

67 Kleinodien soll die Kapelle einst besessen haben, so eine silberne Monstranz mit einem Span vom Kreuz Christi, Opferkännchen, Kelche und zwölf Messgewänder. Beschrieben ist auch der kleine Schlossturm nebenan, der bis zum Abriss der Kapelle als Glockenturm diente. Graf Sigmund hatte den Turm mit sieben Stockwerken aufgezogen. Er ließ zwei von den vier Glocken und auch eine Uhr anbringen, die mit Haager Wappen auf 1517 datiert ist. „Sowohl das Uhrwerk wie auch die vier Glocken sind heute noch vorhanden und in gutem Zustand“, so Rudolf Münch.

Historiker plädiert für Wiederaufbau

Das Schlusskapitel widmet der Autor dem Wiederaufbau der Burgkapelle. Schwer ins Gericht geht Rudolf Münch, Ehrenbürger in Haag, dabei mit einer bereits verstorbenen „Kapellen-Gegnerin“ aus der „Planungswerkstatt“ der Gemeinde, die den Gemeinderat mit „undemokratischen Methoden“ und „Tricks“ zur Ablehnung manipuliert habe. Er selbst plädiert für den Wiederaufbau und dankt „allen Bürgern guten Willens“, die sich dafür einsetzen: „Wir rufen alle guten und vernünftigen Bürger auf, den Aufbau der Kapelle zu unterstützen.“

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