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Eine Führung durch vergessenes Haager Wahrzeichen

Gerhard Kramer lüftet das Geheimnis des kleinen Schlossturms

Gerhard Kramer, Vorsitzendender des Haager Geschichtsvereins, im Glockenstock.
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Gerhard Kramer, Vorsitzendender des Haager Geschichtsvereins, im Glockenstock.
  • VonKarlheinz Günster
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26 Meter hoch ist der kleine Schlossturm in der Marktgemeinde Haag. Geschichtsvereins-Schriftführerin Renate Wortmann und Vereinsvorsitzender Gerhard Kramer kennen seine Geheimnisse.

Haag – Der Haager Schlossturm ist vielen ein Begriff, doch eigentlich sind es zwei. Während der große Turm bekannt ist, geht der kleine in der Aufmerksamkeit stets etwas unter, obwohl er sich seit über 500 Jahren laut und regelmäßig bemerkbar macht. Wir haben ihn zusammen mit der Geschichtsvereins-Schriftführerin Renate Wortmann und dem Vorsitzenden Gerhard Kramer besichtigt.

Die elektronische Funkuhr.

Er ist etwa 26 Meter hoch

Beide Türme sind aus dem zwölften Jahrhundert, damals als Teil einer Burg entstanden und mehrmals umgebaut worden. Bis zur letzten großen Sanierung mit Abschluss 2017 beherbergte der mit 42 Metern „große Turm“ von 1981 bis 2005 das Museum des Geschichtsvereins. Der kleine Turm befindet sich in seinem nordöstlichen Schatten und ist 26 Meter hoch. Für ihn gab es aktuellem Wissen nach noch keine Führung. Immerhin besitzt er ein Uhrwerk und Glocken, mit denen er sich viertelstündlich gut hörbar in Erinnerung ruft.

Geschichtsvereins-Schriftführerin Renate Wortmann und Vorsitzender Gerhard Kramer.

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Bei einem Rundgang im kleinen Turm sprudeln aus dem Vorsitzenden Gerhard Kramer die Jahreszahlen, Details zur Grafschaft Haag mit den Fraunbergern bis Graf Sigmund und den Verbindungen etwa nach Südti-rol und Liechtenstein nur so heraus. Ursprünglich gab ein Tor den Weg in die Burg frei. Diese Stelle ist in spätromanischer Zeit mit diesem Torturm auf der Ringmauer erweitert worden. Die war Teil der Wehranlage und des Verteidigungsrings. Der kleine Turm bestand anfangs aus drei Geschossen, später baute ihn Graf Sigmund bis zum siebten Geschoss aus.

Alte Bauzeichnung

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Um in die oberen Stockwerke zu gelangen, führt seitdem an der südöstlichen Seite eine Spindeltreppe an der Außenseite, verkleidet durch einen sogenannten gemauerten Rucksack, hinauf. Mauerschleudern halten von da an das Gebäude auf Zug und damit in seiner Form.

Im Treppenhaus ist es steil und eng.

Die Freitreppe entstand erst im 18. Jahrhundert. Heute ist das einer von zwei Eingängen zum Schlosshof.

Im kleinen Turm befindet sich über dem Tor das Torstüberl, darüber ist der Wehrgang mit dem Aufstieg innerhalb der Spindeltreppe über das Pendelgewölbe hinweg in das Zimmer mit dem damaligen Uhrwerk. Oberhalb ist ein Leerstock, dann folgen der Glockenstock und der Dachstuhl.

Im Glockenstock.

Glocken schlagen seit 500 Jahren

Früher tickte das Uhrwerk im fünften Geschoss, regelmäßig war es aufzuziehen. Ab den 1960er Jahren erledigte diese Arbeit ein Elektromotor und seit wenigen Jahren steuert das eine moderne exakt genaue Funkuhr, die wiederum einem Elektromotor zum Antrieb der Zeiger über ein Gestänge auf drei Zifferblättern einen Impuls gibt.

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In der Wand des zweiten Stocks befindet sich noch der frühere Aufgang.

Dazu zählt auch die Steuerung der beiden Topf-Glocken jeweils zur viertel und ganzen Stunde auf der Freitreppenseite, die älteste davon ist aus dem Jahr 1517. Es gibt noch zwei weitere Glocken für besondere Anlässe, die sind aber von Hand zu betätigen, was zuletzt vor rund 40 Jahren der Fall war, erinnert sich Gerhard Kramer.

Heute hat den Turm der Geschichtsverein von der Gemeinde angemietet, er dient als Lagerraum.

Diese Glocken schlagen in Haag seit mehr als 500 Jahren.

Zur Geschichte

Der kleine Schlossturm verschwindet oft im Schatten seines großen Bruders.

Der Ursprung der Burg geht auf die Angriffe der Ungarn im Jahr 936 zurück. Um 1200 entstand darauf eine Wohnburg, ihre größte Ausdehnung erlebte sie im 15. Jahrhundert. Ein Bild in Schloss Nymphenburg zeugt davon sehr gut. Bedingt durch die Säkularisation ist ab 1804 die Anlage bis auf den Bergfried als großen Schlossturm, den kleinen Schlossturm und die Ringmauer abgebaut worden.

Der Eingang zum Turm.

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