Alternative Energie

Heiße Luft statt heißes Wasser? In Schnaitsee ist in Sachen Geothermie seit 10 Jahren nix passiert

Schwere Fahrzeuge zur seismischen Untersuchung ratterten Anfang 2011 durch Schnaitsee. Unterforsthuber
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Schwere Fahrzeuge zur seismischen Untersuchung ratterten Anfang 2011 durch Schnaitsee. Unterforsthuber
  • vonJosef Unterforsthuber
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Vor zehn Jahren, im Frühjahr 2011 rollten die schweren Fahrzeuge zur seismischen Untersuchung durch das Inn-Alz-Gebiet zwischen Gars und Schnaitsee. Mit der 3D-Technik wurden optimale Bohrstellen für die Geothermie erkundet. Große Versprechen wurden seitens der Geothermie-Firmen gemacht.

Schnaitsee – Vor zehn Jahren war auch der Optimismus des damaligen Schnaitseer Bürgermeisters Vitus Pichler groß. Er sagte damals: „Hier wird für eine umweltverträgliche Energie gesorgt. Außerdem werden wohnortnahe Arbeitsplätze geschaffen und die Wärmeversorgung erheblich verbessert.“

Pichler von Geothermie überzeugt

Heute, zehn Jahre später, ist Pichler immer noch von der Geothermie als Energiequelle überzeugt, „aber das war die falsche Firma. Ständig wechselnde Geschäftsführer und finanzielle Schwierigkeiten sagen das deutlich aus“, sagt er auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Jetzt im Januar 2021 hat der Schnee seine weiße Decke über die zusammengefallene Hinweistafel zur Geothermie ausgebreitet.

Betrieb ab 2014 war angekündigt

Von den Verantwortlichen, die später die Firma „Geo-Kraftwerk Schnaitsee“ gründeten, war damals zu hören, dass die Kraftwerke im optimalen Fall 2014 in Betrieb gehen könnten.

Seither hat sich diese Euphorie verflüchtigt. Bei der Standortsuche wurde nach langem Hin und Her eine Fläche bei Schmidham als dritte Wahl festgelegt. Die Grundstücke wurden gekauft – und das war es dann auch schon. In vielen Gesprächen gab es immer wieder große Ankündigungen seitens der Firma, Taten folgten nicht. Bei einer Bürgerversammlung 2012 hieß es beispielsweise: „Das geplante Kraftwerk, das ab 2015 mit Thermalwasser umweltfreundlichen Strom und Wärme erzeugt, könnte 3500 Haushalte in der Region versorgen. Die Future Water Energy GmbH wird das Kraftwerk realisieren, um die Region umweltfreundlich mit Strom zu versorgen.“

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Immer wieder kamen Vertreter der Firmen ins Rathaus – mittlerweile zu Bürgermeister Thomas Schmidinger – und versprachen den nachhaltigen Weg. Als schon keiner mehr an eine Realisierung glaubte, wurde Anfang 2019 das Bergrecht „letztmalig für die FG Geothermie Schnaitsee bis zum 30. September 2019 verlängert.“

Als die Hinweistafel noch stand, verkündete sie: Hier baut die GEO Kraftwerk GmbH Schnaitsee I eine innovative geothermische Anlage.

Kein Kontakt mehr

Im September hieß es in der Sitzung des Gemeinderats: Die Firma Geo Kraftwerk FG Schnaitsee hat die Verlängerung der bergrechtlichen Erlaubnis beantragt. Hierzu gab die Gemeinde nach Abstimmung ihre Stellungnahme ab. Im Antrag hieß es, es bestehe enger Kontakt zur Gemeinde. Darüber kann die Gemeinde allerdings nur Kopfschütteln, sämtliche Berührungspunkte hatten sich längst stark minimiert.

Glaubwürdigkeit lässt zu wünschen übrig

Aus Sicht der Gemeinde lässt deshalb die „Glaubwürdigkeit der Angaben der Firma zu wünschen übrig“. Zu der Aussage, dass das Baurecht geregelt sei, schreibt die Gemeinde, dass sie dem Vorhaben nicht wie beschrieben positiv gegenüber stehe, sondern dass die Ansiedlung als problematisch angesehen werde. Auch eine zentrale Wärmeversorgung des Ortes Schnaitsee wird kritisch gesehen, war sich das Gremium einig.

Seit September 2019 hat das Rathaus nichts mehr gehört von der FG Geothermie Schnaitsee Gemeinde, erklärt Bauamtsleiter Josef Pfenninger.

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Das Grundstück bei Schmidham liegt einstweilen still da, als lasse es im Sommer Gras über die Sache wachsen und habe jetzt im Winter eine gnädige weiße Schneedecke drauf. Der Schnee verdeckt auch die zerfallene Hinweistafel, die aussagen sollte, dass Schnaitsee mit der Geothermie grundlastfähige Energie bekommt. Ob daran noch jemand glauben mag?

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