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SEIT DREI JAHREN BÜRGERMEISTER IN EISELFING

Georg Reinthaler zieht Bilanz

Eiselfings Bürgermeister Georg Reinthaler.  Hampel
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Eiselfings Bürgermeister Georg Reinthaler. Hampel

Als ihn die Eiselfinger vor drei Jahren zum Bürgermeister von Eiselfing wählten, war das eine Sensation. In der Stichwahl zwischen dem Kandidaten der Grünen und der CSU sprach sich eine deutliche Mehrheit für Georg Reinthaler von den Grünen aus. Nun ist Halbzeit, Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.

Welche Vorhaben im Wahlprogramm vor drei Jahren sind bereits umgesetzt oder angeleiert?

„Durch politischen Druck und enge Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt konnten wir für die kommenden Jahre, trotz aktuell sinkender Schülerzahlen, erstmals eine feste Zusage für den Erhalt des Mittelschulstandortes in Eiselfing erreichen. Jährlich stattfindende Ortsteilversammlungen ermöglichen es den Bürgern, ihre speziellen Anliegen persönlich und direkt vorzubringen. Dieses neue Angebot wird bislang durch guten Besuch absolut positiv bestätigt. Neben erhöhten Zuschüssen für die wichtige Jugendarbeit in den Ortsvereinen erfolgte beispielsweise auch eine Aufwertung der Pflege von Naturschutzflächen. Genau drei Jahre nach meiner ersten Initiative wird nun ganz aktuell ein Kreisverkehr an der unfallträchtigen Kreuzung der Rosenheimer Straße mit der Staatsstraße 2092 in Eiselfing realisiert.

Im neuen Baugebiet „Eiselfing-Nord“ wird die Gemeinde erstmals in den Sozialen Wohnungsbau mit einsteigen und kann dadurch auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren. Und die Ahamer Feuerwehr bekommt derzeit endlich ihr schon lange erforderliches neues Gerätehaus“.

Wenn, was konnte oder kann nicht umgesetzt werden und warum?

„Ein aus meiner Sicht sinnvoller Radweg direkt neben der Kreisstraße von Eiselfing bis nach Evenhausen ließ sich aufgrund gescheiterter Grundstücksverhandlungen leider nicht verwirklichen. Ganz allgemein sind Projekte rund um das Thema Verkehrssicherheit stets langwierig und erfordern neben der Einhaltung diverser Vorgaben und Richtlinien vor allem Ausdauer und Durchhaltevermögen. Abgelehnte Vorschläge und die jeweiligen Begründungen sind dann den betroffenen Anwohnern oftmals nur schwer zu vermitteln.

Nichtsdestotrotz lohnt es sich immer, am Ball zu bleiben, da sich Sachlagen auch kurzfristig ändern und doch noch zufriedenstellende Lösungen ermöglichen können. Aufgrund der enormen Nachfrage nach Baugrundstücken kann nicht allen bauwilligen Einheimischen eine Fläche in der Heimatgemeinde angeboten werden. Hier gilt es, einen schwierigen Mittelweg zwischen sanftem Wachstum und zunehmendem Flächenverbrauch in der Region zu finden“.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Gemeinderat?

„Als junger Mensch durch die Wahl zum Bürgermeister quasi über Nacht plötzlich ganz konkret in Führungsverantwortung zu gelangen, war und ist bis heute eine positive und zugleich herausfordernde Aufgabe. Umso dankbarer bin ich den Kollegen der Verwaltung für die ehrliche und aufgeschlossene Zusammenarbeit. Auch die in den letzten drei Jahren vollzogenen personellen Veränderungen im Rathaus konnten dadurch erfolgreich umgesetzt werden. Wir sehen uns als feste Ansprechpartner und Dienstleister für alle Bürger. Im Eiselfinger Gemeinderat spielt die Parteizugehörigkeit von der ersten Sitzung an keine Rolle. Allen Ratsmitgliedern geht es grundsätzlich um das Wohl sowie die positive Entwicklung der Gemeinde. Die Beratung von Verbesserungsvorschlägen und zentralen Themen erfolgt gerne intensiv, dabei aber stets sachlich. Auch Kritik wird fair geäußert, das schätze ich sehr“.

Das schönste Erlebnis als Bürgermeister in den letzten drei Jahren?

„Das Bürgermeisteramt bietet erfreulicherweise viele schöne Anlässe. So zum Beispiel glückliche Gesichter während einer standesamtlichen Trauung im Rathaus oder ein herzliches Dankeschön von Bürgern, denen man bei einem Problem oder Vorhaben helfen konnte. Ganz besonders gefreut habe ich mich aber auch über den Empfang des Förderbescheids der Regierung von Oberbayern, mit dem wir unser Rathaus abschließend sanieren und endlich auch für alle Bürger wirklich barrierefrei gestalten können. Eine Schülerin aus der vierten Klasse hat nach einem Rathausbesuch im Rahmen des Unterrichts zudem einmal ihren ganzen Mut zusammengenommen, um sich einige Tage später nochmals alleine bei mir für den spannenden Vormittag zu bedanken. Solche Momente motivieren ungemein und sind eine wichtige Bestätigung für das persönliche Engagement“.

Gibt es eine ernüchternde Erfahrung in dieser Zeit?

„Gerade in den ersten Monaten nach der Wahl war ich immer wieder versucht, möglichst viele Ziele und Versprechen sofort auf einmal anzugehen. Der Aufprall an den oftmals hohen und dicken Mauern der Bürokratie stellte sich deshalb umso härter dar. Die mangelnde Flexibilität mancher staatlicher Behörden und eine zunehmende Verlagerung von Verantwortung auf die Kommunen erschweren vor Ort Entscheidungen und Lösungen im Sinne des „gesunden Menschenverstandes“.

Was mich erschreckt hat, ist das Verhalten einzelner Bürger – nicht der überwiegenden Mehrheit, wie ich ausdrücklich betonen möchte – gegenüber Vertretern des Rathauses oder auch des Gemeinderates. Als Bürgermeister legt man sich diesbezüglich ein sprichwörtlich dickes Fell zu und muss Kritik aushalten. Jedoch würde ich mir vom oben genannten Personenkreis mehr Wertschätzung für die anspruchsvolle und gute Arbeit in unserer Verwaltung und den ehrenamtlichen Eiselfinger Ratsgremien wünschen.

Gibt es etwas, was Sie in den nächsten drei Jahren ändern wollen?

„Ideen und Baustellen gibt es noch genug. Entscheidend ist dabei jedoch immer auch, was der Gemeindehaushalt zulässt. Im Schulverband läuft so zum Beispiel aktuell die Beratung zur zeitnahen Beauftragung einer Machbarkeitsstudie für die mögliche Generalsanierung des Schulhauses. Das Modell der Bürgerbeteiligung soll etwa im Bereich Jugend über Online-Befragungen weiter ausgebaut werden.

Gleiches gilt für den Öffentlichen Personennahverkehr, wobei wir hier als Gemeinde auch vom neuen, kürzlich beauftragten Nahverkehrsplan des Landkreises abhängig sind und unsere Interessen von Beginn an deutlich vertreten müssen. Abschließen wollen wir den Breitbandausbau in der Kommune und hierfür den sogenannten Höfebonus im staatlichen Förderprogramm nutzen“.

Sommerferien – ein Plan, oder einfach nichts tun?

„Da meine Frau und ich in diesen Tagen unser erstes Kind erwarten, ist der Sommer 2017 eindeutig familiär geprägt und sehr aufregend. In diesem Zusammenhang orientiert sich die Planung selbstverständlich am Geburtstermin und die dann folgenden freien Tage ohne Anwesenheit im Rathaus werden zu einer Mischung aus Sommerurlaub und Elternzeit“. vo

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