Georg Huber aus Griesstätt verstirbt nach arbeitsreichem Leben mit 97 Jahren

Georg Huber

Im engsten Familienkreis erfolgte auf Grund der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie die Beerdigung von Georg Huber, „Kirmoarvater“ aus Laiming, der jetzt kurz nach seinem 97. Geburtstag verstarb.

Von Alfons Albersinger

Griesstätt – Arbeitsreich war das lange Leben des Verstorbenen, der als siebtes von acht Kindern auf dem elterlichen „Kirmoar“-Hof geboren wurde und dort mit seinen drei älteren und Schwestern und zwei Brüdern aufwuchs. Zwei Geschwister verstarben bereits im Babyalter.

Nach dem Besuch der Volksschule in Griesstätt arbeitete Georg Huber auf dem elterlichen Hof mit, bis er im Juni 1942 nach München-Freimann zum Wehrdienst eingezogen wurde. Schon im September musste er nach Russland, wo er auch in der Schlacht von Rschew, die zu den blutigsten im Zweiten Weltkrieg zählt, eingesetzt wurde.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Die Flucht aus Russland gelang ihm über den Schweriner See. Wegen einer schweren Erkrankung musste er im Lazarett behandelt werden, wonach ihm ein zweiwöchiger Genesungsurlaub gewährt wurde.

Nach einer kurzen Stationierung in einer Freisinger Kaserne erfolgten wiederum Kriegseinsätze, in denen er auch in amerikanische Gefangenschaft geriet.

Am 17. Juli 1945 wurde Georg Huber aus dieser entlassen und konnte zurück in die Heimat, wo er seine Eltern auf dem Hof unterstützte und die Landwirtschaftsschule in Wasserburg besuchte.

Im Mai 1960 schloss er mit Rosa aus Höhfelden bei Eiselfing den Ehebund. Gemeinsam mit seiner Frau übernahm er das „Kirmoar“-Anwesen. Fünf Kinder, vier Söhne und eine Tochter, wurden ihnen geschenkt.

Trotz der schweren Arbeit auf dem Hof nahmen sie sich Zeit für Ausflüge an den Chiemsee oder in die Berge, aber auch für gemeinsame Spiele wie das Schafkopfen.

Mit Leib und Seele war der Verstorbene Bauer. Noch als 88-Jähriger half er im Stall mit, obwohl er den Hof bereits 1991 an den ältesten Sohn übergeben hatte. Besonders am Herzen lag Georg Huber der Wald, dessen Zustand er noch mit 92 Jahren regelmäßig überprüfte.

+++

Lesen Sie auch: Der Corona-Ticker – Aktuelle Entwicklungen zu Covid-19 in der Region, Bayern und der Welt

+++

Zeit seines Lebens las er gerne Bücher und seine Tageszeitung, auch die 20-Uhr-Nachrichten im Fernsehen waren ihm wichtig.

Im Kreise der Familie feierten Georg und Rosa Huber im Jahr 2010 die Goldene Hochzeit; nach der Feier fuhr er mit seiner Frau auf die Zugspitze. Einen schönen Tag erlebte das Ehepaar auch beim Ausflug zu Georg Hubers 90. Geburtstag auf den Obersalzberg bei Berchtesgaden.

Ein schwerer Schicksalsschlag war dann der Tod seiner Ehefrau Ende August 2017. Trost fand er bei seinen Angehörigen, zu denen sechs Enkelkinder zählen.

Einige Tage nach seinem 97. Geburtstag stürzte Georg Huber und erholte sich davon nicht mehr. Er verstarb zu Hause und fand nun neben seiner Frau auf dem Friedhof in Griesstätt seine letzte Ruhestätte.

Pfarrer Herbert Weingärtner sprach Gebete am Grab und tröstete die Angehörigen. ala

Kommentare