IM ZEHENTSTADEL

Gemüse, Käse, Fleisch: 16 Landwirte aus der Region bieten bei Haager Bauernmarkt Produkte an

Der Bauernmarkt in Haag ist gut besucht, freut sich Josef Hederer (hinten rechts).
+
Der Bauernmarkt in Haag ist gut besucht, freut sich Josef Hederer (hinten rechts).
  • vonLudwig Meindl
    schließen

Der Haager Bauernmarkt startet in die neue Saison. Die Aufbruchsstimmung ist, nach Bauernmarktchef Josef Hederer, nicht nur auf den lokalen Markt und die Jahreszeit zu übertragen, sondern bezieht sich auch auf die Krisensituation. Aus dieser könnten die Landwirte und Kunden lernen.

Haag –„Es ist schwer, den ganzen Winter zu überleben ohne Bauernmarkt“, bemerkte Stammkundin Agnes Dombai zur Eröffnung. Eine weitere Kundin betonte: „Für mich ist das kein Freitag, wenn kein Bauernmarkt ist.“ Zufrieden reagierte Hederer auf diese ersten Reaktionen: „Ich sehe, es freut alle, dass wir wieder aufhaben. Das freut mich natürlich auch.“

Die Stimmung sei allerdings nichts Neues. Hederer, der als Organisator, Verkäufer und Produzent des Haager Bauernmarktes seit 28 Jahren tätig ist, beobachtete dieses Phänomen jedes Jahr zum Frühjahrsstart. Diesmal konnte er es jedoch wie ein Aufatmen der Kunden wahrnehmen.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Hygienekonzept des Bauernmarktchefs: „Ich kann alles vorlegen“

Die Gelegenheit zum Austausch in der Öffentlichkeit war wieder gegeben. Das schien abgegangen zu sein. „Die haben viel geratscht“, so der Bauernmarktchef. Das vermochte auch die Hygieneverordnung nicht zu bremsen. Im Gewölbe des Zehentstadels war von markierten Abstandslinien bis zur begrenzten Besucherzahl von insgesamt 20 Personen alles eingehalten worden. Hederer betont, er habe die eintretenden Personen gezählt und Notizen gemacht: „Ich kann alles vorlegen, falls einer nachbohrt.“

Nachteile der Globalisierung

Die 16 produzierenden Landwirte legten eine saisonale Produktpalette auf. Die Produkte der Landwirte umfassen Schmalzgebäck, Gemüse, Käse, Wurst, Fleisch und Bauernbrot. Die Nachfrage dieser Lebensmittel, die in der Umgebung Haags hergestellt werden, verzeichnet einen „kontinuierlich leichten Anstieg“. Hederer, gleichzeitig Kommunalpolitiker und studierter Ökonom, wirft seinen Blick über den Tellerrand. Er gewann die Überzeugung, dass Corona den Menschen die Augen für die Nachteile der Globalisierung öffne. Wenn es ernst werde, zähle die regionale Versorgung. Diese sei aufrecht zu erhalten, wenn Lieferungen per Lkw und Schiff für Supermarkt und Co ausgefallen sind.

Auch interessant: App „Frisch vom Hof“ zeigt, welcher Bauer in der Nähe regionale Produkte verkauft

„Wir müssen zurück zu den Wurzeln finden, zu den regionalen Produkten“, führte er weiter aus. Das garantiere auch für die Zukunft eine positive Entwicklung. So ließ die Freude an der Resonanz die Verkäuferinnen strahlen. Nach Dienstschluss hingen sie ihre Kittel an den Haken, um zuhause wieder als Bäuerinnen zu fungieren.

Mehr zum Thema

Kommentare