Gemeinderat auf Tour durch Schnaitsee

Durch die Welt des Abwassers mitsamt ihren Gerüchen wurden die neuen Ratsmitglieder auf der Besichtigung geführt.
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Durch die Welt des Abwassers mitsamt ihren Gerüchen wurden die neuen Ratsmitglieder auf der Besichtigung geführt.

Schnaitsee – Neues zu den Liegenschaften der Gemeinde Schnaitsee erfuhren die Gemeinderäte bei einer Begehung.

Wie es schon nach den vergangenen Wahlen der Brauch war, wurde auch in diesem Jahr eine Informationsfahrt veranstaltet. Bürgermeister Thomas Schmidinger und Geschäftsleiter Thomas Perreiter erläuterten bei der ersten Etappe Interessantes zu Wasserversorgung und Kanalisation.

Ganz im Süden der Gemeinde liegt der Kej-Brunnen, der die Altgemeinde Schnaitsee mit Wasser versorgt. Laut Perreiter erhalten Waldhausen und Kirchstätt ihr Wasser separat von der „Harpfinger Gruppe“.

Am Brunnengebäude fiel der saubere Umgriff auf. „Hier sorgen die Bauhofmitarbeiter mit Wasserwart Toni Heinrich für die Pflege der Schutzgebiete“, so der Bürgermeister, der versicherte, dass das Gelände wöchentlich überprüft wird.

Die hier verlaufende Langlaufloipe führt gelegentlich zu Problemen. „Da haben wir schon manchmal eine Müllablagerung.“

Nach der Besichtigung des Brunnenhauses machte sich die Delegation mit den acht neuen Ratsmitgliedern auf den Weg des Wassers in rund 100 Höhenmetern zu den Wasserreserven am Fernsehturm. Die beiden Gebäude wurden 1953 und 1985 erbaut. „Zum älteren Haus stehen jetzt notwendige Maßnahmen an. Das Wasserwirtschaftsamt hat uns das unmissverständlich mitgeteilt“, sagte Perreiter.

Reparaturen, die rund 350 000 Euro kosten würden, sind nicht mehr rentabel. „Also muss neu gebaut werden. Wir haben eine fertige Planung in der Schublade. Rund eine Million müssen wir da veranschlagen.“

Das Abwasser läuft etwa 70 Kilometer in Leitungen zur Kläranlage ganz im Norden der Gemeinde bei Gröben. Für den Transport sorgen 21 Pumpanlagen. An der Kläranlage erläuterte Perreiter, dass die Fachfirma GTB für die Betreuung zuständig ist. Zur Nachfrage nach der Verwendung des Klärschlamms wurde auf sehr komplizierte Vorgaben hingewiesen. „In unserer Anlage finden tägliche Untersuchungen statt. Der Klärschlamm wird getrocknet und nach etwa dreimal jährlichen Abtransporten verbrannt. Allein dafür entstehen Kosten von über 45 000 Euro.“

Perreiter und Schmidinger wiesen besonders auf die Problematik hin, die durch Wattestäbchen und Feuchttücher in der Kanalisation entstünden. „Diese nicht wasserlöslichen Dinger fallen durch das Sieb. Wir appellieren an alle Bürger, solche Sachen nicht in die Kanalisation zu entsorgen.“ Bei der Besichtigung wurden die neuen Ratsmitglieder auch durch nicht ganz so angenehme Geruchszonen geführt.

Im neuen Dorfgemeinschaftshaus stießen mehrere altgediente Ratsmitglieder zur Gruppe.

Bürgermeister und Geschäftsführer erklärten zum aktuellen Stand der Arbeiten: „Wir sind praktisch im Zeitplan. Diese Woche wird der Außenputz erfolgen und die Fahrzeughalle verputzt. Der Einzug der Feuerwehr ist für den November geplant.“ Bei der Führung durch das Haus konnten sich die Ratsmitglieder dann ein Bild der Raumaufteilung machen. ju

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