Gemeinderat Haag stellt sich gegen die „B 15 neu“

Kommt die „B 15 neu“ oder nicht? Diese Debatte hat nun auch Haag wieder eingeholt. Der Gemeinderat stellt sich mit seinem aktuellen Beschluss zum alternativen Ausbau bestehender Trassen hinter die Petition des Landkreises Mühldorf und setzte damit nach Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) ein Zeichen.

Haag – Durch die Resolution des Kreistages sei die Debatte wieder ins Rollen geraten, eröffnete Schätz die Sitzung. Der Verlauf einer „B 15 neu“ stehe noch nicht fest.

Die Bürgermeister gab die Stellungnahme des Kreistages bekannt. Parteiübergreifend hatte man in Mühldorf mit großer Mehrheit eine Alternative zur „B15 neu“ favorisiert. Die wichtige Nord-Süd-Achse solle dadurch verbessert werden, dass bestehende Trassen ausgebaut würden und kein Neubau erfolge.

Es fehlten nach wie vor Ortsumfahrungen, so die Inhalte aus dem Kreistagsbeschluss. Dazu seien „intelligente Verkehrsleitsysteme“ zu nutzen. Der Verkehr müsse optimal verteilt werden. Ausbau und Erweiterung bestehender Trassen würden den Neubau überflüssig machen. Deshalb fordert die Mühldorfer B-15-Resolution einen sofortigen Stopp weiterer Planungen.

„Anbindung andie B15 ist wichtig“

Aus Haager Sicht ergänzte Bürgermeisterin Sissi Schätz: „Auch für den Markt Haag ist die Anbindung an eine leistungsfähige B15 wichtig.“ In Richtung A94 gehe die Umfahrung von St. Wolfgang ab, von Dorfen und Taufkirchen. Der Neubau einer vierspurigen „autobahnähnlichen“ Trasse sei heute allein schon aus ökologischen Gründen abzulehnen. Ortsumfahrungen entlasteten die Bürger, wie jeder am Beispiel Haag feststellen könne.

Kompromiss braucht es nicht

Kreisrat Egon Barlag (Freie Wähler) schilderte die Trassenplanung, die einst bei Ampfing verlaufen sei, dann aber nach Westen Richtung Haag verlegt worden sei. Die Ablehnung der „B15 neu“ durch den Kreistag habe ihn überrascht. Die Entscheidung werde von der Bevölkerung wohl überwiegend positiv aufgenommen. Einen Kompromiss braucht es nach Ansicht von Barlag jedenfalls, denn: „Jeder will eine Autobahn, aber keiner vor der eigenen Haustür.“ Haag solle sich der Petition für eine Alternative anschließen.

Die Haager Umgehung zu verlängern nannte Hermann Jäger (PWG) eine sinnvolle Lösung. Christa Moser (Grüne) hielt einen Ausbau der Umgehungen für vernünftig: „Die ‚B15 neu‘ wird nicht gebraucht.“ Das werde eine Art Autobahn. Heutzutage sei bei solchen Entscheidungen auch die Verkehrswende zu beachten.

„Wir entscheiden nicht, das macht Berlin“

Thomas Eberharter (CSU) schloss sich an, gab aber zu bedenken: „Wir entscheiden über die Trasse nicht. Das macht Berlin.“ So fiel die mehrheitliche Befürwortung der „Mühldorfer Resolution“ mit 19 gegen einer Stimme von Siegfried Maier (SPD) aus.

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