GROßTAGESPFLEGE AUF BAUERNHOF

Gemeinderat Haag steht hinter privater Kita „Landkinder“, die in Winden entsteht

Hier wird es ab Herbst wuseln: Zehn Mädchen und Buben im Alter von einem bis zu zehn Jahren werden ab September hier auf dem Windener Hof in der neuen Großtagespflegeeinrichtung „Landkinder“ betreut werden.
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Hier wird es ab Herbst wuseln: Zehn Mädchen und Buben im Alter von einem bis zu zehn Jahren werden ab September hier auf dem Windener Hof in der neuen Großtagespflegeeinrichtung „Landkinder“ betreut werden.
  • Andrea Klemm
    vonAndrea Klemm
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Haag wächst mit seinen Baugebieten, junge Familien ziehen zu und der Bedarf für Kinderbetreuungsplätze steigt. Da kommt die Privatinitiative von Christine Langenfeld und Martina Huber-Grzebien gerade recht. Die zwei verwirklichen mit Unterstützung von Gemeinde und Freistaat eine Großtagespflege auf einem Hof in Winden.

Haag – Auch der Gemeinderat Haag steht einstimmig hinter der Privatinitiative „Landkinder“. In Winden soll in einem Bauernhaus eine Großtagespflegeeinrichtung entstehen. „Wir begrüßen das sehr.

Durch die neuen Baugebiete bekommen wir auch bei den Kindern Zuwachs. Auch im Ortsteil Winden leben viele junge Familien, der Bedarf für Kita-Plätze ist groß“, sagte Bürgermeisterin Sissi Schätz in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend im Bürgersaal.

Träger sind Privatpersonen

Das Gremium beschloss einhellig, die Förderung der „Landkinder“ durch die Gemeine nach dem Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) zu genehmigen und folgt damit dem Empfehlungsbeschluss des Verwaltungs- und Kulturausschusses.

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Die Initiative geht von Erzieherin Christine Langenfeld und Kinderpflegerin Martina Huber-Grzebien aus. Das Projekt soll im Erd- und Obergeschoss eines Hofes mit Garten verwirklicht werden. Zur Betreuung nehmen sie Kinder von einem Jahr bis zum Schulalter auf.

Kinderbetreuung in Haag in Zahlen:

Kindergärten: 190 Plätze (3 Jahre bis Einschulung)

Kinderkrippen: 50 Plätze (1 Jahr bis 3 Jahre)

Großtagespflege (derzeit): 10 Plätze für Kinder von 9 Monaten bis zum Kindergartenalter

(künftig): 10 weitere Plätze für Kinder von 1 bis zu 10 Jahren

In einem Jahr Evaluierung

Die Träger der Großtagespflege treten aus Privatpersonen auf und gründen eine GbR. Sie bekommen finanzielle Unterstützung nach Artikel 20a BayKiBiG und zwar in Form eines einmaligen Investitionskostenzuschusses in Höhe von 17.000 Euro und einen monatlichen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 1.000 Euro.

Wenn sich die Einrichtung positiv entwickelt, gibt es in einem Jahr nochmal einen Investitionskostenzuschuss von 5.000 Euro. Der Betriebskostenzuschuss wird vom Freistaat co-gefördert.

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Langenfeld und Huber-Grzebien stehen bereits mit dem Landratsamt Mühldorf wegen der Nutzungsänderung in Kontakt; ebenso mit dem Jugendamt, um sich abzustimmen. Für das Landratsamt ist dieser Weg auch Neuland, laut Bürgermeisterin Schätz habe man nämlich bisher dort noch keine Erfahrung mit der Förderung nach dem noch neuen Artikel 20a BayKiBiG.

Sie betont, die Zuschüsse aus dem Rathaus seien freiwillig und zweckgebunden. In einem Jahr werde eine Evaluierung stattfinden.

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Auf Rückfrage von Dr. Bernhard Grabmeyer (FWG) erklärte Schätz, die Landesgelder werden über die Gemeinde eingesteuert. „Wir zahlen die Förderungen dann aus“, so Schätz.

Grabmeyer wollte auch wissen, wenn Kinder von außerhalb des Gemeindebereiches kommen, wie das abgerechnet werde.

Im September soll es losgehen

Geschäftsstellenleiter Manfred Mörwald sagte, üblichweise trage die Wohnsitzgemeinde ihren Anteil, „wie bei den anderen Betreuungseinrichtungen auch“.

Egon Barlag (FWG) hakte bei den Posten „einmaliger Investitionskostenzuschuss“ ein und nahm Bezug auf die Ausschuss-Sitzung. Die 17.000 Euro und die 5.000 Euro trage allein die Gemeinde, nicht der Staat, präzisierte Schätz die Co-Förderung.

Kindernest arbeitet mit Pflegeentgelt

Die andere nicht gemeindliche Einrichtung, das Kindernest, arbeite mit dem Konzept des Pflegeentgeltes über das Jugendamt. Der Paragraf 20a sei noch neu, so Schätz auf Rückfrage Barlags. Den gemeindlichen Betriebskostenzuschuss gebe es auch dort; ebenso einen Sonderzuschuss. Weil im Kindernest Brandschutzmaßnahmen nachgerüstet werden mussten, habe die Gemeinde auch einen Investitionskostenzuschuss gegeben. Das sei vor etwa fünf Jahren gewesen.

Zu Langenfeld und Huber-Grzebien gerichtet sagte Schätz am Schluss: „Viel Glück auf dem weiteren Kampf durch den Paragafen-Dschungel des Baurechts“. Die beiden Trägerinnen bedankten sich beim Gremium für den Rückhalt für ihr Vorhaben. Im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung sagt Langenfeld, dass es im September 2021 losgehen soll mit der Kinderbetreuung.

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