Gemeinderat Haag sagt Ja zum Brauereiareal als möglichen MVZ-Standort

Der geplante Standort für das MVZ liegt auf dem ehemaligen Gelände der Brauerei Moy, die den Standort Haag 1990 aufgegeben hatte.
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Der geplante Standort für das MVZ liegt auf dem ehemaligen Gelände der Brauerei Moy, die den Standort Haag 1990 aufgegeben hatte.

Eine lebhafte Debatte hat im Haager Gemeinderat die Standortfrage des neuen medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) ausgelöst. Es liegt eine Voranfrage für das Gelände der früheren Brauerei Moy vor. Sie fand mit elf gegen sieben Stimmen eine Mehrheit, doch soll es noch eine Alternative geben.

Von Ludwig Meindl

Haag – Normal gehöre die Debatte in den Bauausschuss, so Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) einleitend. Die Bedeutung der Entscheidung fordere jedoch eine Beratung im Gemeinderat.

Hotelbau war nicht realisiert worden

Für das ehemalige Brauereigelände Richtung Münchener Straße liege ein Antrag auf Vorbescheid für den Neubau eines Wohnhauses mit medizinischem Versorgungszentrum, Apotheke und Tiefgarage vor. 2013 habe der Gemeinderat bereits den Abbruch des Wirtschaftsgebäudes für ein Hotel mit Tiefgarage befürwortet. Dieses Vorhaben sei aber nicht realisiert worden.

Der Antrag wurde nach Bürgermeisterin Schätz mit dem Landratsamtes vorgeprüft, die Einbeziehung des Denkmalschutzes angeregt. Eine Befürwortung sei „sehr problematisch“, da aus städteplanerischer Sicht das Gesamtkonzept für das Areal fehle, warnte Schätz. „Ein vollständiger Bauantrag wäre zur Beurteilung nötig.“

Lebhafte Debatte über den Standort und Alternativen

Klaus Breitreiner (CSU) fand dagegen die Parkplatzfrage bestens gelöst und die Größe für das Vorhaben günstig: „Ich verstehe nicht, warm das nicht passen sollte.“

Dagegen warf Egon Barlag (Freie Wähler) ein, der Gemeinderat solle doch vorher über eine Gesamtsicht des Areals nachdenken – und so verhindern, dass nachher gefragt werden müsse, was zum neuen medizinischen Versorgungszentrum hinzupasse. Zweiter Bürgermeister Stefan Högenauer (CSU) erinnerte im Gegenzug daran, dass in den 50er Jahren hier bereits ein Gebäude mit ähnlichem Umfang gestanden habe. Es gelte jetzt die Chance zu nutzen.

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Andreas Sax (CSU) mahnte die Gemeinderäte, die Grundsatzfrage zu stellen, ob sie das MVZ hier wollen oder nicht. Details seien später zu klären. Die neue Belebung für das Zentrum unterstrich Christine Huber (Grüne) – ebenso wie Hans Urban (CSU). Auf ein Gesamtkonzept müsse man 30 Jahre warten. Bürgermeisterin Schätz ergänzte, nicht alle Schritte müssten sofort vollzogen werden. Es brauche aber doch eine Vorstellung darüber, wie das ganze Areal mal aussehen könnte.

Das MVZ „sollte nicht weiter draußen sein“, empfahl Josef Hederer (PWG). Belebung habe Vorrang vor baulichen Feinheiten. Eva Rehbein (SPD) zeigte sich überzeugt, dass wohl alle die Ortskernbelebung wünschen würden. Sie frage sich nur: „Ist dieser Investor leistungsfähig?“ Dritter Bürgermeister Dr. Florian Haas (PWG) lenkte ein, eine Voranfrage brauche keine endgültige Beschlussfassung zur Sache.

Weiterer Vorschlag nahe Krankenhaus

Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) warnte vor einer Kampfabstimmung. Die Räte sollten sich mehrere Möglichkeiten offenhalten. Die Bürgermeisterin wiederholte, dass die eingereichten Unterlagen für eine Befürwortung nicht ausreichen würden. Es brauche noch mehrere Klärungen. Egon Barlag warnte davor, zuzustimmen, wenn der städtebauliche Berater noch Bedenken habe. Er plädierte dafür, zu vertagen. Bürgermeisterin Sissi Schätz sprach von „weiteren Standortvorschlägen“, die in der Nähe zum Krankenhaus lägen und „genauso attraktiv“ seien: „Wir dürfen nichts überstürzen.“

Zur Beratung der weiteren vier Fragen, die der Antrag neben der Anfrage auf Bauplanung enthielt, kam es nicht mehr, da sich das Gremium doch auf eine grundsätzliche Beschlussfassung einigte und mit elf gegen sieben Stimmen entschied, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

Die nächsten planerischen Schritte dürften spannend werden.

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