Gemeinderat Eiselfing fragt sich: Wollen die Pollershamer eine Bebauung?

Ländliche Idylle: Pollersham mit der kleinen Kirche. Wünschen die Bürger eine weitere Bebauung? Die Gemeinde Eiselfing will sie dazu befragen.
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Ländliche Idylle: Pollersham mit der kleinen Kirche. Wünschen die Bürger eine weitere Bebauung? Die Gemeinde Eiselfing will sie dazu befragen.

„Neu ist das Thema nicht…“ sagte Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne/SPD) zum Antrag einer Bürgerin, die momentan zwar in einer Nachbargemeinde wohnt, aber gerne in ihrem Heimatort Pollersham auf ihrem eigenen Grundstück ein Wohngebäude mit Garage errichten würde. Doch das ist gar nicht so einfach.

Von Andreas Burlefinger

Eiselfing – Pollersham ist Außenbereich, eine Privilegierung als Bauvorhaben für die Landwirtschaft liege jedoch nicht vor, so die fachliche Klarstellung des Bauamtsleiters.

Gemeinde kann das Verfahren nur einleiten

Die Gemeinde könnte zwar über einen Bebauungsplan mit einer möglichst engen Baubegrenzung nachdenken und den Antrag an das Landratsamt schicken. „Aber der Erfolg dabei ist eher unrealistisch“, ordnete Laurentius Fischer den Vorgang einzuordnen.

„Wollen das dann wirklich auch alle Pollershamer?“, fragte Rupert Reininger (UWE) in die Runde des Gemeinderates. Johann Herzog (CSU) stellte eine andere Frage: „Wollen wir das als Gemeinde anleiern und wollen wir das Ergebnis dann auch haben?“.

Gemeinde kann das Verfahren nur einleiten

Für Fischer als dafür zuständigen und ausführenden Bauamtsleiters ist die Sachlage klar. „Mit Beteiligung von Behörden, Ämtern und der Öffentlichkeit kommt zuerst die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes und dann in ein paar Jahren nach Maßgabe des Landratsamts ein Bebauungsplan. Und da haben wir ja die Erfahrung gemacht, dass die Grenzen nicht immer so gezogen werden, wie es die Beteiligten vor Ort eigentlich wollen. Die Gemeinde kann das Verfahren nur einleiten. Mehr kann und darf sie nicht“.

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Michael Maier (CSU) war für ein solches Verfahren. „Man muss die Bauentwicklung in der Gemeinde Eiselfing unterstützen. Zumindest für die Einheimischen“. Und nach Auffassung des Bürgermeisters sollte das dann aber so durchgeführt werden wie in Spielberg. „Da müssen wir zuerst mit den Pollershamern reden und deren Meinung abfragen“.

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Dieser Ansicht schloss sich auch Manuel Latein (UWE) mit den Worten „Auch die Dorfgemeinschaft muss das wollen“ an. Auch er sieht ein Gespräch mit den dortigen Bürgerinnen und Bürgern als notwendig an.

Eine Beschlussfassung zu diesem Thema wurde mit dem Einverständnis des gesamten Gemeinderates deshalb diesmal nicht gefasst. Der Bürgermeister wird gemeinsam mit dem Bauamtsleiter zeitnah, das heißt also schon recht bald, die Pollershamer zu einem Gespräch einladen, beschloss das Gremium.

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