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BEGRENZUNG NICHT DURCHSETZBAR

Gemeinderat Edling enttäuscht: Molkerei Meggle darf 20 weitere Jahre Grundwasser entnehmen

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Die Firma Meggle (im Hintergrund) darf für weitere 20 Jahre Grundwasser entnehmen. Die Gemeinde Edling hätte sich eine Beschränkung auf fünf Jahre gewünscht.

Enttäuscht ist man in der Gemeinde Edling, dass das Wasserwirtschaftsamt der Firma Meggle weitere 20 Jahre einräumt,in denen Grundwasser aus dem Brunnen entnommen werden darf. Der Brunnen liegt in einem Areal, das inzwischen kein Wasserschutzgebiet mehr ist.

Von Barbara Hilbert-Rieger

Edling – Das Dauerthema Wasser beschäftigte auch in dieser Sitzung die Edlinger Gemeinderäte. Die Firma Meggle hatte die Errichtung von zwei Grundwassermessstellen beantragt.

„Etwas enttäuscht“, sei man laut Bürgermeister Matthias Schnetzer (CSU) gewesen, als man über den Entscheid des Wasserwirtschaftsamts erfuhr: Die Laufzeit der geduldeten Wasserentnahme durch die Firma Meggle wird für 20 Jahre genehmigt – nicht wie die Gemeinde es gewünscht hatte, auf fünf Jahre begrenzt.

Schonfrist für Wasserburg verlängert sich

Ebenfalls sei es für ihn unverständlich, warum die Stadt Wasserburg jetzt wieder fünf Jahre Zeit habe, die Ortsteile Reitmehring und Viehhausen selbst zu versorgen. Beide Entscheidungen seien aus Sicht der Gemeinde Edling „nicht nachvollziehbar“.

Drei Millionen Kubikmeter Wasser

Zur Erläuterung: Die Firma Meggle darf laut diesem Bescheid jährlich drei Millionen Kubikmeter Wasser aus dem ehemaligen Wasserschutzgebiet auf Edlinger Gebiet entnehmen, 6000 davon benötige man für die Versorgung von Reitmehring Süd.

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Zum Antrag erläuterte Schnetzer, die Firma Meggle müsse Messpunkte für den Zufluss anlegen, einmal würde der Wasserspiegel am Edlinger Bauhof, das andere Mal an der Pumpstation an der Schächinger Straße gemessen werden. Der erste Messpunkt sei bereits vorhanden, der zweite müsse noch errichtet und dazu cirka 20 Meter tief gebohrt werden. Beide Messstellen liegen auf öffentlichem Grund der Gemeinde Edling.

Gemeinde will Zugang zu Daten

Schnetzer schlug vor, vertraglich festzulegen, dass Edling der Errichtung der Messstellen durch die Firma zustimme, wenn vertraglich gesichert werde, dass die Gemeinde jederzeit, vollumfänglich und kostenlos Zugang und Zugriff auf die Daten habe.

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Diesem Vorschlag schlossen sich alle Gemeinderäte an votierten einstimmig für eine Genehmigung unter den genannten Bedingungen.

Unverständnis, warum Bürger nicht auf Barrikaden gehen

Nach der Abstimmung kam es noch zu einer Diskussion über die Wasserversorgung und das Wasserschutzgebiet. Florian Prietz (UBG) fragte nach, ob das Wasserschutzgebiet wirklich schon offiziell aufgehoben sei, da laut seinen Informationen ein Bauantrag mit dem Hinweis auf die Nähe zu einem bestehenden Schutzgebiet verwehrt worden sei. Bürgermeister Schnetzer versprach, eine offizielle Stellungnahme über den derzeitigen Sachstand beim Wasserwirtschaftsamt einzuholen.

Auf die aufkommende Frage, warum Ortsteile mit Wasser versorgt werden dürften, das aus einem Gebiet komme, das keinem Schutz mehr unterliege, erklärte Nicole Bauer-Schäfer (ÜWG), Trinkwasserqualität müsse Wasser erst haben, wenn es aus dem Hahn fließe. Sie verstehe auch nicht, warum die Bürger der betroffenen Ortsteile nicht „auf die Barrikaden gingen“, aber viele seien da wohl der Ansicht, „wenn’s vom Meggle kommt, wird’s wohl sauber sein“, obwohl es drei Tage dauere, bis ein Wasserprüfbericht vorliege.

Schlechte Kommunikation mit Wasserwirtschaftsamt

Es sei für die „Interessengemeinschaft Wasser“, in der sich Bauer-Schäfer engagiert, derzeit keinerlei Kommunikation mit dem Wasserwirtschaftsamt möglich: „Die Thematik Wasserschutzgebiet wird ausgesessen.“

Die „schwammige Geschichte mit Wasserburg“ irritierte Bürgermeister Schnetzer. Er sagte, er verstehe nicht, warum aus einem Jahr Schonfrist plötzlich fünf Jahre würden, bis Wasserburg die Trinkwasser-Versorgung sicherstellen müsse und warum die Stadt unter den bestehenden Bedingungen ein neues Wohngebiet ausweisen dürfe. Außerdem sei „der Druck auf die Firma Meggle, im Betrieb Wasser zu sparen,“ weg.

Er sehe es jedoch als kleinen Erfolg der Interessengemeinschaft, dass kein weiterer Brunnen gebohrt werden dürfe und dass nun die Messstellen errichtet würden.

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