Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Gewerbegebiet am Klosterfeld

Gemeinderat: Abwasseraufbereitungsanlage von Zosseder wird in Griesstätt gebaut

Am Klosterfeld entsteht die neue Zosseder-Anlage.
+
Am Klosterfeld entsteht die neue Zosseder-Anlage.

Die Firma Zosseder will in Griesstätt eine neue Anlage bauen, in der Abwasser und Schlamm aus dem Landkreis aufbereitet wird. Die Zeit drängt, denn der Betrieb des Vorgängerwerks in Spielberg (Eiselfing) wird Ende des Jahres eingestellt.

Griesstätt – Der Antrag der Firma Zosseder zur immissionsschutzrechtlichen Genehmigung einer Abwasseraufbereitungsanlage im Gewerbegebiet „Am Klosterfeld“ und die damit verbundene Zulassung des vorzeitigen Baubeginns beschäftigte den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nur kurz. Die Stellungnahme zum Verfahren (Tagesordnungspunkt 5a) entfiel nahezu. Das gemeindliche Einvernehmen wurde ohne Diskussion einstimmig erteilt.

Entscheidung fällt das Landratsamt

Die letztendliche Entscheidung fällt das Landratsamt Rosenheim, das für die emissionsrechtliche Genehmigung zuständig ist, wie die Behörde auf Nachfrage der Redaktion mitteilt. In diesem Zusammenhang werde auch der Bauantrag geprüft. Wann eine Entscheidung falle, stehe noch nicht fest.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Den Antrag auf vorzeitigen Baubeginn, der in der Gemeinderatssitzung nicht verlesen wurde, unserer Redaktion jedoch in wesentlichen Teilen vorliegt, hatte die Firma Zosseder mit dem Hinweis versehen, dass Sofortvollzug beantragt worden sei. Mit einer Entscheidung zugunsten der Firma werde gerechnet – da unter anderem ein berechtigtes öffentliches Interesse am Bau der Abwasseraufbereitungsanlage bestehe und letztlich Entsorgungssicherheit im Landkreis Rosenheim gewährleistet sein müsse.

Anlage in Spielberg nicht mehr zu ertüchtigen

Grund hierfür: Die bestehende Emulsionsspaltanlage in Spielberg (Eiselfing) entspräche nicht mehr dem Stand der Technik, eine Ertüchtigung der 30 Jahre alten Anlage sei nicht möglich und deren Betrieb müsse Ende des Jahres zudem eingestellt werden.

Die neue Anlage soll jetzt in Griesstätt entstehen und laut Antrag Emissionen jeglicher Art, die die Umwelt gefährden könnten, ausschließen. Sollte es dennoch zu einem Havariefall des größten 29 Kubikmeter fassenden Behälters kommen, könne der wannenförmig ausgeformte betonierte Hallenboden dessen Inhalt fassen. Damit werde ein Austreten von umweltschädlichen Stoffen aus dem Gebäude ebenso wie bei der Abwasseranlage verhindert, die in einem geschlossenen System betrieben werde.

Abfall aus Kanalreinigungen und Schlämme

Geplant ist die Annahme verschiedener, auch möglicherweise mit Öl belasteter Abwässer und Feststoffe vornehmlich aus dem Bereich von Stadt und Landkreis Rosenheim. Das könnten laut Antrag Abfälle aus Kanalreinigungen ebenso sein wie Bearbeitungsschlämme, die auch gefährliche Stoffe enthalten könnten. Sandfang- und Ölabscheiderinhalte, Kanalräum- und Straßenkehrgut sowie Spritzkabinenwasser und Sedimente würden in der Anlage behandelt.

Lesen Sie auch: Abwasserbehandlungsanlage in Griesstätt? Zosseder-Vorhaben löst Kontroverse aus

Die gereinigten Stoffe werden nach der Analyse in eine zugelassene Entsorgungsanlage gebracht – eine Grube, Deponie oder eine zur Weiterbehandlung zugelassene Einrichtung.

Die Entsorgungssicherheit wird mit 3.000 Jahrestonnen für den Raum Rosenheim gegenüber der Kapazität der alten Anlage signifikant erhöht, so die Informationen aus den Antragsunterlagen zur Sitzung.

Kein Wasser kommt in den Kanal

Bürgermeister Robert Aßmus (parteifrei) stellte zum Vorhaben noch fest, dass kein behandeltes Wasser in den öffentlichen Abwasserkanal geleitet werde. Martin Hofmeister, (Grüne), der die rechtlichen Gründe für die Zulassung und die daraus abgeleitete Zustimmung durchaus anerkannte, konnte sich angesichts der künftig in der Anlage angelieferten Stoffe und deren Zusammensetzung allerdings nicht verkneifen, vor der abschließenden einstimmigen Genehmigung zu bemerken: Was da verarbeitet werde, gefalle ihm gar nicht, sei einfach „grauslich“. (re)

Mehr zum Thema

Kommentare