Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


„Hausbesuche“ mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege

Gemeinde Maitenbeth hat räumlich und gestalterisch eine lebendige Ortsmitte geschaffen

Altbürgermeister Josef Kirchmaier (Vierter von links), der noch die „Bauherrschaft“ für die Alte Post und das neue Rathaus hatte, konnte interessante Details aus der Planungs- und Bauphase erzählen.
+
Altbürgermeister Josef Kirchmaier (Vierter von links), der noch die „Bauherrschaft“ für die Alte Post und das neue Rathaus hatte, konnte interessante Details aus der Planungs- und Bauphase erzählen.
  • VonIrmi Günster
    schließen

Vorbildliche Architektur bescheinigt der Bayerische Landesverein für Heimatpflege der Gemeinde Maitenbeth für ihre Ortsmitte. Bei einem Rundgang besprachen Planer, Amtsvertreter und interessierte Bürger informative Details.

Maitenbeth – Alt und neu, historisch und in die Zukunft gewandt – das muss kein Widerspruch sein, auch architektonisch nicht. Unter dem Motto „Schauen – Erleben – Begreifen“ hatte die Gemeinde Maitenbeth Planer, Amtsvertreter und interessierte Bürger zu einem Rundgang durch die Ortsmitte eingeladen.

Diese rund zweistündige Veranstaltung ist Teil der Reihe „Hausbesuche“, die von der Bauberatung des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege initiiert wurde. Dieser hat es sich zum Ziel gesetzt, eine „intensivere Verbreitung vorbildlicher Architektur in Bayern“ zu fördern. Maitenbeth steht nach Ansicht des Vereins als Beispiel dafür, eine Dorfmitte mit Hilfe der Städtebauförderung räumlich und gestalterisch nachhaltig zu beleben.

+++ Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier. +++

Rund 20 Personen, darunter Bürgermeister Thomas Stark, Altbürgermeister Josef Kirchmaier, die Planer der „Alten Post“ und des neuen Rathauses, Udo Rieger aus Isen und Axel Frühauf von der Meck Architekten GmbH aus München, Vertreter des Landesvereins für Heimatpflege, sowie interessierte Bürger, hatten sich zwischen „Alter Post“ und Rathaus zusammengefunden.

Erinnerung behalten und trotzdem nach vorne blicken

Dr. Vinzenz Dufter vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege umriss in seiner Einleitung, worum es im Kern geht: Die Erinnerung behalten, aber auch weiter nach vorne blicken. Er stellte fest, dass die Maßstäblichkeit des neuen Rathauses und der „Alten Post“ ähnlich seien. Hier in Maitenbeth sei in Begleitung der Städtebauförderung eine „lebendige Ortsmitte“ entstanden, stellte er weiter fest. Als Grundsatz gelte: immer den gesamten Ort anzuschauen und nicht etwa nur ein Einzelgrundstück. Axel Frühauf von Meck Architekten witzelte, beim Bau des neuen Rathauses das schnellste Bebauungsplanverfahren erlebt zu haben und nahm auch Bezug auf die Auszeichnungen, die man bekommen habe.

Dr. Vinzenz Dufter vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege sprach als Vertreter des Veranstaltungsinitiators einleitende Worte.

Die Veranstaltung war eher lockerer Art, von den Anwesenden wurden immer wieder Fragen gestellt, es durfte auch gelacht und nicht ganz ernst gemeinte Anmerkungen gemacht werden. Beim anschließenden Rundgang, bei dem das Wetter gut mitspielte, obwohl die schwüle Luft das nächste Gewitter schon erahnen ließ, umrundete die Gruppe auch die Kirche und den Friedhof und traf anschließend wieder am Ausgangspunkt ein. Bürgermeister Thomas Stark verwies darauf, dass man anspruchsvolles Gelände, wie hier rund um die Ortsmitte, auch dafür nutzen könne, um „architektonisch“ damit zu spielen.

Auf besonders großes Interesse stieß die Begehung der „Alten Post“, wobei die niederen Türrahmen bei der Sanierung eine Herausforderung waren. Ein besonderes Flair verbreiteten die dicken, dunklen, alten Holzbalken, ein alter Ofen, Aufputzleitungen, Lichtschalter zum Drehen und die Türschwellen, über die schon, an tiefen Dellen erkennbar, so etliche Füße gegangen waren.

Planer Udo Rieger war begeistert von der Ausführung des Bodenbelags im Eingang und konnte auch so manch lustige Details aus Planung und Umsetzung erzählen, beispielsweise die besondere Herausforderung, den Balkon sicher und optisch ansprechend hinzubekommen. Man habe hier, getreu dem Motto, was man erhalten kann, das erhalte man auch, unter anderem auch die alten Dämmmaterialien verwendet, wie hier Schilfrohr. Man bekomme damit zwar keine Passivhaus-Werte, könne aber durchaus eine Basis für moderate Heizkosten schaffen, war er überzeugt.

Alter Heuboden wurde zum modernen Saal für Trauungen

Durch den historischen Türsturz betraten die Besucher den ehemaligen Heuboden, der erst ein Sitzungssaal hätte werden sollen, wie der Bürgermeister erzählte. Nachdem diese aber nun doch im neuen Rathaus stattfänden, würde dieser Raum nun als Saal für Trauungen und auch gerne für private Feiern genutzt.

Die alte Post

Die denkmalgeschützte „Alte Post“ wurde in ein gemeindliches Bürgerhaus mit Vereins-, Gruppen- und Ausstellungsräumen und einem Veranstaltungssaal im ehemaligen Heuboden umgenutzt. Der Schalterraum der ehemaligen Poststelle konnte mit der historischen Ausstattung von 1914 museal erhalten werden.

Das neue Rathaus

Das neue Rathaus ordnet die Ortsmitte neu. Es spannt gegenüberstehend der „Alten Post“ einen autofreien öffentlichen Raum auf und nimmt den Größenmaßstab der „Alten Post“ auf.

Mehr zum Thema