Gemeinde Haag will auf dem Feuerwehrdach mit PV-Anlage Strom erzeugen

Eine PV-Anlage auf dem Dach des Haager Feuerwehrhauses will die Gemeinde im Eigenbetrieb nutzen.
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Eine PV-Anlage auf dem Dach des Haager Feuerwehrhauses will die Gemeinde im Eigenbetrieb nutzen.
  • vonLudwig Meindl
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Das Dach des Haager Feuerwehrhauses soll künftig für die umweltfreundliche Stromgewinnung genutzt werden. Die Fotovoltaikanlage wird die Gemeinde im eigenen Betrieb nutzen und nicht vergeben.

Haag – Diesen Beschluss faste der Verwaltungs- und Kulturausschuss nach Vorlage einer Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Umweltreferent Hans Urban hatte die Anregung eingebracht, dass neben dem südlichen Dach des Bürgersaals nun auch die Ost- und Westflächen des Feuerwehrhauses nebenan zur Stromerzeugung über eine Photovoltaikanlage genutzt werden.

Der Verwaltungs- und Kulturausschuss hatte die grundsätzliche Nutzung bereits befürwortet. Vor einer endgültigen Beschlussfassung sollte jedoch ein unabhängiges Planungsbüro noch die Wirtschaftlichkeit prüfen.

Nun legte Siegfried Fischer vom „planbüro F“ drei Varianten vor. Die erste für eine Investition von knapp 40.000 Euro brächte 24 720 Kilowattstunden pro Jahr und amortisiere sich nach gut 15 Jahren. Der Eigenverbrauch, den er aus dem Durchschnitt der letzten zwei Jahre ermittelt hatte, lag hier bei 6798 Kilowattstunden pro Jahr.

Auch E-Ladestation im Konzept

Variante zwei kostet die Gemeinde nur 13.176 Euro, brächte dagegen nur 8252 KWh im Jahr und rechne sich nach knapp zehn Jahren. Variante drei schließlich lag in der Investition wie die erste Ausführung bei 39.528 Euro mit ebenfalls 24.720 Kilowattstunden bei einem Eigenverbrauch von 14.214 kWh. Die Amortisation hatte er auf knapp zwölf Jahre berechnet.

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Variante eins nutzte in maximaler Belegung die gesamte Dachfläche, Variante zwei war für eine angepasste Belegung ausgerichtet, Variante drei nutzte auch das ganze Areal und umfasste zusätzlich eine Elektroladestation für E-Fahrzeuge. Bei eins und drei fielen Stromerzeugung und ökologischer Nutzen am höchsten aus, so Fischer. Die zweite Möglichkeit zahle sich dagegen am schnellsten aus.

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Generell hatte die Verwaltung der Gemeinde Haag festgestellt: „Der ökologische Nutzen und die Amortisationszeiten sprechen für eine Nutzung der Dachflächen des Feuerwehrhauses.“ Voraussetzung dazu bilde lediglich noch die „statische Geeignetheit der Dächer“.

Hält Anlage überhaupt 15 Jahre?

Unter den wenigen Nachfragen der Räte wollte Josef Hederer (PWG) Genaueres zum Laden der Elektrofahrzeuge erfahren. Diese sollten nach jeder Nutzung wieder geladen werden, so Bürgermeisterin Sissi Schätz. Siegfried Meier (SPD) blieb gegenüber der Amortisationsangabe bis zu 15 Jahren skeptisch: „Hält die Anlage überhaupt so lange?“ Dazu der Referent Siegfried Fischer vom Planungsbüro pauschal: „Risiken gibt es wie bei jedem Haus.“

Zur angesprochenen Brandgefahr bemerkte Hans Urban, dass „sich so gut wie keine Anlage“ selbst entzünde. Brand sei ansonsten „schon kritisch“ einzustufen. Bürgermeisterin Sissi Schätz verwies ferner auf den Eigennutzen durch die Gemeinde. Hans Urban plädierte bei der Diskussion um das Nutzungsverhältnis darauf, dass die Gemeinde die Anlage betreiben solle.

Variante 3 favorisiert

So fiel die erste Abstimmung einstimmig gegen Variante eins aus. Für eine Nutzung durch die Gemeinde plädierten neun Räte. Die Variante drei schließlich favorisierten Acht gegen die Stimmen von Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) und Siegfried Meier.

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