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„Wir können und sollten es stemmen“

9-Millionen-Euro-Projekt: Amerang muss für neuen Kindergarten noch tiefer in die Tasche greifen

Die Ostansicht des neu geplanten Kindergartens in Amerang.
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Die Ostansicht des neu geplanten Kindergartens in Amerang.
  • VonChrista Auer
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Kein unnötiger technischer oder gestalterischer Schnickschnack, so lautete die Vorgabe der Gemeinde Amerang für den Bau eines neuen Kindergartens inklusive Räumen für Vereine. Jetzt wird das Projekt trotzdem teurer als gedacht. Der Gemeinderat fällte jetzt eine Entscheidung.

Amerang – Ortsbildtypische Gestaltung, effiziente und möglichst autarke Strom- und Heizversorgung, hochwertige und nachhaltige Materialien und kein unnötiger technischer oder gestalterischer Schnickschnack – das waren die wesentlichen Vorgaben des Gemeinderats für die Planung des Kita-Neubaus. Nun wurde die Entwurfsplanung vom Ameranger Gemeinderat einstimmig genehmigt.

Bei der Beratung des Projekts wurden zwei Punkte schnell klar: Die Vorgaben wurden gefällig umgesetzt und die Gemeinde muss mit geschätzten Kosten von rund neun Millionen Euro tief in die Kasse greifen.

3,1 Millionen Euro werden als Kredit benötigt

Die Rücklagen reichen dafür nicht aus. Zur Finanzierung ist deshalb eine Kreditaufnahme von 3,1 Millionen in diesem Jahr und einer Millionen Euro im nächsten Jahr vorgesehen. „Der Neubau der Kita ist alternativlos, auch wenn die Kosten den Gemeindehaushalt langfristig schwer belasten“, brachte es Bürgermeister Konrad Linner (GLA) auf den Punkt. Man werde auf jeden Fall jeden Förderstrohhalm nutzen, dennoch werde der Eigenanteil der Gemeinde etwa bei 7,4 Millionen Euro liegen.

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Die Vereinsräume sind von der Förderung ausgenommen. Hier sei lediglich eine Leader-Förderung von rund 200.000 Euro in Aussicht gestellt, so Linner. Rund 6,5 Millionen Euro Baukosten entfallen auf das Haus für Kinder.

Linner erinnerte daran, dass die angenommenen Kosten für eine Erweiterung und Sanierung des Bestandsgebäudes laut Machbarkeitsstudie für 2021 bei rund 6,2 Millionen Euro gelegen hätten. Dabei hätte es sich aber um eine Kompromisslösung mit deutlichen Nachteilen gehandelt. Um der großen Nachfrage an Betreuungsplätzen auch mit Blick auf die kommenden Jahre gerecht zu werden und der eingeschränkten Erweiterungsmöglichkeiten am Bestandsgebäude, hatte sich der Gemeinderat deshalb für einen Neubau der Kindertagesstätte entschieden.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Die neue Planung mit Haupt- und Nebengebäude auf einem Areal von 4400 Quadratmetern hat viel Platz zum Spielen im Freien und in puncto Raumbedarf Luft nach oben, um auch für die sich derzeit abzeichnende, steigende Nachfrage im Kindergarten- und Krippenbereich und für die Betreuung von Grundschulkindern gewappnet zu sein.

Mit der Unterbringung von Vereinsräumen im Dachgeschoss des neuen Gebäudes setzt die Gemeinde nämlich auf einen Synergieeffekt. Zum einen bekommen Musikverein und Trachtler längst notwendige Gruppenräume, zum anderen werden mit dem Auszug der beiden Ortsvereine aus dem Ameranger Schulgebäude die notwendigen Raumkapazitäten für die offene Ganztagsschule für Grundschüler frei, die laut Gesetzgeber bis 2026 realisiert werden muss. Eigentlich eine Win-win-Situation, doch der erhoffte Synergieeffekt war für einige Räte in finanzieller Hinsicht niedriger als erwartet.

Diskussion über Baukosten und Sparmöglichkeiten

Christian Staber und Simon Strell (beide CSU) pochten deshalb darauf, die Kostenentwicklung insgesamt und speziell für die Vereinsetage im Auge zu behalten. „2,5 Millionen Euro für zwei Vereine und andere Ortsvereine wie beispielsweise die Schützen hängen noch in der Luft“, wandte Strell ein. Er zeigte sich zudem insgesamt besorgt über die Entwicklung der Baupreise. Eine weitere Kostensteigerung sei zu erwarten, deshalb solle versucht werden, zu sparen.

Das Gebäude präsentiert hier seine Südseite.

Christian Staber ergänzte, dass es sich um einen super Planentwurf handle. Die Idee, die Vereinsräume im Neubau unterzubringen sei gut und notwendig, aber auch ein großes Entgegenkommen an zwei Ortsvereine. Klar sei aber auch, dass der Bau der Kita wahrscheinlich im zweistelligen Millionenbereich ende und damit erhebliche Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen haben werde. „Die in Aussicht gestellten Fördergelder reißen das nicht raus“, so Staber.

Wichtige Investition in die Zukunft

Der Planer erläuterte dazu, dass bei der Ausstattung nur etwa zwei Prozent der Baukosten eingespart werden könnten. „Der gebaute Raum kostet das Geld“. Insgesamt war sich der Gemeinderat aber einig darüber, dass der Neubau des Hauses für Kinder eine wichtige Investition in die Zukunft und eigener Bau für Vereine nicht günstiger zu realisieren sei, so brachte es Sebastian Stadler (CSU) auf den Punkt.

„Die intensiven Planungen sind über zwei Jahre gewachsen, wir sollten jetzt nicht anfangen im Detail zu sparen und die Sache durchziehen“, sagte Ludwig Niedermaier (FWK). „Die Alternative wäre ein eigener Bau für Vereine und das kostet mehr“, gab Matthias Schmid (GLA) zu bedenken. So könnten zwei Vereine gut untergebracht werden „und das sollte es uns wert sein. Wir können und sollten es stemmen“.

So sehen die Pläne aus: Fertigstellung ist für März 2025 geplant

Der geplante Neubau in Stahlbeton- und Holzrahmenbauweise umfasst für den Kita-Bereich rund 1500 Quadratmeter Nutzfläche auf zwei Etagen und Nebengebäude. Im Erdgeschoss ist im Wesentlichen ein großzügiger Krippenbereich für zwei Gruppen mit je 14 Kindern, eine Garderobe für alle Kita-Kinder, sowie ein Speise-und Küchenbereich, ein Eltern-Café, sanitäre Anlagen, Nebenräume und ein Leitungsbüro vorgesehen.

Im Obergeschoss ist der Kindergartenbereich für drei Gruppen je 25 Kinder sowie ein Bewegungsraum, ein Aufenthaltsraum, ein Büro sowie notwendige Sanitär- und Nebenräume geplant.

Das Dachgeschoss bietet auf weiteren 800 Quadratmeter Platz für die Vereinsetage mit Übungsräumen für Trachtler und Musikverein sowie einen weiteren Versammlungsraum mit Teeküche zur allgemeinen Nutzung.

Laut Planer war die Unterbringung eines Schießstands mit Schützenheim im Dachgeschoss platztechnisch nicht möglich. Nachdem der Gemeinderat grünes Licht gegeben hat, soll es weiter zügig vorangehen. Ende November soll die endgültige Planung mit Kostenberechnung stehen. Im Juli soll mit dem Bau begonnen werden.

Die geplante Fertigstellung ist für März 2025 geplant.

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