So geht`s: Schnelles Internet für 200 Garser Anwesen

Im Keller des Garser Rathauses messen Gars scheidender Bürgermeister Norbert Strahllechner und Thomas Faltl (Fieldservice amplus AG) die Übertragungsrate der Glasfaserleitung. Münch

Der Breitbandausbau funktioniert auch auf den Land – mit den richtigen Partnern, zeigt das Beispiel Gars.

Von Bruno Münch

Gars – Bei einer seiner letzten Amtshandlungen hat Gars scheidender Bürgermeister Norbert Strahllechner (FWG Gars) mit Vertretern der Firma Amplus AG die nun fertiggestellten Glasfaserleitungen im Bereich der Gemeinde Gars in Betrieb genommen.

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Bei einer Zusammenkunft im großen Sitzungssaal, wo man die aktuell erforderlichen Abstände einhalten konnte, erinnerte Strahllechner vorweg an die Anfänge der Zusammenarbeit: Nachdem die Deutsche Telekom nach zwei Ausbaustufen mit der Begründung mangelnder Wirtschaftlichkeit den weiteren Netzausbau in Gars abgelehnt hatte, wurde im Jahr 2018 zwischen der Gemeinde und dem Telekommunikationsdienstleister Amplus AG (aus Teisnach im Bayerischen Wald) ein Breitband-Kooperationsvertrag geschlossen. Damit konnte die staatlich geförderte Breitbanderschließung in einer dritten Ausbaustufe fortgesetzt und abgeschlossen werden.

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Wie von Amplus mitgeteilt wurde, hat die Firma zusammen mit Subunternehmern 35 Kilometer Glasfaserkabel verlegt, die darüber hinaus notwendigen Zuleitungen zu einzelnen Gebäuden nicht mitgerechnet. Im Rahmen des Bayerischen Förderprogramms bekamen auf diese Weise etwa 170 Anwesen Breitbandanschluss, weitere wurden noch durch eigenwirtschaftlichen Ausbau von Seiten der Amplus AG erschlossen, sodass jetzt insgesamt etwa 200 Anwesen von einer schnellen Internetanbindung per Glasfaser profitieren. Auch öffentliche Einrichtungen wie die Garser Volksschule und die Gemeindeverwaltung im Rathaus gehören dazu.

Der Auftragsabwicklung durch die Amplus AG stellte Strahllechner ein hervorragendes Zeugnis aus. Die Firma habe die Gemeinde vor einem „Schabernak“ des früheren Anbieters gerettet und ihr „aus der die Bredouille geholfen“, als am 1. April die Telefonleitung gekappt worden sei. „Die Zusammenarbeit war super angenehm“, stellte er fest. So habe er große Dankbarkeit er von Seiten von Bewohnern von Weilern erfahren, die Amplus ans Netz anschließen konnte, obwohl dies als fast unmöglich gegolten habe.

Erster Ortstermin im Keller des Rathauses

Ein erster Ortstermin fand im Keller des Rathauses statt, wo durch einen Spezialisten der Firma Amplus eine Messung der Übertragungsrate vorgenommen wurde. Die zum Einsatz gekommene Glasfaser-Technologie ermöglicht Bandbreiten von bis zu einem Gigabit (1 Milliarde Bits) pro Sekunde, wobei der jeweilige Nutzer per Vertrag bestimmt, wie sein Anschluss ausgelegt wird. Die Gemeinde wird vertragsgemäß mit 30 Megabit/s versorgt, die Messung zeigte allerdings, dass noch „viel Luft nach oben“ wäre: Gemessen wurden 417 Megabit/s im Download und 189 Megabit/s im Upload. Alle privaten Nutzer in Gars können demnach problemlos mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde versorgt werden. Zu einem weiteren Ortstermin traf man sich an dem neu errichteten zentralen Verteiler, der den Knotenpunkt aller Glasfaserleitungen im Bereich der Gemeinde bildet. Der zuständige Spezialist der Firma erklärte den Anwesenden die Funktion und vorgesehene Sicherheitsmaßnahmen. Einig waren sich alle darin, dass Gars in punkto optimale Breitbandversorgung einen großen Schritt weitergekommen ist. Und dies erscheint gerade in der derzeit andauernden Coronakrise, in der digitale Vernetzung zunehmend an Bedeutung gewinnt, besonders wichtig. Bruno MÜnch

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