Geheimnisvolle Flaschenpost bei Au aus dem Inn gefischt – Kajakfahrer sucht Absender

„Was glitzert und glänzt denn da?“, dachte sich der Aschauer Dieter Leier, der beim Kajakfahren auf dem Inn auf Höhe Kloster Au diese Flaschenpost aus dem Wasser zog. Er würde sich freuen, mit dem Absender in Kontakt treten zu können.
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„Was glitzert und glänzt denn da?“, dachte sich der Aschauer Dieter Leier, der beim Kajakfahren auf dem Inn auf Höhe Kloster Au diese Flaschenpost aus dem Wasser zog. Er würde sich freuen, mit dem Absender in Kontakt treten zu können.
  • Andrea Klemm
    vonAndrea Klemm
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Ein Hilferuf von einem Schiffbrüchigen am Inn bei Kloster Au? Auch wenn der Volksmund die Flaschenpost gerne mit einen Rettungsaufruf von Gestrandeten verbindet – Dieter Leier glaubt, ein Kind habe losgeschickt, was er beim Kajakfahren auf dem Inn aus dem Wasser fischte.

Gars/Au– Nun sucht Dieter Leier aus Bergham bei Aschau die vermutliche Absenderin. „Die Flaschenpost war liebevoll mit einem rosa Bandl und goldenen Sterndl zugepappt, das würde ein Bub wohl nicht machen“, denkt er.

Hat das ein Kommunionkind geschrieben?

Der Aschauer paddelt gern auf dem Inn, ist oft auf Höhe Kloster Au unterwegs. „Schade, dass es da keinen Wirt mehr gibt“, so der 60-jährige, der als Ingenieur bei ZF in Aschau-Werk arbeitet. Er sah etwas Glitzerndes und Glänzendes im Wasser treiben und holte es an Board. Er öffnete die Plastikflasche und holte die zusammen gerollte Nachricht raus, geschrieben auf schönem Briefpapier, das patiniert wurde.

Eine Bibelstelle aus dem Johannes-Evangelium. Hat die Flaschenpost ein Kommunionkind verfasst?

Botschaft aktueller denn je

„Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben. Johannes 8 Vers 12“, steht da geschrieben, dazu der Nachsatz, „diese Nachricht wurde vor ungefähr 2000 Jahren geschrieben und gilt heute immer noch!“.

Bibel-Stille aus Johannes-Evangelium

Die Bibelstelle stammt aus dem Johannes-Evangelium. Darin gibt es viele Worte Jesu, in denen er sich als „Brot des Lebens“ oder „Licht der Welt“ der „gute Hirte“ oder dergleichen bezeichnet. So wird deutlich, welche Bedeutung Johannes Jesus beimisst. Mit dem Wort vom Licht der Welt will Johannes ausdrücken, dass durch Jesus Gott für alle Menschen deutlich sichtbar wird. Nicht selten hört man dieses Bibelzitat bei Taufen.

„Da hat sich jemand was dabei gedacht, das zu schreiben und in eine Flaschenpost zu stecken“, sagt der Aschauer. Er wolle gern mehr erfahren.

Dieter Leier tippt anhand der Schrift und der Ausbesserungen auf ein Kommunionkind, das die Botschaft vielleicht im Rahmen des Kommunionsunterrichts verfasst und losgeschickt habe. Leider hat die mutmaßliche Absenderin keine Adresse aufgeschrieben. Leier hofft, sie über die Heimatzeitung zu finden.

Finder freut sich, wenn sich der Absender meldet

Er freue sich auf den Kontakt und einen kurzen Ratsch. Einmal habe er einen Ballon aus dem Inn gezogen, an dem eine Postkarte befestigt war. Ein Mädchen aus Freising hatte ihn losgeschickt.

Auch er selbst habe schon mal eine Ballonpost versendet – beim Mühldorfer Volksfest. „Der Ballon kam nicht weit, denn die Antwortkarte bekam ich aus Töging“, erinnert er sich lachend. Wer hat diese Flaschenpost mit dem rosa Glitzerbändern und der Botschaft aus dem Evangelium losgeschickt und möchte mit dem Finder ins Gespräch kommen? Den Kontakt stellen wir (redaktion@wasserburger-zeitung.de) gerne her.

Hübsch verziert hat die mutmaßliche Absenderin ihre Flaschenpost.

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Stichwort Flaschenpost:

Mit Schiffbrüchigen, die um Rettung ersuchten - damit verband der Volksmund gerne die Flaschenpost. Sogar Christoph Kolumbus soll auf seiner Fahrt nach Westen 1493 von einer Art Flaschenpost Gebrauch gemacht, indem er während eines schweren Sturmes ein Zedernfässchen mit Nachrichten für den Katholischen König Ferdinand II. und dessen Ehefrau Isabella I. den Wellen übergab. Allerdings erreichte diese Post den Empfänger nicht, wie im Handwörterbuch des Postwesens nachzulesen ist.

 In früheren Zeiten wurde die mit einem Hilfeersuchen aufgefundene Flaschenpost bei den lokalen Behörden abgegeben, die das Schriftstück an den zuständigen Konsul des Landes weiterleiteten. Als Hilfsmittel der Wissenschaft hat die Flaschenpost wesentlich zur Erforschung der Richtung und Geschwindigkeit der Meeresströmung beigetragen, erstmals 1802 zur Auskundung des Golfstromes.

Überläufer von Nordkorea nach Südkorea warfen in den vergangenen zwei Jahren zweimal monatlich auf einer Insel Südkoreas Flaschen mit Essen, Reis, Geld, Medikamenten, politischen Informationen, USB-Sticks mit Musik ins Meer in der Hoffnung, dass sie von Nordkoreanern gefunden werden, wie das ORF 2018 vom Korea-Gipfel berichtete.

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