Geheimnis gelüftet? Die Wasserburger Häkelkünstlerin schreibt der Redaktion

Auch die Pandemie inspirierte die unbekannte Häkelkünstlerin zu Werken: Ihre Corona-Viren hingen in den Altstadtbäumen.
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Auch die Pandemie inspirierte die unbekannte Häkelkünstlerin zu Werken: Ihre Corona-Viren hingen in den Altstadtbäumen.
  • Heike Duczek
    vonHeike Duczek
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Unterschrieben hat sie – oder er? – den Brief mit drei kurzen Wollfäden. Mehr verrät die Häkelkünstlerin, die seit zwei Jahren die Stadt mit ihren wollenden Werken verschönert, auch im Schreiben an unsere Redaktion nicht über ihre Identität. Warum das so ist, verrät sie in ihrem Schreiben.

Wasserburg –So viel steht fest: Die Autorin hat sich über die Berichterstattung zu ihren Arbeiten sehr gefreut. „Vielen Dank für die wohlWOLLEnden Artikel über meine Häkelprojekte in der Wasserburger Zeitung“, schreibt die Unbekannte, die auch unserem Fotografen Karlheinz Rieger „für die netten Fotos“ dankt.

Die Redaktion hatte die talentierte Wollkünstlerin gebeten, ihre Identität zu lüften. In ihrem Brief an die Redaktion wirbt sie jedoch um Verständnis, dass sie dies nicht tun wird: „Bitte verstehen Sie, dass ich anonym bleiben möchte – in meiner Ideenfindung bin ich dadurch freier“, schreibt sie. „Es hat mich gefreut, dass meine kleinen Maschen in Ihrer Redaktion so große Bedeutung gefunden haben.“

Wasserburger werden weiter rätseln

Wer hinter der Künstlerin steckt, bleibt also weiterhin ein Geheimnis. Verständlich. Denn ein kreativer Geist kann sich bekanntlich am besten frei und ohne Leistungsdruck entwickeln. Die Wasserburger werden also weiter rätseln, wer die talentierte Woll-Meisterin ist. Und weiter beim Spaziergang durch die Stadt die Augen offenhalten – in der Hoffnung, dass die Unbekannte wieder „zugeschlagen“ beziehungsweise gehäkelt hat.

Gespanntes Warten auf das nächste Maschenwerk

Dabei lässt sie sich stets von gesellschaftlichen und stadtpolitischen Themen inspirieren. Mit Beginn der Corona-Pandemie hängte sie beispielsweise gehäkelte Viren in die Altstadtbäume. Derzeit sind die gehandarbeiteten Spinnen auf leeren Schaufensterscheiben Gesprächsthema in der Stadt: Sie nehmen die Problematik der auch in Wasserburg zunehmenden Geschäftsaufgaben auf.

„Gerne informiere ich Sie, sobald ich wieder ein Maschenwerk platziert habe“, verspricht die Künstlerin. Entgehen werden uns ihre Werke also nicht. Wir sind gespannt!

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