Für die lokale Gastronomie

Gutscheine statt Hendlmarken: Haager Senioren gehen heuer nicht leer aus

Statt Hendl- und Biermarken gibt es dieses Jahr ein anderes Schmankerl für die Haager Senioren.
+
Statt Hendl- und Biermarken gibt es dieses Jahr ein anderes Schmankerl für die Haager Senioren.
  • vonLudwig Meindl
    schließen

Die Senioren freuten sich auf das Haager Herbstfest und darauf, dass sie auf ein Hendl und eine Mass eingeladen werden. Doch Corona durchkreuzte diese Tradition. Damit die Generation 65plus heuer nicht leer ausgeht, bekommt sie Verzehrgutscheine für die Lokale im Ort. So beschloss es der Gemeinderat.

Haag – Eine Mass Bier und ein Hendl auf dem Herbstfest – darauf konnten sich die sich die Haager Bürger ab 65 Jahren einmal im Jahr freuen. Heuer ja leider nicht, weil das Herbstfest ausfiel. Trotzdem soll es einen Verzehrgutschein geben, beschloss der Gemeinderat auf Vorschlag von Karin Lipp (WfH).

Das Haager Herbstfest ist heuer der Krise zum Opfer gefallen. Damit entfiel auch der beliebte Seniorennachmittag. Mithilfe der „Schorsch-Auer-Stiftung“ wurde den Senioren an diesem Tag normalerweise ein Gutschein für eine Brotzeit und eine Mass Bier ausgegeben. Lipp, von „Wir für Haag“ hatte nun die Idee, das Angebot trotzdem aufrecht zu erhalten und legte mit Herbert Zeilinger (WfH) im Gemeinderat einen entsprechenden Antrag vor. Ein Verzehrgutschein im Wert von 15 Euro für die Gastronomie im Haager Gemeindebereich solle an die Senioren ausgeteilt werden. Alle sollten davon profitieren, so Zeilinger bei der Sitzung im Bürgersaal. Die Senioren bekämen eine Entschädigung für den Ausfall des traditionellen Seniorennachmittags und die Haager Wirte erhielten Unterstützung „in einer sehr schwierigen Zeit“.

Das könnte Sie auch interessieren:

Hohe Nachfrage nach Flaschenbier hält Corona-Schäden der regionalen Brauereien in Grenzen

Diese Idee wurde durch die Bank für gut befunden. Rosmarie Heimann (PWG) schlug vor, am Bürgerheim St. Kunigund den „Gickerlwagen“ auffahren zu lassen. Das Verteilen der Gutscheine in Oberndorf wolle sie persönlich übernehmen. Die Anfertigung der Gutscheine und die anschließende Verteilung sollen noch vor Weihnachten erfolgen, ergänzte die Bürgermeisterin Sissi Schätz. Die Gutscheine enthalten den Hinweis auf die Gastronomiemöglichkeiten: „Da werden wir keinen ausschließen.“

Wirte müssen schließen - kleine Hilfe

Bernd Schneider (CSU) wollte mit Andreas Sax (CSU) das Gutscheinangebot auf die örtlichen Geschäfte erweitern. Dazu hielten Bürgermeisterin Schätz und Egon Barlag (Freie Wähler) fest, die Geschäfte müssten im Gegensatz zu den Wirten nicht schließen.

Hermann Jäger (PWG) erinnerte an den einstigen Anlass zum Gutschein. Den habe Schorsch Auer mit seiner Stiftung gegeben, die den Senioren einmal im Jahr eine Brotzeit mit Getränk zusagte. So solle es auch bleiben: „Etwas zu essen für die Leute, nichts anderes.“

Einstimmiges Ja

Der entsprechende Beschluss erfolgte einstimmig. Bürgermeisterin Schätz verwies darauf, dass die Gelder der einstigen Schorsch-Auer-Stiftung schon lange aufgebraucht seien und die Gemeinde dafür die Finanzierung übernommen habe.

Seit knapp 50 Jahren besteht nun der Brauch, abwechselnd im katholischen Pfarrheim und bei der Arbeiterwohlfahrt die Brotzeit auszugeben. Der Initiator Schorsch Auer hatte zu seinem 80. Geburtstag im Juni 1973 die außergewöhnliche Stiftung ins Leben gerufen. In „dankbarer Würdigung seines Geburtsorts Haag“ spendete er für die Altenhilfe Pfandbriefe im Wert von 10.000 Mark. Aus den Zinsen sollten „alljährlich am Georgitag alle bedürftigen Personen in geeigneten Gaststätten oder Cafés im Turnus“ bewirtet werden.

+++ Aktuelle Nachrichten und Artikel rund um das Thema Coronavirus in der Region finden Sie auf unserer OVB-Themenseite +++

Den Vorzug bekamen im Laufe der Jahre nicht nur „bedürftige Personen“. Über die Jahrzehnte etablierte sich die Einrichtung, dass um das Fest des Heiligen Georg am 23. April einmal im Pfarrheim und das nächste Jahr in der AWO eine Brotzeit gereicht wurde. Dann wurde die Tradition auf die Ausgabe von einer Mass Bier und einem Essensgutschein auf das Volksfest ausgedehnt.

Mehr zum Thema

Kommentare