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Baustelle in der Kloster-Auer-Straße

Garser Mittelschule bekommt Fernwärme

Von der Klostergärtnerei bis zur Mittelschule zieht sich die 150 Meter lange Baustelle.
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Von der Klostergärtnerei bis zur Mittelschule zieht sich die 150 Meter lange Baustelle.
  • VonAnja Leitner
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Die Energiekrise ist in aller Munde. Die Gemeinde Gars ist Vorreiter in Sachen alternativer Heizquellen. Nun bekommt die Grund- und Mittelschule einen Fernwärmeanschluss. Doch das ist längst nicht alles.

Gars – Große Baustelle in Gars: Die Grund- und Mittelschule wird an das Fernwärmenetz des Biomasseheizwerks angeschlossen. Seit über zehn Jahren ist das Heizwerk am Garser Kloster schon in Betrieb. Die Gärtnerei, das Gymnasium und das Kloster hängen dran. Auch das neue Gymnasium wird mit Fernwärme versorgt – und ab sofort ebenfalls die Grund- und Mittelschule.

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Der Graben, der zum Verlegen der Leitung ausgehoben wurde, zieht sich über den gesamten Parkplatz der Gärtnerei über die Kloster-Auer-Straße bis zur Mittelschule. Er ist etwa 1,80 Meter tief und 150 Meter lang, 600 Kubikmeter Erde sind in etwa fünf Tagen ausgegraben worden und das letzte Teilstück der Fernwärmeleitung – ein 800 Kilo schweres Rohr – wurde montags verbaut, so Sepp Pflügl, Firmeninhaber von Pflügl Haustechnik, Bauherr und Betreiber des Biomasseheizwerks.

Bisher läuft alles nach Plan

Nach der Verweißung der Teile werden sie mit Isolierschaum abgedichtet. Anschließend wird mit einem speziellen Spray nach eventuellen undichten Stellen gesucht. Wenn alles dicht ist, kann das Fernwärmenetz in Betrieb gehen, erklärt der Bauherr weiter. Soweit laufe alles nach Plan. Nächste Woche werde die Straße geteert und ab Freitag, 26. August, sei sie wieder befahrbar, hofft Pflügl.

Doch wie alle Branchen hat auch das Baugewerbe mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. „Die Materialbeschaffung ist eine Katastrophe“, verdeutlicht der Firmeninhaber. Der Isolierschaum, mit denen die Leitungen ummantelt werden, sei zurzeit sehr schwer zu bekommen. Auch die Fernwärmeleitungen, die Pflügl nach eigenen Angaben schon im März bestellt hatte, hätten ihn viele Nerven gekostet. „Wir haben bis zuletzt auf die Rohre gewartet. Die Straße war schon aufgerissen und wirklich auf den Moment sind die Teile gekommen. Da hatte ich wirklich eine schlaflose Nacht“, erzählt er. „Und dass, obwohl ich normalerweise nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen bin“, sagt er lachend.

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Ansonsten sieht der Innungsobermeister für Spengler, Sanitär- und Heizungstechnik im Landkreis Traunstein aber nur Vorteile beim Heizen mit Fernwärme: „Damit kann die Schule jährlich ungefähr 80.000 Euro an Heizkosten einsparen“. Außerdem sei das Biomasseheizkraftwerk „relativ krisensicher“, denn es werde mit Hackschnitzel befeuert. Die gesamte Mittelschule werde mit etwa 700 Kilowatt Leistung beheizt, so viel wie etwa 80 bis 100 Haushalte an Energie brauchen würden. Für die Anschlusskosten müsse die Gemeinde mit etwa 250 000 Euro rechnen, davon würden rund 40 Prozent subventioniert, so der Bauherr.

Nicht nur die Fernwärmeleitungen, auch der Isolierschaum, mit dem die Rohre ummantelt sind, sind zurzeit schwer zu bekommen, wie Bauherr Sepp Pflügl weiß.

Vor etwa zehn Jahren war Pflügl noch eine Art Pionier auf dem Gebiet der Fernwärme. Doch das Interesse, alternative Heizmöglichkeiten zu finden, wird immer größer. Seit dem Ukrainekrieg und der damit einhergehenden Energiekrise hat der Firmeninhaber so viele Anfragen wie nie zuvor, wie er berichtet.

Subventionen gestrichen

Allerdings bereitet dem Unternehmer die „Sprunghaftigkeit der Regierung“ Sorgen. „Es wurden Förderungen in Aussicht gestellt, wie der KfW-Kredit oder Subventionen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und nun beides gestrichen. Das finde ich falsch. So können alle, die sich für Fernwärme interessieren und Alternativen zu Gas und Öl suchen, finanziell schlecht planen“, sagt er.

In Gars hingegen stehen weitere Anschlüsse an das Fernwärmenetz an: 2023 komme das Pfarrheim dazu, außerdem 14 Wohnungen und das Wohnheim Marienstift, verrät Pflügl.

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