Garser Gymnasium gelingt eine festliche Abifeier – trotz Corona

Schulleiter Gunter Fuchs überreicht die Abiturzeugnisse – auf unserem Bild an Amelie Folger. Im Hintergrund rechts die Warteschlange der Abiturienten.
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Schulleiter Gunter Fuchs überreicht die Abiturzeugnisse – auf unserem Bild an Amelie Folger. Im Hintergrund rechts die Warteschlange der Abiturienten.

Das Gymnasium Gars feierte am Samstag die Abiturienten eines ungewöhnlichen Jahrgangs – an einem ungewöhnlichen Ort.

Von Bruno Münch

Gars//Waldkraiburg – Kann eine Pandemie auch etwas Gutes bewirken? Zumindest dies: Die Abiturfeier des Gymnasiums Gars fand, corona- und wetterbedingt, in der großen Dreifachturnhalle des Gymnasiums Waldkraiburg statt und wurde so zu einem schönen Beispiel gelungener Zusammenarbeit zweier Gymnasien des Landkreises.

Dank kreativer Problemlösungen der Verantwortlichen war die Feier kaum weniger festlich als gewohnt: Festreden, Grußworte und musikalische Beiträge der Abiturienten waren nur der Menge nach, aber keineswegs in der Qualität etwas zurückgefahren. Auch die Anzahl der Festgäste – nur jeweils zwei Begleitpersonen waren erlaubt – war etwas geringer als sonst. Der fröhlichen Stimmung der in langen Roben, legeren Sakkos oder in Tracht auftretenden 72 Abiturientinnen und Abiturienten konnten die zurückliegenden coronabedingten Widrigkeiten offenbar nichts anhaben.

Einen sonnigen Auftakt bekam die Feier mit einem Gottesdienst auf dem Schulhof, den Vikarin Ruth Nun aus Haag mit den Abiturienten, die ihm das Thema „Gemeinschaft“ gegeben hatten, gestaltete. Mit dem Apostel Paulus forderte sie dazu auf, dem anderen nicht mit Rechthaberei und Überheblichkeit, sondern mit Liebe zu begegnen.

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Von einem schulischen „Erntedankfest“ sprach Manfred Esefeld, stellvertretender Schulleiter, in seiner Begrüßungsrede. Schulleiter Gunter Fuchs schloss sich an, indem er die Zuhörer zunächst an seinen Erinnerungen an die 68er Jahre teilhaben ließ, in denen Abiturfeiern als „uncool“ galten: Sie wären als „Anbiederung an das Establishment“ verstanden worden. Stattdessen holte man das Zeugnis einfach ab oder ließ es sich zuschicken. Wieder feiern wollte dann aber schon die darauf folgende Schülergeneration, wenn auch noch mit innerer Distanz, wie Fuchs schmunzelnd einräumte, denn er selbst hatte ihr angehört.

Ausnahmesituation „souverän“ gemeistert

Seinen Schülern bescheinigte er, die Corona-Ausnahmesituation „souverän“ gemeistert zu haben. „Sie haben eine völlig normale bayerische Abiturprüfung durchlaufen und sich dabei keinen Deut schlechter geschlagen als die Jahrgänge vor Ihnen.“ Schließlich hätten 20 Abiturientinnen und Abiturienten eine Eins und 28 eine Zwei vor dem Komma und der Gesamtdurchschnitt liege bei 2,3.

Zu eigenverantwortlichem Denken und Handeln ermunterte Landrat Max Heimerl (CSU) die „Leistungsträger von morgen“. Sie sollten gut informiert sein, um sich in die Gesellschaft einbringen zu können. Grundsätzlicher Zustimmung gewiss, empfahl er: „Fordern Sie, dass wir in der Politik Dinge neu denken, innovativ, digital und nachhaltig“ – und warb dafür, an Probleme „ökologisch heranzugehen“.

Die Abiturientinnen Miriam Berger und Hanna Langwieder überraschten mit einer pointenreichen Rede über acht Jahre Gymnasium, in der erkennbar wurde, dass der „Corona-Jahrgang“ die erhaltene Ausbildung zu schätzen weiß. Das Abi-Motto „Just kind of did it“ übersetzte Hanna frei mit „mir homs g’rissn“.

Das sagen die besten Garser Abiturienten über ihr Erfolgsgeheimnis

Veronika Bernhard, 1,0

Haag

Ein Erfolgsgeheimnis würde ich es nicht nennen, wenn man wie ich konstant und ehrgeizig über zwölf Jahre versucht, sein Bestes zu erreichen. Es ist meine Strategie, ziemlich an alles so heranzugehen, das bezieht sich nicht nur auf die Schule. Im Rückblick denke ich gerne an die letzten beiden Jahre, in denen wir im Aufenthaltsraum für Q11 und Q12 zusammen waren und man mit allen reden konnte. Auch die Schulfeste und besonders die Zusammenarbeit bei der Organisation der letzten Abi-Feier, für die wir als Q11 verantwortlich waren, sind mir in bester Erinnerung. Ab dem Wintersemester will ich, wenn es klappt, Innenarchitektur studieren.

Hanna Langwieder, 1,0

Waldkraiburg

Meinen Erfolg im Abitur führe ich darauf zurück, dass mir die Fächer in der Oberstufe Spaß machten und ich Freude am Lernen hatte. Die Corona-Regelungen haben für uns nicht nur Nachteile gebracht, man konnte man von der geänderten Notenberechnung und der Verschiebung der Termine auch profitieren. Im Rückblick auf die Schulzeit denke ich an die gute Garser Schulgemeinschaft und das Singen in verschiedenen Chören, das mir total viel Spaß gemacht hat: . Im nächsten Jahr gehe ich für ein halbes Jahr nach Südamerika, um in Chile in einem Kindergarten zu arbeiten. Danach will ich studieren oder eine Ausbildung machen.

Hannah Gerlowski, 1,3

Babensham

Ein „Erfolgsgeheimnis“ für meine Leistungen habe ich nicht, aber ich habe mich immer schon leicht getan, etwas auswendig zu lernen und die Corona-Ausnahmesituation habe ich genutzt, mir alles gut einzuteilen. Ich komme gut damit zurecht, inhaltlich zu arbeiten und mich selbst zu organisieren. Einen bestimmten Notendurchschnitt hatte ich nicht vor Augen, ich habe versucht, alles zu geben und mit dem Ergebnis habe ich auch nicht wirklich gerechnet. Was mir in der Schulzeit am wichtigsten war? Da fallen mir die vielen Freunde ein, die mich begleitet haben. Im Herbst will ich ein duales Studium der Allgemeinen Inneren Verwaltung in Hof aufnehmen.

Anton Braumüller, 1,1

Schwindegg

Ein „Erfolgsrezept“ für meinen Notendurchschnitt habe ich absolut nicht, Lernen ist mir einfach leicht gefallen. Ich konnte viel aus dem Unterricht mitnehmen, das war ein guter Grundstein für die Klausuren. Wenn ich auf die Schulzeit zurückblicke, denke ich zuerst an die vielen tollen Leute, die ich in der Klasse und dann in der Oberstufe kennengelernt habe. Ich werde viele vermissen. Für die Zukunft schwebt mir vor, zunächst ein Vorbereitungssemester für die MINT – Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) – an der TU München zu belegen, um mich dann besser für ein bestimmtes Studium entscheiden zu können.

Clemens Ege, 1,3

Haag

Das Lernen ist mir immer eher leicht gefallen. Wenn man aufmerksam im Unterricht dabei ist, kann man sich den Stoff eh gut merken und leicht wiedergeben. Na ja, richtig auffassen und verstehen gehören schon auch dazu. Vor Prüfungen habe ich den Stoff oft mit verschiedenen Leuten wiederholt und damit verinnerlicht. Im Rückblick bin ich eigentlich froh, dass ich aus der Schule raus bin, aber gerne zurüc denke ich an einen Lehrer, der mich beeindruckt hat. Was meine Zukunft betrifft, so war mir schon seit Jahren klar, dass ich an der TU München Informatik studieren will, das liegt mir und Bock auf die Uni hab ich auch.

Jonas Klimbacher, 1,3

Gars

Eigentlich habe ich kein Erfolgsrezept, aber ich habe schon in der Grundschule gemerkt, dass mir Lernen leicht fällt und dass ich schon alles aus dem Unterricht mitnehmen kann. In der Oberstufe bin ich sehr gut durchgekommen und konnte ohne viel Aufwand ganz vorne dabei sein. Im Rückblick denke ich sofort an die Chor- und Orchesterfahrten. Da ich E-Bass, Klavier und Kontrabass spiele, war ich in Orchester, Bigband und in drei Chören engagiert. Mein Berufsziel ist noch offen, zuerst absolviere ich mal ein freiwilliges ökologisches Jahr, danach will ich mich naturwissenschaftlich orientieren, vielleicht studiere ich Chemie.

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