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Nach monatelangem Ringen im Gemeinderat abgelehnt

Gars: Zwei Mehrfamilienhäuser auf der Volksfestwiese vorerst gescheitert

Unklar ist es, wie es mit den Grundstücken an der Volksfestwiese in Gars weiter geht. Eine vom Investor gewünschte Bebauungsplanänderung fand nach monatelangem Ringen um einen Konsens keine Mehrheit im Gemeinderat.
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Unklar ist es, wie es mit den Grundstücken an der Volksfestwiese in Gars weiter geht. Eine vom Investor gewünschte Bebauungsplanänderung fand nach monatelangem Ringen um einen Konsens keine Mehrheit im Gemeinderat.
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Wie geht es nun mit dem Bauvorhaben an der Volksfestwiese in Gars weiter? Der Bauwerber wollte zuerst zwei Häuser für je fünf Familien errichten. Der Widerstand der Anwohner wuchs. Eine notwendige Änderung des Bebauungsplanes fand keine Mehrheit im Gemeinderat. Damit ist das Thema aber nicht vom Tisch.

Gars – In seiner jüngsten Sitzung hat der Garser Gemeinderat die neunte Änderung des Bebauungsplans für die Volksfestwiese mit neun zu sieben Stimmen abgelehnt.

Im Vorgespräch mit unserer Zeitung hatte Bürgermeister Robert Otter (parteiunabhängig) die Ausgangslage deutlich gemacht: „Die Familie Wenzel möchte auf den beiden von ihr gekauften Grundstücken mit einer Gesamtfläche von 1050 Quadratmetern zwei Gebäude mit jeweils vier Wohnungen bei einer Wandhöhe von sechs Meter bauen.“ Dazu hätte es die Bebauungsplanänderung gebraucht. Gewünscht hatte sie sich der Investor. „Es ist legitim, dass die Wenzels den Wunsch, so zu bauen, haben – bei all der Problematik um die Wohnraumnot“, so Otter nach der Sitzung zur Zeitung.

Widerstand der Anwohner wuchs

Doch in der Anliegerschaft hatte sich Widerstand gegen das Vorhaben formiert. „Die Nachbarn sagen, die Häuser sind zu groß“, so Otter. Dabei sei die Planung in einem Kompromissangebot seitens des Investors schon etwas gestutzt worden – ursprünglich sollten pro Haus fünf Wohnungen bei einer Wandhöhe von neun Metern gebaut werden.

Die neunte Änderung des Bebauungsplans sollte zudem die Bebauung pro Wohnblock auf 16 mal 10 Meter einschränken. Und statt Walmdächer sollten normale Satteldächer entstehen. „Ein Kompromiss, über den sich abzustimmen lohnt“, so Otter vor der Sitzung.

Neuen Plan einreichen

Doch für diese Bebauungsplanänderung gab es keine Mehrheit. Die Konsequenzen der Gemeinderatsentscheidung kommentierte Otter im Anschluss mit den Worten: „Gebaut werden darf also nur nach dem momentan gültigen Bebauungsplan, oder mit einer isolierten Befreiung, über die aber das Landratsamt zu entscheiden hat.“ Sprich: Auf den zwei Parzellen dürfte Stand jetzt je ein Einfamilienhaus mit je zwei Wohneinheiten gebaut werden. Die Ausmaße sind beschränkt auf 14 mal zehn Meter sowie 16 mal zehn Meter und einer Wandhöhe von je sechs Metern.

Die Entscheidung über das weitere Vorgehen liege nun bei Familie Wenzel. Sie müssen jetzt aber auf jeden Fall einen neuen Plan einreichen. Der wird vom Landratsamt genehmigt – oder auch nicht. Auch der Weg übers Gericht bliebe Wenzel noch.

Diskussion über Monate

Rund zwei Stunden lang hatte sich zuvor der Gemeinderat in der Sitzung mit dem Thema Volksfestwiese beschäftigt. Im Wesentlichen trug Otter die kritischen Einwände aus der Bürgerschaft und die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange vor und verlas die seitenlangen, in viele Unterpunkte unterteilten Antworten des von Familie Wenzel beauftragten Architekten Johann Schmuck.

Lesen Sie auch: Streit um zwei Häuser auf Garser Volksfestwiese: Ist ein Kompromiss in Sicht?

Diskutiert wurde nicht noch einmal. „Das haben wir jetzt drei Monate intensiv gemacht, viel mehr als üblich ist in so einer Sache“, so Otter im Gespräch mit der Zeitung.

Bebauung der Volksfestwiese nach Votum im Gemeinderat nicht vom Tisch

Auseinandersetzen musste sich Otter in der Sitzung auch mit der Parkplatzproblematik, mit dem Straßenverlauf um die Gebäude, mit dem Schattenwurf, mit dem veränderten Siedlungsbild, mit möglicher Wertminderung.

Den Bedenkenträgern wurde dabei entgegnet, dass durch die „geplante moderate Nachverdichtung“ – vier kleinere Wohneinheiten würden an Stelle von zwei großen zugelassen – von einer geringen Mehrbelastung und keiner Wertminderung der angrenzenden Häuser auszugehen sei. Die gesetzlichen Abstände würden eingehalten. Diese sollen ausreichende Belichtung, Belüftung und den Wohnfrieden gewährleisten.

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Nach dem Votum des Gemeinderats wird sich zeigen, wie die Geschichte um die Volksfestwiese weitergeht.

Auf Nachfrage der Wasserburger Zeitung erklärte der Investor, er habe sich noch nicht mit dem weiteren Vorgehen beschäftigen können, werde das aber eingehend tun.

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