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Zu Besuch auf der Großbaustelle

Im neuen Garser Gymnasium entsteht viel Platz für das „Lernhausmodell“

Schulleiter Gunter Fuchs freut sich über den zügigen Verlauf der Bauarbeiten.
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Schulleiter Gunter Fuchs freut sich über den zügigen Verlauf der Bauarbeiten.
  • VonKarlheinz Günster
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Schulleiter Gunter Fuchs macht mit der Wasserburger Zeitung einen Rundgang über die Baustelle für das neue Hauptgebäude des Garser Gymnasiums. Der Pädagoge beschreibt, wie das Schulleben hier in knapp zwei Jahren aussehen könnte.

Gars Seit zwei Jahren baut der Landkreis Mühldorf in Gars ein neues Hauptgebäude für das Gymnasium, gleich gegenüber von dessen Altbau, den es ersetzen wird. Wie erlebt der Schulleiter Gunter Fuchs diese Zeit?

Altbausanierung nicht wirtschaftlich

Bereits zu Beginn seiner Dienstzeit in Gars im Jahr 2005 war das Gebäude ein Thema, erinnert sich Fuchs, vor allem in Bezug auf den Brandschutz. Zudem verlangten steigende Schülerzahlen, bis zu 1100, mehr Platz. Beim Altbau war eine Sanierung nicht wirtschaftlich, die Substanz dieses vormaligen Klosterinternats war nicht so gut wie erhofft. Seit 2014 wird für den Neubau geplant und glücklicherweise stand weiterer Grund und Boden von den Redemptoristen zur Verfügung. Die rissen die früheren Werkstätten ab, sodass eine Container-Lösung als Ausweichquartier vom Tisch war.

35 Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt

Nach der dritten Überarbeitung der Planung, weil zusätzlich geförderte Flächen für neue Unterrichtsformen, die Mittagsbetreuung und für das wieder eingeführte neunjährige Gymnasium untergebracht werden mussten, war es soweit: Die Arbeiten für das 80 mal 21 Meter große Gebäude mit einer Nutzfläche von 5200 Quadratmetern und 29 Fachräumen im Gegenwert von 35 Millionen Euro begannen. In Gars gibt es keine regulären Klassenzimmer, die Kinder wechseln die Fachräume.

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Das neue Hauptgebäude für das Gymnasium Gars hat seine Höhe erreicht.

Neben zwei neuen Musiksälen befinden sich im Erdgeschoss zwei Mehrzweckräume, darunter ein mittelgroßer Saal, der als Aufenthalts- und Mensabereich genutzt, aber durch flexible Wandelemente auch in einen Veranstaltungsraum für 200 Personen verwandelt werden kann. Darüber wird in das erste Obergeschoss die Verwaltung in neue Büros einziehen, ihnen gegenüber liegt der großzügige Bereich für die Lehrkräfte. In den weiteren Stockwerken finden sich 29 Klassenzimmer und fünf weitere Unterrichtsräume. Im Dachgeschoss wird die Ganztagsbetreuung untergebracht.

Neben Aufenthalts- und Arbeitsräumen gibt es hier eine Schülerlesebibliothek und ein Schülerlabor, insbesondere für den Wahlunterricht „Robotics“. Derzeit besuchen 780 Schüler das Garser Gymnasium, mit steigender Tendenz. Das sonst in der Regel vierzügige Gymnasium hat aufgrund der zahlreichen Neuanmeldungen seit diesem Schuljahr sechs fünfte Klassen.

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Neben Henning Schaub aus Waldkraiburg als ausführendem Architekten ist Stefan Hajek aus Gars planender Architekt, dessen Vater Georg A. Hajek bereits vor Jahren die nordöstliche Erweiterung des Gymnasiums entworfen hatte. „Es läuft hervorragend“, fasst Schulleiter Fuchs zusammen, beim jetzt mittlerweile fertigen Rohbau sei man sogar acht Wochen vor der Zeit. Überhaupt sei es für ihn jeden Tag ein „faszinierendes Erlebnis, so etwas begleiten und hochwachsen sehen zu dürfen, das ist aufwendig, aber hochinteressant“.

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Auch von außen soll das Gebäude eine attraktive Erscheinung sein, was sich sowohl in dem begrünten asymmetrischen Zeltdach ausdrückt, als auch durch die Fassade mit großflächig, aber auch individuell vor jedem Klassenzimmer aus verstellbaren senkrechten Lamellen vor den Fenstern. Die regulieren nicht nur das Licht, sondern auch den Sonnenschutz und geben nach außen stets ein anderes gleichsam lebendiges Bild ab.

Wenn der Bau fertig ist, geht Gunter Fuchs in den Ruhestand

Dieses Niedrigenergiehaus erhält Wärme von der östlich gelegenen Hackschnitzelheizung, wird also mit nachwachsenden Rohstoffen beheizt. Wurden beim Bau eigene Vorstellungen berücksichtigt? „Ja, absolut“, meint Gunter Fuchs. Man war nicht nur bei der grundlegenden Planung, sondern ist auch weiterhin stets mit eingebunden, von der Farbe bis zum Bodenbelag. „Dabei haben wir auch sehr viel gelernt“, das sei zwar auch zeitintensiv gewesen, etwa an Wochenenden interessante Schulbauten zu besichtigen, „doch das war es auch wert.“

Schulleiter zieht nicht mit um

Ob er sich auf den Umzug freut? Für seine Schule, die Schüler und das Lehrerkollegium schon: „Wir freuen uns alle sehr darauf“. Selbst zieht der 65-Jährige allerdings in knapp zwei Jahren nicht mit um, er wechselt dann in den Ruhestand.

29 Fachräume und ein Marktplatz

Im Garser Gymnasium soll künftig das „Lernhausmodell“ verwirklicht werden, das derzeit auch in Münchner Gymnasiumsneubauten umgesetzt wird. Dabei werden die Grenzen der festen Klassenzimmer aufgehoben, indem rein an Themen orientierte Schülergruppen gemeinsam aber flexibel in einer möglichst offenen Atmosphäre lernen.

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Die dafür erforderlichen Räume mit Glasscheiben zum Flur und Möglichkeiten zum Rückzug schließen einen mittig gelegenen „Marktplatz“, einen Mehrzweckraum als Treffpunkt mit ein. In den unterschiedlichen Ebenen ist viel Platz und Raum für zwangloses Beieinandersitzen und Kommunikation. Denn das war dem Schulleiter gleich zu Beginn aufgefallen, dass die Schüler in Gars sehr gerne Treppenhäuser und Flure zum Aufenthalt nutzen. Daher sollte es keine „Zellenarchitektur mit Flur und Klassenzimmern rechts und links“ werden, sondern etwas Ansprechenderes und Flexibleres.

Corona schrieb die Baupläne mit

Eine ausgeklügelte Lüftung des gesamten Gebäudes sowohl mit mehreren zentralen Lüftungsanlagen als auch mit dezentralen Lüftungseinheiten an der Decke eines jeden Klassenzimmers gewinnt nicht nur Wärme zurück, sondern entspricht durch weitsichtige Planung auf Anhieb den Vorgaben der Corona-Maßnahmen.

Bei diesem Stichwort ist der Direktor, wie er zugeben muss, an Grenzen gelangt, die Befürworter und Gegner der Maßnahmen ständen sich manchmal auch in der Schule relativ unversöhnlich gegenüber, „die Solidarität, früher ein besonderes Merkmal unserer Schule, geht teilweise verloren“, bedauert er sehr.

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