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Naschen ausdrücklich erlaubt

Wie sieben Hobby-Gärtnerinnen Wasserburg in eine „essbare Stadt“ verwandeln wollen

Bild 2 Die aktive Truppe vom letzten Treff. Von links: Sophie Jokisch, Anke Unbehau, Christine Mayerhofer und Marion Haupt
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Die aktive Truppe vom letzten Treff. Von links: Sophie Jokisch, Anke Unbehau, Christine Mayerhofer und Marion Haupt

Sieben Wasserburgerinnen haben die „essbare Stadt“ gegründet. Und sie suchen Unterstützung. Wie es zu dem Projekt kam, was die Gärtnerinnen damit bewirken wollen und was Pferdemist mit dem Ganzen zu tun hat.

Wasserburg – Auf dem Stückchen Erde vor dem Bauhof in der Landwehrstraße ist der gemeinschaftliche Garten im Rahmen der „essbaren Stadt“ dank sieben Wasserburgerinnen entstanden. Mit diesem Projekt sollen Menschen an das Gärtnern herangeführt und zum Naschen von Beeren und Gemüse verführt werden.

Zwei Hochbeete stehen in dem Gemeinschaftsgarten, eines davon in der Farbe der Stadt – rostrot – gestrichen. Jetzt im September ist Erntezeit und die Gärtnerinnen halten nach dem Gemüse Ausschau, das sich mit nach Hause nehmen lässt. „Die Blumen und vor allem unsere Cocktailtomaten sind ein wenig außer Rand und Band geraten, da muss man schon nach dem Kürbis suchen“, lacht Christine Mayerhofer, die Initiatorin der „essbaren Stadt“.

Jeden ersten Freitag im Monat

Jeden ersten Freitag des Monats um 17.30 Uhr treffen sich die Gärtnerinnen hier und schauen, was in ihrem Garten zu tun und auch zu ernten ist. Freilich kommen sie auch zu anderen Tagen, um zu gießen oder die ein oder andere Schnecke einzufangen.

2015 stellte Mayerhofer, damals noch Stadträtin, einen Antrag für diese Art urbanen Gärtnerns. Ein Jahr später startete das Projekt. Seitdem werden sie tatkräftig vom Bauhof unterstützt. Dieser legte die Umrandung der Beete an, hilft ab und an mit schwerem Gerät, zur Not auch mit Wasser. „Die Mitarbeiter des Bauhofs sind unsere guten Geister“, erzählt die 56-jährige Ärztin, während sie gerade mit einem Spindelmäher das Gras mäht. Das hält fit, wie die Gartenarbeit überhaupt.

In den Körben werden Kartoffeln gezogen und gleichzeitig dienen sie als Parkplatzpoller, da manche Fahrer die Grünfläche als Parkplatz nutzen.

Bestes Beispiel hierfür ist die 80-jährige Anke Unbehau. Sie ist die älteste Mitstreiterin. „Früher hatte ich einen eigenen Garten, jetzt nicht mehr, aber dafür kann ich hier mitmachen“, erzählt sie begeistert. Und auch jüngere Mitglieder sind hier vertreten. Sophie Jokisch, 33 Jahre, kommt oft mit ihren Kindern her. „Eigentlich täglich, denn die Grundschule liegt gleich ums Eck“, sagt sie. Besonders wichtig sei ihr, den Kindern in der Stadt zu zeigen, wie Gemüse wächst, wie Kräuter riechen und wie selbstgezogenes Gemüse und Obst schmeckt.

Damit die „essbare Stadt“ gedeiht, holen sich die Gärtnerinnen auch mal Expertenrat, besuchen Seminare oder laden Profis in ihren Garten ein. Der Traum ist, dass es in Zukunft nicht nur bei diesem Fleckchen Erde bleibt, sondern sich ein grünes essbares Band mit vielen Blumen durch die Stadt zieht. „Dafür brauchen wir aber viel mehr Mitstreiter, so etwas will gut organisiert sein“, so Mayerhofer.

Pferdemist ist bereits bestellt

So wachsen Oregano, Maggikraut, Tomate und Kürbis erst einmal munter hier vor sich hin. Die Kartoffeln gedeihen hier übrigens in Körben und dienen gleichzeitig als Parkplatzpoller, denn so manch einer verwechselte die Grünfläche mit einem Parkplatz. Für das nächste Jahr ist bereits der Pferdemist bestellt, auch wollen die Gärtnerinnen wieder Brennnesseljauche als Dünger ansetzten. Heuer wurde das Kraut nur untergebreitet und als Futterpflanze für die vielen Schmetterlingsraupen stehengelassen. Auch Feldsalat und Zuckerhut sollen gepflanzt werden.

Aber wer denkt, hier wird nur gearbeitet, der täuscht. Eine Bank lädt zum Verweilen ein, in den Pausen werden Kochrezepte oder Gartentipps ausgetauscht.

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Wer sich in die Runde einreihen möchte und mithelfen will, dass sich das urbane Gärtnern noch etwas mehr ausbreiten kann, kann sich bei Christine Mayerhofer unter der Handynummer 0176/64209242 melden.

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