Gärtnerei und Landwirtschaft der Stiftung Attl sagen, 2020 ist ein positiv durchwachsenes Jahr

Gärtner Andreas Rauch und „seine“ Sacher-Tomate, die er als Jungbrunnen bezeichnet.

Dürre und Hitze im April, Starkregen im August: Die Gärtner und Landwirte der Stiftung Attl sind trotz der Wetterkapriolen bisher ganz zufrieden mit ihrem Ertrag.

Von Birgit Schlinger

Wasserburg/Attel– Es gebe keine nennenswerten Ausfälle, vielmehr verspreche die Ernte bisher, dass es ein ganz gutes Jahr werde.

Die Gurken sind anfällig für Läuse

„Zunächst freuten wir uns auf den Niederschlag Anfang August. Er durchfeuchtete die Erde wieder soweit, dass der Regen auch in tieferen Schichten ankam. Allerdings wurde es dann doch des Guten etwas zu viel“, sagt Andreas Rauch, Leiter der Attler Gärtnerei. Er hoffe, dass das Wasser auf den Feldern nicht allzu lange stehen bleibt und die Pflanzen gut weiterwachsen können. Zumindest seien die weiteren Prognosen ganz vielversprechend.

Schwierigkeiten bereiten ihm in diesem Jahr nur die Gurken im Gewächshaus, die anfällig für Läuse sind. „Normalerweise bekommen wir sie mit Nützlingen ganz gut in den Griff, doch in diesem Jahr ist der Gurkenertrag eher mäßig.“

Freude mache ihm hingegen die Tomatenernte. „Wir haben nicht nur die traditionellen Sorten im Anbau, sondern auch kleine Snacktomaten in unterschiedlichen Farben und kultivieren erneut die Anti-Aging-Tomate Sacher.“ Diese schwarz-rote Frucht hat eine dreifache Lycopin-Konzentration im Vergleich zu anderen Tomatensorten und ist eine von Rauchs Lieblingsgemüsesorten. „Die Tomate schmeckt hervorragend. Der Inhaltsstoff Lycopin – er hilft dem Körper dabei, freie Radikale einzufangen – macht sie zu einem Jungbrunnen.“

Eine weitere Besonderheit erntet er ebenfalls im August: „Erstmals pflanzen wir in diesem Jahr den Malabar-Spinat an, der über einen besonders hohen Eiweißgehalt verfügt. Dies macht ihn vor allem für eine fleischarme oder –lose Ernährung attraktiv.“ Trotz ihres Namens ist die Pflanze nicht verwandt mit unserem heimischen Gartenspinat. „Malabar-Spinat ist in Asien schon lange als indischer Spinat bekannt und beliebt. Die Pflanze rankt üppig mehrere Meter in die Höhe und liefert schmackhafte Blätter, die man ähnlich wie Spinat zubereiten kann – junge für Salate, größere zum Kochen.“ Bis Ende August pflanzen die Attler Gärtner außerdem noch einzelne Sorten wie Salate, Radi, Kohlrabi oder Spinat draußen an, die dann bis in den Winter hinein gedeihen.

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Der restlichen Erntezeit sieht Andreas Rauch entspannt entgegen. „Die größten Hindernisse mussten wir, wie wohl viele andere Betriebe auch, in diesem Jahr durch die Corona-Beschränkungen hinnehmen. Doch nach dem Betriebsurlaub der Inntal-Werkstätten Ende August dürfen einige weitere Beschäftigte der Attler Gärtnerei wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, so dass wir die schönste Zeit im Gartenjahr, die bevorstehenden Erntezeit, gemeinsam gut bewältigen können.“

Eher durchwachsen fällt die Einschätzung vom Attler Naturlandhof aus. Leiter Peter Steinmüller ist zufrieden mit dem Ertrag bisher, betont aber, dass 2020 kein Spitzenjahr wird.

„Der starke Regen ist für Getreidebauern eher eine Herausforderung. Zur Ernte bleiben nur kurze Zeitfenster, in denen dann alle möglichst schnell arbeiten müssen.“ Zudem habe der heiße und trockene April zum Beginn der Wachstumsphase dem Getreide nicht gutgetan.

Viele Schnecken und Mäuse auf dem Acker

„Der Roggen, den wir anbauen, steckte diese Durststrecke trotzdem ganz gut weg. Genauso wie die Frühkartoffeln, mit deren Ertrag wir sehr zufrieden sind.“ Auffällig sei nur, dass es in diesem Jahr extrem viele Schnecken und Mäuse auf dem Kartoffelacker gegeben habe, so der Landwirt.

Wie die Ernte insgesamt ausfallen werde, entscheide sich mit der Hauptkartoffelernte im Herbst. Wie weit der Starkregen die Bodenknollen geschädigt hat, kann der Landwirt noch nicht absehen. Außerdem müssen die Attler Biobauern noch ein- bis zweimal silieren und das Getreidegemenge einbringen.

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Diese Mischung aus Hafer, Gerste und Erbsen erhalten die Schweine, Kühe und Hühner als Biofutter. „Diese Anbaumischung ist nicht so anfällig, weil sich die Sorten gegenseitig ergänzen“, sagt der Landwirt. „Hafer kommt mit wenig Wasser aus und wächst höher als die anderen Pflanzen des Gemenges, sodass er diese dann schützt.“ Auch wenn die Felder noch nicht abgeerntet sind, hofft Peter Steinmüller auf einen ordentlichen Ertrag – und vor allem wieder auf trockenes Wetter beim Einholen.

Wie den Gärtnern machten auch den Landwirten die Corona-Beschränkungen zu schaffen. „Zuerst durften die Beschäftigten gar nicht und dann nur mit strengen Hygieneauflagen arbeiten.“ Doch ab September laufe am Attler Hof wieder fast alles wie gewohnt, so Steinmüller weiter. „Nun können wir alle Brennholz-Bestellungen, die wir im Frühjahr kurz zurückstellen mussten, wie gewohnt bedienen. Es muss sich niemand Sorgen machen, dass es kein Holz gibt.“ Und außerdem gibt es ab dem 21. August endlich wieder selbst gebackenes Brot aus dem Attler Backhaus.

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