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Gastwirt Esterer erinnert sich

Der „Bomber der Nation“ im Wirtshaus: Zum Schafkopfen kam Gerd Müller gern nach Ramerberg

In München trafen sich der Fußballprofi Gerd Müller und Georg Esterer zum Tennisspielen. „In Ramerberg wollte er nicht spielen – nur Hartplatz“, verrät Esterer.
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In München trafen sich der Fußballprofi Gerd Müller und Georg Esterer zum Tennisspielen. „In Ramerberg wollte er nicht spielen – nur Hartplatz“, verrät Esterer.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Gastwirt Georg Esterer aus Ramerberg hat in seiner Stube so manche Schafkopfrunde mit dem Ausnahmefußballer Gerd Müller gespielt. Als er von seinem Tod erfuhr, zündete er an dem Ecktisch, an dem sie oft stundenlang beisammen saßen, eine Trauerkerze an. Er erinnert sich an viele schöne Begebenheiten.

Ramerberg – „Gerd Müller, der ‚Bomber der Nation‘, war ein ganz feiner Mensch“, beschreibt Gastwirt Georg Esterer aus Ramerberg, den Ausnahmefußballer, mit dem er in seiner Wirtsstube so manche Schafkopfrunde gespielt hat. „Es war ein Glücksfall, dass ich so einen Menschen mal kennenlernen durfte, er war ein Pfundskerl“, sagt er in Erinnerung an seinen Freund, der am 15. August dieses Jahres im Alter von 75 Jahren verstorben ist.

Kennengelernt haben sich der Fußballstar und der Gastwirt bei der Feier zum 50. Geburtstag von Helmut Heinrich aus Rott, die im Gasthaus Esterer ausgerichtet wurde. „Das muss jetzt 27 Jahre her sein“, rechnet Esterer vor, denn vor 4 Jahren kam der Helmut ja unter dramatischen Umständen in Rott ums Leben. Da war er 73 Jahre alt.“

Spontane Schafkopfrunden

Im Jahr 1994 aber war die Welt noch in Ordnung. Der Gerd, damals Co-Trainer im Stab der zweiten Mannschaft des FC Bayern, der Georg, aktiver Freizeitsportler und viel beschäftigter Gastwirt, und der Helmut, großer Bayernfan, verstanden sich blendend, hatten gleiche Interessen und die selbe Lebensauffassung. „Der Helmut hat den Gerd immer im Auto rumgefahren. So kamen sie meist zu zweit nach Ramerberg.

Das konnte auch mal ganz spontan entschlossen werden. Da rief der Gerd dann morgens um zehn Uhr an und sagte ‚Du, das Training fällt heute aus, organisier mal fix eine Schafkopfrunde, ich bin in einer Stunde da“, erinnert sich sein Freund. Der Wunsch wurde dann sofort erfüllt und der Wirt ließ es sich selbst auch nicht nehmen, an diesen unterhaltsamen Schafkopfrunden in der Gaststube teilzunehmen.

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„Für immer in unseren Herzen“: Trauer um Gerd Müller

„Werbung habe ich mit Gerd Müller natürlich nie gemacht, aber es sprach sich im Dorf schnell rum, wenn er hier war und dann kamen Kinder oder andere Fans und baten ihren Star um Autogramme“, schildert Esterer. „Der Gerd hat sich immer ganz nett mit den Leuten unterhalten. Er hatte gar keine Starallüren“, fasst er zusammen. Seinen Söhnen schenkte er einmal 2 nagelneue Paar Fußballschuhe. „Die waren vollkommen begeistert“, erinnert sich der Vater.

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Nie habe er ein böses Wort von Gerd Müller gehört. „Er hat sich niemals über andere gestellt, obwohl er doch so erfolgreich war“, bekräftigt Esterer. „Sogar über die Löwen hat er nicht schlecht gesprochen. Ich glaube, er schätzte sie sogar“, vermutet sein Freund.

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Außerdem habe der Weltmeister von 1974 keine Scheu vor dem Verlieren gehabt. Natürlich habe er nicht jede Schafkopfrunde gewonnen, aber das habe ihm auch nichts ausgemacht. „Er genoss beim Schafkopfen im Wirtshaus vor allem auch die lockere, ungezwungene Unterhaltung.“

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Genauso leger sei auch sein Auftreten gewesen: Erschienen sei der lange ungeschlagene Rekordschütze der Fußball-Bundesliga in Ramerberg immer im Bayern-Trainingsanzug. Schicki-Micki sei ihm fremd gewesen. Er habe auch immer sehr bodenständig gegessen: „Schnitzel und Cola“, verrät der Gastwirt. „Kein Tropfen Alkohol, die Zeiten waren damals vorbei.“

Eine Trauerkerze im Gastraum entzündet

Gerahmte Erinnerungen: Georg Esterer, Gastwirt aus Ramerberg, präsentiert hier seine Bildersammlung, die ihn gemeinsam mit Fußballidol Gerd Müller beim Tennis und Schafkopfen zeigt.

Die beiden Sportsfreunde trafen sich auch manchmal zum Tennisspielen. „Dazu musste ich immer zu den Tennishallen nach München fahren, denn Gerd wollte nur auf dem Hartplatz spielen. Auf unserem Sandplatz in Ramerberg wollte er nicht gegen mich antreten“, erinnert sich Esterer.

Vor etwa 6 oder 7 Jahren habe er dann beim Schafkopfen gemerkt, dass der Gerd nicht mehr ganz so flink in der Reaktion war. Spaß hatten sie dennoch. Als jetzt die Nachricht vom Tod des Ausnahmefußballers in Ramerberg eintraf, zündete Georg Esterer in der Gaststube in dem Eck, indem sie immer gekartelt hatten, eine Kerze für den Sportsfreund an.

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