Fünf Enkel, sieben Urenkel

Der 85-Jährige ist trotz seines hohen Alters noch gerne unterwegs.

Wasserburg/Griesstätt. – „Die Leute können ruhig wissen, dass ich meinen 85.

Geburtstag feiere“, sagt Eugen Bauer. Schließlich kennt man ihn gut – vor allem in Griesstätt. Lange Jahre war er dort als Gemeindearbeiter angestellt und machte sich als „Ruheständler“ gemeinsam mit früheren befreundeten Kollegen im Wertstoffhof nützlich. Damit ist es ab sofort aus, denn die „Mitstreiter“ sind aus Altersgründen ausgeschieden und auch bei Eugen Bauer machen die Beine bei der schweren körperlichen Arbeit nicht mehr mit.

Zur Welt kam er in der Ukraine, wo er mit drei Brüdern und einer Schwester aufwuchs. Die Mutter musste ihre Kinder alleine versorgen, die Armut war groß. Regelmäßige Schulbesuche waren nicht möglich, weil die Kinder, sobald es ging, zum Lebensunterhalt beitragen mussten.

Als Deutschstämmige wurde die Familie nach Polen gebracht, mit dem Einzug der Russen kamen sie zurück, nun nach Sibirien. Eugen Bauer konnte eine Ausbildung zum Schuhmacher vorweisen, musste aber mangels Arbeit in den berüchtigten Kohlegruben Kasachstans arbeiten.

1994 zog er mit der Familie nach Deutschland und baute sich eine neue Existenz auf. Freundschaften knüpfte er unter anderem im Fischereiverein Wasserburg, wo er gemeinsam mit seiner Frau Ludmilla als Angler ein neues Hobby fand.

Ihren Tod vor elf Jahren hat der Jubilar noch immer nicht verwunden, aber die Hausarbeit inklusive Kochen und Backen lenke ihn ab. Es gebe immer etwas zu tun, Untätigkeit sei ihm fremd. Auf täglichen Spaziergängen trifft er häufig Bekannte, mit denen er sich gerne unterhält. Guten Kontakt hat er zu seinem Sohn und seiner Tochter mit deren Familien, fünf Enkel- und sieben Urenkelkinder eingeschlossen.

Sein Freundeskreis schätzt ihn aufgrund seines offenen und freundlichen Wesens. Zum Geburtstag wünschte er sich, weiterhin ein selbstständiges Leben führen zu können, auch wenn die Beine manchmal streiken. mep

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