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Energiekrise bedroht Wellnesseinrichtungen

Frieren wir bald in der Sauna? Betreiber im Wasserburger Land schlagen Alarm

Sind Saunen angesichts der Energiekrise ein Luxusgut? Der Chef der Bundesnetzagentur ist dieser Meinung und rechnet mit kalten Schwitzkästen im Winter. Eine Sorge, die nicht ganz unberechtigt ist, wie eine Umfrage unter Betreibern im Wasserburger Land zeigt.
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Sind Saunen angesichts der Energiekrise ein Luxusgut? Der Chef der Bundesnetzagentur ist dieser Meinung und rechnet mit kalten Schwitzkästen im Winter. Eine Sorge, die nicht ganz unberechtigt ist, wie eine Umfrage unter Betreibern im Wasserburger Land zeigt.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Die Energiekrise beschäftigt viele Unternehmen der Region, auch den Wellnessbereich. Frieren wir bald in der Sauna? Das ist durchaus möglich, wie eine Umfrage im Wasserburger Land zeigt.

Wasserburg/Edling – Sind Saunas ein Luxusgut? Angesichts der Energiekrise ja, sagt zumindest Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur und rechnet im Winter mit kalten Wellnessbereichen. Doch auch ohne Anweisung von oben könnte es in der Region Wasserburg bald schwierig werden, einen Platz zum Schwitzen zu finden.

Saunabetreiber leiden schon jetzt unter den hohen Energiekosten. Erste temporäre Schließung hat es bereits gegeben. Dabei sind sich alle einig: Das Schwitzen ist gut für die Gesundheit und das Wohlbefinden.

„Wir wissen gar nicht, wie es weiter geht.“

„Wir haben enorme Probleme“, erklärt Hans Enzinger, Inhaber der Fitnessstudios Fit und Fun, zu der neben den Sportanlagen auch eine Sauna gehört. Allein der Fit-und-Fun-Standort in Wasserburg habe einen Stromverbrauch von etwa 700.000 Kilowattstunden im Jahr. Angesichts der steigenden Preise kaum zu stemmen, meint Enzinger. „Eigentlich“, gibt er zu, „wissen wir gar nicht, wie es weiter gehen soll.“

Paradox: Strom aus PV-Anlage nicht für den Eigenverbrauch nutzbar

Dabei hat Enzinger mit Photovoltaikanlagen und einem eigenen Blockheizkraftwerk vorgesorgt. Doch durch die steigenden Preise lohne es sich nicht mehr, das Kraftwerk zu betreiben. „Wir haben es abgeschaltet.“ Und auch der Strom der PV-Anlage werde zunächst ins Netz eingespeist. „Die haben wir 2008 installiert, damals gab es keine Regelungen zum Eigenverbrauch“, erklärt Enzinger, weshalb er nun den Strom teuer zum Börsenpreis wieder zurückkaufen müsse.

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Auch die Gaspreise machen im zu schaffen. Vor der Krise habe er 5000 Euro pro Monat für Gas ausgegeben, inzwischen sei die Ausgabe auf 16.000 Euro gestiegen. „Aber wir werden in Zukunft wohl weit über 30.000 Euro ausgeben müssen.“

Enzingers Strategie für den Winter: „Alles, was möglich ist, abschalten.“ Auch kalte Räume im Studio oder Preiserhöhungen schließt er nicht aus. Eine Schließung der Sauna – solange keine Anordnung von oben komme – drohe aber nicht. „Die Leute brauchen uns – auch die Sauna“, so seine Überzeugung.

Einschalten nur bei Bedarf

Auch das Speedfitness in Wasserburg macht sich Gedanken über den Saunabetrieb. „Wir hatten dazu gerade erst eine Teambesprechung“, erklärt Studioleitung Sabine Himmel, auch um die Mitarbeiter zu sensibilisieren. Derzeit werde die Sauna nur nach Bedarf und vorherigem Kundenwunsch eingeschaltet. „Bisher lief sie einfach immer“, erklärt Himmel. Auf Dauer gehe das aber nicht mehr. Nun sei die Lösung, dass die Kunden sich bei der Ankunft für die Sauna anmelden. „Das läuft gut“, erklärt Himmel. „Sie trainieren ja vorher noch eine Stunde, bis dahin ist die Sauna dann warm.“

Sauna in Edling bereits geschlossen

Aber nicht nur Fitnessstudios, auch private Saunabetreiber sind von den hohen Energiekosten betroffen. So auch der Schwitzkasten am Stoa in Edling, eine Einrichtung mit Kultcharakter. Die kleine Sauna, die mit einer Kombination aus einem Blockheizkraftwerk, das mit Heizöl betrieben wird, und einer Grundheizung auf der Basis von Pellets, läuft, musste sogar schon geschlossen werden. Über den Sommer hat die Betreiberfamilie Spötzl, eine Pause eingelegt, aufgrund der niedrigeren Nachfrage und der hohen Kosten. Wie es jetzt weiter gehe, das sei noch unklar, erklärt Alois Spötzl. „Ende September werden wir wieder öffnen. Aber wir wissen nicht, rentiert es sich oder nicht?“ Denn selbst die Pellets seien inzwischen sehr teuer geworden. Und auch die Stromkosten für die Öfen seien gestiegen. Hinzukomme, dass es die Saunabetreiber schon in der Pandemie nicht einfach hatten, auch diese Auswirkungen seien noch nicht ganz überstanden. „Wir hatten ja durchgehend Betriebskosten und keine Einnahmen“, so Spötzl.

Badria soll weiterhin geöffnet bleiben

Weiterhin offen ist die Saunalandschaft im Badria. Träger der Einrichtung sind die Stadtwerke Wasserburg, eine Tochter der Stadt. Am Freitag, 14. Oktober, ist laut Terminkalender sogar eine lange Saunanacht geplant. Die Anlage hängt anders als das Badria selber nicht am Gashahn, sie wird per Solarthermie betrieben. Auch im Winter ist keine Schließung geplant, so Bürgermeister Michael Kölbl. Die Wassertemperatur im Bad wurde zwar bereits gesenkt, die Leistungspalette etwas einschränkt. Doch an der beliebten Sauna soll nicht gerüttelt werden. Trotzdem gelte: „Wir müssen alle Maßnahmen immer wieder auf den Prüfstand stellen“, deutet Kölbl an, dass das letzte Wort vielleicht noch nicht gesprochen ist.

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