Frau aus dem Altlandkreis Wasserburg hatte auf Omas Namen online geshoppt

Wegen Betruges stand eine Frau aus dem Altlandkreis Wasserburg in Traunstein vor dem Amtsgericht.
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Wegen Betruges stand eine Frau aus dem Altlandkreis Wasserburg in Traunstein vor dem Amtsgericht.

Eine 35-Jährige aus dem Altlandkreis Wasserburg stand in Traunstein vor Gericht. Sie hatte 2015 und 2016 auf den Namen ihrer Großmutter bei einem bekannten deutschen Versandhaus Kleidung, einen Staubsauger und eine Fritteuse im Gesamtwert von genau 985,06 Euro. Als die Rechnungen platzten, kam alles auf.

Von Monika Kretzmer

Traunstein – Eine Verkäuferin aus einer Gemeinde nördlich des Chiemsees, einer Gemeinde im Altlandkreis Wasserburg, bestellte 2015 und 2016 auf den Namen ihrer Großmutter bei einem bekannten deutschen Versandhaus Kleidung, einen Staubsauger und eine Fritteuse im Gesamtwert von genau 985,06 Euro. Als die Rechnungen platzten, kam alles auf. Das Amtsgericht Traunstein mit Richter Wolfgang Ott verhängte gegen die reuige Frau gestern wegen Betrugs und Datenfälschung in fünf Fällen eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 20 Euro, insgesamt 2400 Euro.

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Ursprünglich wurden der 35-Jährigen elf Betrugsfälle mit einem Schaden von fast 2000 Euro zur Last gelegt. Unter den weiteren damals online bestellten und nicht bezahlten Artikeln waren zwei Navis, Spielezubehör und Hosenträger.

In der ersten Verhandlung vor dem Amtsgericht gab die Verkäuferin an, diese Dinge habe ihr Noch-Ehemann unter Verwendung der Daten ihrer Oma eigenständig geordert. Sie habe damit nichts zu tun. In dem früheren Prozess hatte sie angekündigt, ihr Mann werde dies bestätigen. „Pustekuchen“, meinte dazu gestern der Vorsitzende.

Frau zeigt Reue und räumt Betrug ein

Das Gericht habe den damals behaupteten Sachverhalt überprüfen wollen. Daraufhin habe der Mann von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. „Er musste sich nicht selbst belasten“, merkte der Richter an. Auf Antrag von Staatsanwalt Chris-Dominik Kempel stellte das Gericht sechs der Fälle gestern vorläufig ein.

Die 35-Jährige räumte die übrigen fünf Taten ohne Vorbehalt ein: „Ja, ich muss dazu stehen.“ Sie habe bei den Bestellungen via Internet Namen und Geburtsdatum ihrer Großmutter eingegeben. Die Oma selbst habe nie etwas online bestellt.

Zu ihren familiären Verhältnissen gab die Angeklagte an, Geld sei immer sehr knapp gewesen. Durch die Corona-Folgen habe sie ihren letzten Job verloren. Inzwischen habe sie glücklicherweise vor wenigen Wochen wieder eine Arbeitsstelle gefunden.

Staatsanwalt Chris-Dominik Kempel plädierte gestern wegen gewerbsmäßig begangenen Betrugs in fünf Fällen und „Fälschung beweiserheblicher Daten“ auf eine achtmonatige Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung, eine Geldauflage von etwa 400 Euro sowie gesetzlichen Wertersatz in Höhe des Schadens.

Richter rät ihr zu Ratenzahlung

„Das wäre gerecht. Ich habe es gemacht. So etwas mache ich nie wieder“, reagierte die ohne Verteidiger erschienene 35-Jährige.

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Im Urteil verwies der Vorsitzende auf das Geständnis, das konform gehe mit der Anklage. Die Frau habe Verschiedenes bestellt, obwohl sie wusste, sie habe die Rechnungen nicht bezahlen können.

Ob sie „gewerbsmäßig“ gehandelt habe, sei eine Rechtsfrage. Wolfgang Ott fuhr fort: „Man kann es sehen wie der Staatsanwalt. Ich gehe nicht von Gewerbsmäßigkeit aus, vielmehr von einem normalen Betrug.“ Die 35-Jährige habe keine Luxusartikel bestellt. Abschließend empfahl der Vorsitzende der Angeklagten, bei der Staatsanwaltschaft Ratenzahlung zu beantragen.

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